Obst- und Gemüsestand : Vitamine und gute Tipps aus erster Hand

Hilda Fries aus Wilhelmsthal ist Stammkundin beim Obst- und Gemüsestand am Gänsemarkt. Sie schätzt nicht nur das Angebot, sondern auch den netten Umgangston, wie sie ihn hier mit Martin Zamzow erlebt.  Fotos: Kühl
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Hilda Fries aus Wilhelmsthal ist Stammkundin beim Obst- und Gemüsestand am Gänsemarkt. Sie schätzt nicht nur das Angebot, sondern auch den netten Umgangston, wie sie ihn hier mit Martin Zamzow erlebt. Fotos: Kühl

Der Obst- und Gemüsestand von Bülent Caya ist als Handelsplatz und Treffpunkt eine Institution am Gänsemarkt. Viele Stammkunden schätzen Qualität und Freundlichkeit. Caya möchte den Standort unbedingt erhalten.

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24. Januar 2015, 06:37 Uhr

Eckernförde | Frisches Obst und Gemüse mitten in der Stadt, angeboten von netten Verkäufern. Das ist es, was viele Kunden an dem Obst- und Gemüsestand Kieler Straße, Ecke Gänsemarkt so schätzen. Hilda Fries beispielsweise wohnt in Wilhelmsthal, kommt aber jeden Tag zum Marktstand in der Fußgängerzone, um sich mit Kohl, Kartoffeln, Orangen, Bananen oder Äpfeln zu versorgen. „Immer freundlich, immer nett, das ist eine gute Sache“, sagt die Stammkundin. Ein anderer Herr bringt eine Packung Tee vorbei – für die Winterpause, die heute Abend nach dem vorerst letzten Handelstag beginnt und bis Mitte März dauert. Man ist nett zueinander, schätzt sich und hat immer ein er ein offenes Ohr für den anderen.

Der Obst- und Gemüsestand von Bülent Caya ist weit mehr als eine Verkaufsstelle. Sie ist Treffpunkt, Info-Zentrale und Dienstleistungsbetrieb, denn auch kleine Hilfe wie die Frei-Haus-Lieferung für ältere, kranke oder gehbehinderte Menschen in fußläufiger Entfernung gehört ebenfalls zu den gerne gewährten Angeboten von Bülent Caya und seinen Mitarbeitern. Einer von ihnen ist Martin Zamzow. Der Eckernförder arbeitet seit dreieinhalb Jahren für seinen freundlichen Chef. Und auch Gerlinde Gohlke aus Neumünster ist dem Stand treu geblieben und arbeitet dort drei Mal die Woche, nachdem ihr Mann Lothar das Geschäft 1999 an Bülent Caya verkauft hat. Damals war der Nachfolger selbst Angestellter bei Gohlkes, sie haben einfach die Rollen getauscht.

Seit 1982 ist der 50-jährige Caya im Obst- und Gemüsehandel tätig, verkauft am Gänsemarkt und auf dem Wochenmarkt. Er kennt das Geschäft aus dem Eff-Eff, weiß, was die Kunden mögen, was gut ist und frisch. Die Ware holt der Mann aus Kleinkummerfeld südlich von Neumünster alle zwei Tage ganz früh morgens vom Hamburger Großmarkt, lagert es in Neumünster zwischen und verkauft sie dann auf dem Wochenmarkt in Bad Segeberg und in seinem Hauptgeschäft in Eckernförde. „Ein idealer Standort, es gibt keinen besseren“, sagt Bülent Caya.

Sein Verkaufspavillon ist mit einem Fundament fest auf dem Gänsemarkt verankert. Er würde sich freuen, wenn dies sinnbildlich wäre, denn der Obst- und Gemüsehändler möchte seinen Stammplatz im Zentrum der Stadt unbedingt behalten. „Ich bin bereit, alles dafür zu tun“, sagt Bülent Caya. Und er weiß, dass seine Kunden und auch diejenigen, die an seinem Stand vorbeigehen, diesen kleinen Frischemarkt als Anlaufpunkt sehr schätzen. Dort kommt man miteinander ins Gespräch, dort gibt es Tipps und immer wieder Auskünfte für die Urlauber und Tagesgäste, wo das Meerwasserwellenbad ist, wo es zum Hafen, Rathaus oder zur St. Nicolai-Kirche geht. „Es kommen hier viele Urlauber mit ihren Trolleys direkt vom Bahnhof an und fragen gezielt nach Geschäften und Einrichtungen“, berichtet Martin Zamzow.

Fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigt Inhaber Bülent Caya am Gänsemarkt. Und diese Jobs wären alle weg, wenn der Stand aus städtebaulichen Gründen weichen müsste. Doch das kann sich dort eigentlich niemand vorstellen. Auch nicht die vielen Stammkunden und Passanten der Fußgängerzone. Caya ist zu Vielem bereit, auch in seinen Stand zu investieren, um ihn noch attraktiver zu machen. Er hofft im laufenden Verfahren zur geplanten Umgestaltung der Kieler Straße und des Gänsemarkts darauf, dass Politik und Verwaltung nicht am grünen Tisch entscheiden, sondern ihn als Betroffenen wahrnehmen und das Gespräch mit ihm suchen.

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