Grundschule Surendorf : Viertklässler bekommen 1000 Euro Unterstützung für ihr „grünes Klassenzimmer“

Nicht nur die Viertklässler in Schwedeneck lieben den Unterricht im Schulwald, Schulleiterin Jessica Knop (5. von links) hat die Revitalisierung unterstützt und Bürgermeister Sönke-Peter Paulsen (3. von links) freut sich, dass die Schule in seiner Gemeinde dadurch an Attraktivität gewonnen hat. Lauschen gebannt: (von rechts) Johann Böhling (Strander Forst- und Jagdservice), Dr. Christel Happach-Kasan (Bundesvorstand Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) und Britta Gehlhaar (Mitarbeiterin der Landesforsten).  Fotos: Peters
Nicht nur die Viertklässler in Schwedeneck lieben den Unterricht im Schulwald, Schulleiterin Jessica Knop (5. von links) hat die Revitalisierung unterstützt und Bürgermeister Sönke-Peter Paulsen (3. von links) freut sich, dass die Schule in seiner Gemeinde dadurch an Attraktivität gewonnen hat. Lauschen gebannt: (von rechts) Johann Böhling (Strander Forst- und Jagdservice), Dr. Christel Happach-Kasan (Bundesvorstand Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) und Britta Gehlhaar (Mitarbeiterin der Landesforsten). Fotos: Peters

Die Schüler aus Schwedeneck lieben den Unterricht im Freien und haben ihr grünes Klassenzimmer wieder hergerichtet.

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22. September 2020, 16:18 Uhr

Schwedeneck | Ab und an dürfen die Schulkinder in Schwedeneck ihren Klassenraum verlassen und nebenan in den Mitte der 1990er Jahre angelegten Schulwald ausweichen. Diese Stunden sind für die meisten besonders reizvoll.

In Kooperation mit den Landesforsten (SHLF) führt der Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) seit 2016 ein Programm zur Revitalisierung älterer Schulwälder im Land durch. Dabei werden jährlich zwei Schulwälder durchforstet, von toten Ästen befreit und, wenn nötig, Pflanzungen durchgeführt.

Noch 100 Schulwälder im Land

Die Idee der ersten Schulwälder entstand in den 1950er Jahren in Schleswig-Holstein. Die in den folgenden Jahren bis zu 400 entstandenen Schulwälder im Land sind heute bis auf etwa 100 verschwunden, „von denen nur noch 60 wirklich für den Unterricht genutzt werden – der Rest ist zum Teil stark verwildert“, sagt Johann Böhling vom Strander Forst- und Jagdservice. „Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es noch 15.“

Die SDW hat es sich mit dem SHLF zur Aufgabe gemacht, ab den 1960er Jahren angelegte Schulwälder – und damit die Idee des „Unterrichts im Grünen“ – zu revitalisieren. Der SDW-Landesverband unterstützt die teilnehmenden Schulen nach den Durchforstungsarbeiten mit 1000 Euro für die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien für den Schulwald. Kriterien sind unter anderem Schulnähe, intensive Nutzung oder die Gestaltung. Die 1000 Euro wurden in Schwedeneck auch schon investiert – bis auf 32 Euro.

Unterstützung vom Bauhof

„Der Wald gehört ja zum Schulgelände – dies hat uns gerade bei den Corona-bedingten Einschränkungen sehr geholfen“, sagt Schulleiterin Jessica Knop, die vor zwei Jahren davon erfahren hatte, dass ihr Schulwald für das „Grüne Klassenzimmer“ ausgewählt wurde. Daraufhin nahm sie mit Britta Gehlhaar, Mitarbeiterin der Landesforsten, Kontakt auf und die Arbeit begann. „Wir haben dabei großes Glück mit dem Bauhof, der uns tatkräftig unterstützt“. Am Eingang wurde ein neues Holztor angebracht, damit der Hausmeister Rolf Kuchenbrandt mit seinen Maschinen auch da durch konnte, und diese nicht mehr mühsam überweg heben musste.

Unter anderem wurde ein Fühlparcours angelegt. Besonders fleißig war dabei Oskar (9), der permanent die Holzschnitzel mit der Schubkarre nach oben wuchtete, um damit die Wege auszulegen: „Mein schönstes Erlebnis war, als wir Spiegeleier im Wald gebraten haben.“ Schulkamerad Max (9) findet, „dass der Wald jetzt cool aussieht. Es gibt immer was Neues zu entdecken.“

Besonders fleißig: Oskar (9) half tatkräftig mit, den Schulwald wieder herzurichten. Hier zeigt er eine der Weinbergschnecken, die die Kinder derzeit im Unterricht durchnehmen.
Besonders fleißig: Oskar (9) half tatkräftig mit, den Schulwald wieder herzurichten. Hier zeigt er eine der Weinbergschnecken, die die Kinder derzeit im Unterricht durchnehmen.
 

Der Wald wird für die unterschiedlichsten Fächer genutzt. In Mathe wird ermittelt, wie hoch die Bäume sind, in Kunst wird mit Naturmaterialien gearbeitet und Dinge aus dem Wald mit eingebunden, im Sachunterricht von Lehramtsanwärterin Agathe Schaddach wurde das Thema Asseln durchgenommen. Aktuell werden Schnecken erforscht: „Der Unterricht im Wald ist entspannt. Es ploppen zudem auch immer wieder neue Ideen auf.“

Schwedenecks Bürgermeister Sönke-Peter Paulsen freut sich, dass der Wald wieder „so gut angenommen wird. Ich gebe zu, es war auch ein wenig Eigennutz dabei, da die Schule zeitweise durch zu wenig Schüler in ihrer Existenz bedroht war. Aber durch den Schulwald hat sie an Attraktivität gewonnen.“


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