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Tierheim : Vierbeiner suchen Paten und "Kuschler"

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tierheim Weidefeld bereitet sich auf das Sommerfest am 16. Juli vor. Keine Probleme mit ausgesetzten Tieren in der Ferienzeit.

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 06:56 Uhr

Kappeln | Wenn am Tor des Tierheims in Weidefeld geklingelt wird, schlagen alle 15 Hunde an. Und hier wird oft geklingelt. Interessierte und Helfer vielerlei Art kommen regelmäßig, um ersten Kontakt aufzunehmen, einen Hund auszuführen oder eine Katze zu verwöhnen. „Hier ist immer eine Menge los“, sagt Leiterin Sabine Hegemann und lacht.

Das Tierheim

Das Tierheim nutzt als Pächter zwei Hektar eines Grundstücks, das dem benachbarten Deutschen Tierschutzbunds gehört. Hegemann (50) muss überlegen, wie lange sie schon in Weidefeld arbeitet. „Ich bin hier schon eingewachsen. Das müssen bald 20 Jahre sein“, sagt die gelernte Tierpflegerin. Mit ihr sind fünf weitere Voll- und Teilzeitkräfte im Einsatz. Dazu kommen eine Auszubildende und eine Praktikantin. Letztere heißt Alina Kelm, kommt aus Lübeck und findet das Tierheim Weidefeld richtig gut. „Ich hab schon einige gesehen. Hier ist nicht nur die Anlage sehr schön. Ich finde es auch gut, dass es nicht nur Kleintiere gibt“, sagt die 19-Jährige, die auf einen Ausbildungsplatz als „Tierheim- und Pensionspfleger“ hofft. Sie hat sich mit Esel „Joschi“ angefreundet. Zur Zeit leben neben dem Esel zwei Ponys, zwei Lamas und vier Schafe im Tierheim. Dazu kommen die 15 Hunde und etwa 30 bis 40 Katzen zuzüglich der Freigänger. „Dass alle Bewerber hier ein Praktikum machen, ist uns wichtig. Sie sollen wissen, worauf sie sich einlassen“, sagt Hegemann. Immerhin werde 80 Prozent der Zeit geputzt, beschreibt sie den Beruf. „Es ist viel mehr, als nur ein paar Tiere streicheln.“

Die Vermittlung

Es klingelt, und wenig später kommt Manfred Gehrke um die Ecke. Er war schon am Vortag da, er interessiert sich für die Hunde im Tierheim. Er erzählt, was ihm passiert ist: „Vor einigen Wochen ist mein Schiff im Schleswiger Hafen abgebrannt. Ich konnte meinen Hund Robbie nicht mehr retten.“ Gehrke ist traurig, „Robbie“ war ein Labrador-Setter-Mix und zwölf Jahre alt, aber er guckt auch nach vorn und wirft ein Auge auf die Hunde, die ihn zum Teil erwartungsvoll durch die Gitter ansehen oder kläffend hin und her tigern. Es sind einige dabei, die Gehrke sich als Schiffshund vorstellen kann, besonders auf den stolzen Hovawart „Muffin“ hat er ein Auge geworfen. „Aber der ist nicht ohne“, sagt Hegemann. Die Vermittlung der Tiere liegt allen Mitarbeitern am Herzen, wird aber auch sehr sorgfältig vorbereitet. „Wichtig ist, dass die Tiere sich ihre Menschen mit aussuchen sollen“, sagt die Leiterin. Ein Tier anzuschaffen, aus welchem Grund auch immer, will gut überlegt sein. Sie achtet genau darauf, wie der erste Kontakt abläuft. Viele Besuche bei dem Tier gehen dem Abschied vom Tierheim voraus. Mit den Hunden werden Spaziergänge gemacht. Der neue Halter soll sehen, wie das Tier sich verhält, wenn ein Jogger kommt oder ein Radfahrer. „Unser Ziel ist es ja, dass es für immer ist“, sagt Hegemann.

Paten und Kuschler

Aber auch die, die zwar kein eigenes Tier nehmen können oder wollen, dürfen gern zum Tierheim kommen. Menschen, die gern mit einem Hund ausgehen und das regelmäßig und dauerhaft machen möchten, werden gesucht. Auch Pate werden können Tierfreunde. Finanzielle Unterstützung hilft, aber auch Futter- oder Sachspenden werden gern genommen, versichert Hegemann. Für die vielen Katzen werden noch einfühlsame Kuschler gesucht.

Hauptsaison

Oft ist zu lesen, dass vor oder in der Ferienzeit Tiere ausgesetzt werden. Im Tierheim Weidefeld ist das nicht deutlich zu merken. „Das betrifft vermutlich eher Heime, die in der Nähe von Autobahnen liegen“, vermutet Hegemann. Bei ihr werden zwar in der Urlaubszeit auch oft Fundhunde abgegeben. „Aber die haben sich meist nur verlaufen und werden abends wieder abgeholt.“ Für sie sind Frühjahr und Herbst eher problematisch, die Zeit, in der besonders viele junge Katzen gefunden werden. Schon oft sind Jungtiere in schlimmen Zustand dabei gewesen, abgemagert, verschnupft und voller Würmer. „Die müssen dann erst mal wieder aufgepäppelt werden“, sagt sie. Ein Vorgang, der manchmal über Wochen andauert. Aber dann findet sich meist auch schnell wieder ein Interessent. „Junge Katzen sind immer ein Magnet“, sagt sie. Trotzdem – es sei nicht schön, dass viele Leute ihre Tiere nicht kastrieren lassen. „Ich würde eine Kastrationspflicht sehr begrüßen“, sagt die Expertin.

Das Sommerfest

Sehr beliebt ist das Sommerfest des Tierheims. Gemeinsam mit den Nachbarn vom Deutschen Tierschutzbund wird am Sonntag, 16. Juli, gefeiert und die Gäste haben die Möglichkeit, fast das ganze riesige Areal zu erkunden. Das Pfotencafé, das sonst immer sonnabends und sonntags und komplett ehrenamtlich betrieben wird, öffnet. Darüber hinaus gibt es ein Büfett und etwas vom Grill. „Ein Riesenprogramm machen wir aber nicht“, beschreibt Sabine Hegemann. Die Tombola komme immer gut an. „Die Lose gehen immer rasend schnell weg“, so die Leiterin weiter. Das Sommerfest beginnt um 11 Uhr.
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