Rolle rückwärts : Vierer-Bündnis fordert Erhalt der Museumsleiter-Stelle

Noch soll Kulturbeauftragte Andrea Stephan die Aufgabe von Museumsleiter Dr. Uwe Beitz  übernehmen. Doch die politischen Mehrheiten deuten darauf hin, dass seine Stelle erhalten bleibt.
Noch soll Kulturbeauftragte Andrea Stephan die Aufgabe von Museumsleiter Dr. Uwe Beitz übernehmen. Doch die politischen Mehrheiten deuten darauf hin, dass seine Stelle erhalten bleibt.

SPD, Bürger-Forum, Grüne und Linke sind dagegen, dass die Stelle des Museumsleiters von der Kulturbeauftragten übernommen wird. Sie fordern jetzt, dass der Vermerk im Haushalt zum Wegfall der Stelle zurückgenommen wird – und haben gute Chancen.

Arne_Peters-8499.jpg von
23. November 2013, 06:18 Uhr

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Stellen des Museumsleiters und des Bestandspflegers in den kommenden Jahren wegfallen. So ist es zumindest im Zuge der Haushaltskonsolidierung von der Ratsversammlung vor drei Jahren beschlossen worden – trotz vielfältiger Kritik. Doch jetzt regt sich Widerstand. Eine Koalition aus SPD, Bürger-Forum, Grünen und Linke fordert die Umkehr.

Geplant war es, dass die neue Kulturbeauftragte Andrea Stephan die Aufgabe des Museumsleiters nach dessen Pensionierung im Jahr 2016 zusätzlich übernimmt. Dagegen sprach sich im Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport am Donnerstagabend Edgar Meyn (Grüne) aus: Die beiden Positionen zu halben Stellen zu machen und dann zusammenzuführen sei konzeptionell nicht umzusetzen, weil die Aufgaben jeweils umfangreich seien und nicht gekürzt werden können.

Auch Jörg Meyer (SPD) sprach von einer „anspruchsvollen Aufgabe“ des Museumsleiters. „Wir waren schon vor drei Jahren für eine volle Stelle.“ Andrea Stephan sei voll ausgelastet und setze stetig neue Impulse.

Gegen Einsparungen im kulturellen Sektor generell sprach sich Dr. Heinrich Mehl (Bürger-Forum) aus: „Wenn eine Stadt, die Gäste sucht, an der Kultur spart, ist das ihr Ende.“

Die CDU konnte diesen Argumenten nicht zustimmen. „Die Stellenbeschreibung für die Kulturbeauftragte war so ausgelegt, dass sie beide Aufgaben übernehmen muss. Ihr das jetzt nicht zuzutrauen, finde ich nicht fair“, sagte Reiner Bruns. Das fand wiederum Rainer Beuthel (Linke) „ziemlich daneben, das zu personalisieren“. Es gehe nicht darum, sie nicht fachlich in der Lage zu halten, ein Museum zu führen. „Es sind einfach unterschiedliche Fachbereiche. Die kann man nicht mit anderen kulturellen Aufgaben vermengen und mal eben so nebenbei mitmachen.“

Katharina Heldt (CDU) ging eine Stufe höher und begründete den kw-Vermerk bei den Stellen (künftig wegfallend) im Haushalt konzeptionell: Man habe versucht, Kultur „anders zu denken, beide Bereiche besser zu vernetzen und beides zusammenzuführen“. Solle sich herausstellen, dass das nicht machbar ist, könne man wieder einen Museumsleiter einstellen.

Kein Argument für Jonas Kramer (SPD): „Ein kw-Vermerk ist ein Schlag ins Gesicht und keine Wertschätzung für die geleistete Arbeit.“

Am Ende stimmten sechs Ausschussmitglieder von SPD, Bürger-Forum, Grünen und Linken dafür, den kw-Vermerk wieder zu streichen, drei Mitglieder (alle CDU) stimmten mit Nein, der SSW (eine Stimme) enthielt sich. Nun liegt es an der Ratsversammlung, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

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