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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 12:32 Uhr

Vierzig Jahre gemeinsame Musik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Suhrbrook Family-Chor feiert 40-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der vollbesetzten St. Nicolai-Kirche

von
erstellt am 03.Dez.2013 | 00:33 Uhr

„Die Family war schon immer ein Forum für die vielen Menschen, die Musik lieben und aktiv Musik machen wollen, die aber durch falsch verstandene Qualitätsansprüche nie Platz in gestandenen Orchestern oder Chören finden konnten. Entscheidend ist der Wille, etwas Ansprechendes zu schaffen, und die gemeinsame Lust an der Musik.“ So stand es für ein vergangenes Jubiläum im 1998 Internet, und so ist es noch heute. Zum 40. Chorjubiläum des Suhrbrook Family-Chores stellte der gerade eröffnete Weihnachtsmarkt keine Konkurrenzveranstaltung dar, die St.Nicolai-Kirche war voll, der Trubel blieb draußen.

Wunderschön die Idee für das erste Stück: Der Chor teilt sich auf in vier Gruppen und umrahmt die Menschen, bettet sie ein in den warmen, weichen Klang ihrer Stimmen und des englisch gesungenen Textes. Unter der Leitung von Erhard Ohlhoff, dem chorbegeisterten, weit gereiste Multiinstrumentalisten, geht es an diesem Abend in fünf Sprachen stimmlich um die Welt. Aber: „Ziemlich weihnachtsliederfrei“, wie er hinzufügt. Zum Glück – die Stücke, die für den Abend ausgewählt und einstudiert wurden, sind von einer Schönheit, die jeden allzu abgegriffenen Weihnachtspathos in den Schatten stellt. Ob das Madrigal aus dem Jahr 1580 (Komponist John Dowland, „der leider nicht der Leib-Lautist von Queen Elisabeth wurde“), Ohlhoffs Lieblingslied aus der Sängernation Estland („Das stelle man sich mit 30 000 Sängern vor“) oder das afrikanische Lied „Nakupenda Malaika“ („Ich liebe Dich, mein Engel“), das Boney M. weltweit bekannt gemacht haben; diese Stücke berühren und stimmen ein – auf die dunkle Jahreszeit, auf gemütliche Abende mit Freunde, auf Ruhe, Besinnlichkeit und auf Weihnachten.

Mit dem Kay Kankowski-Trio erfährt die Entschleunigung dieses Abends ihre Steigerung: Achim Prigge (Akkordeon, Selje-Flöte), Kay Kankowski (Gitarre, Vocals) und Volker Linde (Kontrabass) nehmen die Menschen mit auf ihre Flügel, gleiten gemeinsam wie ein Vogel über grüne Wiesen, blaues Wasser, weites Land. Sie besingen die Heimat auf Plattdütsch, den nahen Frühling und damit einhergehende Gefühle („Wir sind alle in irgendwen verliebt – es wird Frühling“). Ohlhoff übernimmt noch einmal die Reiseleitung – der akustische Ballon weht um die Welt, führt nach Dänemark, nach Irland, noch einmal nach Estland, bis das ganze Kirchenschiff gemeinsam Leonard Cohens „Hallelujah“ anstimmt. Eine Neu-Eckernförderin versucht den Abend im Anschluss zu beschreiben: „Sehr beeindruckend, das hat mitgerissen. Ich mag die Atmosphäre, es war geheimnisvoll, wohlig, ergreifend, besonders.“

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