seit dezember im amt : Vision: Bauwagen-Kirche unterwegs am Urlaubsort

Brigitte Gottuk
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Brigitte Gottuk

Brigitte Gottuk ist die neue Tourismuspastorin im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde. Ihre Aufgabe ist die Erweiterung und Vernetzung der Angebote von Kirche für Urlauber vor Ort.

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22. Januar 2015, 06:02 Uhr

Flexibilität und Offenheit – Brigitte Gottuk sind diese Eigenschaften in die Wiege gelegt worden. Die neue Tourismuspastorin des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde hat in ihrem Leben bereits zwölf Umzüge hinter sich. Zweieinhalb Lebensjahre (von zweieinhalb bis fünf Jahre ) hat die 48-Jährige auf Jamaika verbracht – der Vater war als Prokurist häufig im Ausland unterwegs. Ein Satz ihrer Eltern prägt Brigitte Gottuk bis heute: „Bevor du es nicht kennen gelernt hast, kannst du dir kein Urteil erlauben.“

Ihre Berufung zur Pastorin hat sie bereits als Jugendliche gespürt. Eine Diakonin in ihrem damaligen Wohnort Wentorf bei Hamburg habe gute Jugendarbeit geleistet, die sie sehr gepägt habe. Trotzdem habe sie zunächst den Beruf der Bankkauffrau gelernt, erzählt Gottuk, die den Eckernfördern aus ihrer Zeit als Pastorin in der Kirchengemeinde Borby (2008 bis 2013) bekannt ist. Immer mehr fühlt sie in sich die Berufung zur Pastorin – noch in der Ausbildung lernte die 20-Jährige Hebräisch.

Eine völlig fremde Kultur lernte die 27-Jährige während eines Stipendiums auf einem lutherischen College in Hongkong kennen. Spannende Begegnungen mit Menschen aus diesem Sprach- und Glaubenskreis sind der Mutter dreier Kinder (19, 17, 14) immer noch lebhaft in Erinnerung. Seit fast 22 Jahre führt Brigitte Gottuk eine konfessionsgemischte Ehe, ihr Ehemann ist bekennender Katholik.

„Mein Leben ist von guten Fügungen geprägt“, sagt die Tourismuspastorin, die den vorerst letzten Umzug hinter sich hat: Seit anderthalb Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Windeby. Ihr Leben sei nicht einer geraden Linie verlaufen, sondern weise viele Ecken und Kanten auf, was sowohl beruflich als auch privat zutreffe.

Eine glückliche Fügung sei es auch gewesen, die sie zum Schreiben gebracht habe, erzählt Gottuk. Im Rahmen von Exerzitien (geistliche Übungen) habe sie eine Variante des Betens entdeckt – das Schreiben. Ihre damalige Begleiterin ermutigte sie, ihre Gedichte und Gebete, die sie in diesen neun Tagen verfasst hatte, zu veröffentlichen. So entstand 2010 ihr erstes Buch mit dem Titel „Einbruch – Ausbruch. Ein Exerzitientagebuch.“ Sie selbst hat sich als Begleiterin für ignatianische Exerzitien ausbilden lassen und möchte diese bei Bedarf in verkürzter Form am Urlaubsort auch anbieten. Eine ihrer Aufgaben wird die Betreuung der zukünftigen ökumenischen Einrichtung St. Elisabeth in Damp sein.

Gottuk hat eine Vision – die Schaffung einer „Bauwagen-Kirche“. „Ich stelle mir den Bauwagen als sichtbares Zeichen von Kirche am Urlaubsort vor. Er ist beweglich und bietet trotzdem einen geschützten Raum für Gespräche.“ Gottesdienste könne man vor oder um die Bauwagen-Kirche herum halten. Die Suche nach einem Bauwagen hat bereits begonnen.

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