KOSTENPLAN für erneuerungen BIS 2020 : Vision: Ein offenes Museum für alle

Dr. Dorothee Bieske ist seit 1. März 2016 die Leiterin des Museums. Zu ihren geplanten Veränderungen zählt die Modernisierung des Beleuchtungssystems, das gilt auch für den Bürgersaal.
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Dr. Dorothee Bieske ist seit 1. März 2016 die Leiterin des Museums. Zu ihren geplanten Veränderungen zählt die Modernisierung des Beleuchtungssystems, das gilt auch für den Bürgersaal.

Die Leiterin Dr. Dorothee Bieske plant Neuerungen und Umstrukturierungen im Haus. Sonderausstellungen mit Käte Lassen und Ulrich Behl sind weitere Anreize für einen Museumsbesuch.

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04. Januar 2017, 05:52 Uhr

Eckernförde | Transparenz und Offenheit in alle Richtungen sind ihr ein großes Anliegen. Seit die Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske zu Beginn der dunklen Jahreszeit im Raum für Sonderausstellungen die Vorhänge zurückzog, ermöglicht das Museum ganz neue Einblicke. Besucher können hinaus auf die reale Welt schauen, den Rathausmarkt mit seiner schönen Architektur – Spaziergänger können durch die Fenster auf die Kunstwerke in dem ebenerdigen Raum blicken. „Und wer neugierig ist, geht vielleicht auch ums Haus und findet den Eingang“, sagt Dr. Bieske. Seit 1. März 2016 leitet die 55-Jährige das Museum in Eckernförde. Ihre Vision: „Das Museum zu öffnen.“

Die notwendigen Vorhaben für die Erreichung der Museumszertifizierung, die der Museumsverein und das Museum sich noch unter Bieskes Vorgänger Dr. Uwe Beitz auf die Fahnen geschrieben haben, sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Eine Verbesserung der Außenwerbung in Form eines Logos, das in Absprache mit Stadt und Denkmalpflege entworfen werden soll, und ein neues Schild für den Eingang gehören ebenso dazu wie eine neue Beschriftung in Form eines neuen Leitwegesystems. „Wie finde ich das Museum, und wie finde ich mich im Innern zurecht?“, sind die Fragen, die Dorothee Bieske bei ihrer Arbeit leiten.

Auch nach einem Dreivierteljahr ist die gebürtige Niedersächsin noch voll des Lobes über ihre neue Wirkungsstätte. Das Museum habe eine wunderbare Lage mitten in der Stadt und verfüge über Pfunde, die nur ins rechte Licht gerückt werden müssten, beispielsweise lasse die Fülle im Bürgersaal den Blick auf das einzelne Ausstellungsstück nicht wirklich zu. Auch die Modernisierung der Beleuchtung steht auf ihrem Aktionsplan. Die teilweise 30 Jahre alten Strahler sollen durch energiesparende, flexibel einsetzbare LED-Strahler ersetzt werden. Zwölf sind bereits angeschafft – wie viele Vorhaben kann aufgrund der Finanzen auch dieses Projekt nur sukzessive realisiert werden. „Aber der Anfang ist gemacht“, sagt Bieske. Mithilfe eines Kostenplanes bis 2020 möchte die rührige Museumsleiterin einige Projekte umsetzen.

Dazu gehört eine Neuerung in dem Raum, der die Schlacht um Eckernförde am 5. April 1849 thematisiert. Der bisherige zehnseitige Katalog mit Reproduktionen von Grafiken aus der Zeit soll durch eine Medienstation ersetzt werden, die eine besucherfreundliche moderne Betrachtung dieses für Eckernförde wichtigen Ereignisses ermöglicht. Verantwortlich dafür ist Matthis Mahler. Der 20-Jährige absolviert noch bis Ende August sein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Museum und unterstützt Dorothee Bieske und Restaurator Ralf-Peter Schröder. Als Projektarbeit entwickelt und baut Mahler die Medienstation, die in Kürze fertig sein soll. Um das Gütesiegel der Museumszertifizierung zu erlangen, ist auch eine Neuordnung und Beschriftung der Elektrosammlung Wesnigk erforderlich. Erste Ideen seien bereits vorhanden, so Bieske. Um das Museum auch in Zukunft gut aufzustellen, seien Vernetzung und Kooperationen unumgänglich. Das gelte sowohl für Häuser ähnlicher Größenordnung in Schleswig-Holstein als auch für Institutionen und Vereine in Eckernförde selbst. Ein gelungenes Beispiel sei die Wal-Woche, die das Museum mit dem Ostsee Info-Center und dem Verein Alte Fischräucherei angeboten hat. Gleiches gelte für die erfolgreiche Kooperation mit Green Screen durch die Sonderausstellung mit dem Filmemacher Heiko de Groot. „In diesen Tagen hatten wir deutlich mehr Besucher im Haus“, zieht Bieske eine positive Bilanz.

Vom 23. Januar bis 25. Februar bleibt das Museum geschlossen. Neben der jährlichen Grundreinigung finden Renovierungen der Büroräume statt. Für die Wiedereröffnung am 26. Februar hat die Museumsleiterin eine Sonderausstellung der Flensburger Künstlerin Käte Lassen (1880 bis 1956) unter dem Titel „Menschen am Meer“ geplant. Der Anknüpfungspunkt zu Eckernförde ist ein großes Wandbild, das Lassen 1938/39 im Auftrag des damaligen Leiters der Pestalozzischule geschaffen hat. Den ursprünglichen Titel „Nordischer Schwertertanz“ änderte der Schulleiter in „Germanischer Schwertertanz“. Nach dem Krieg ließen die Amerikaner das Bild überstreichen. Heute ist es hinter einer hölzernen Verschalung verborgen.

Im Frühling folgt eine Sonderausstellung mit Werken von Ulrich Behl. „Naturlich grün!“ ist der Titel der Sonderausstellung in Bezug auf Green Screen (16. Juli bis 17. September). Aktuelle Arbeiten von Kunsthandwerkern aller Art des schleswig-holsteinischen Berufsverbandes werden dann gezeigt. Sie sei mit einer großen Offenheit in Eckernförde aufgenommen, so Bieske im Rückblick. Das habe ihr die Einarbeitung sehr erleichtert. „Aber das Schönste an meiner Arbeit ist der Umgang mit den Besuchern“, sagt die Museumsleiterin.

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