Ladenzeile : Vieles ist "Kopfsache"

Apotheker  Hannes Max Schaefer denkt an neue Möglichkeiten wie das  ,FingerPayment.
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Apotheker Hannes Max Schaefer denkt an neue Möglichkeiten wie das ,FingerPayment.

Stammkunden halten Kaufleuten die Treue. Einführung des ,Fingerpayment zur Belebung vorgeschlagen

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25. Februar 2013, 09:58 Uhr

Altenholz | Die Zukunft und derzeitige Situation der Ladenzeile in Stift sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Die Bürger und Kaufleute sind jedoch froh, dass es nun mit dem Runden Tisch (wir berichteten) eine Möglichkeit gibt, sich besonders über die fehlenden Parkplätze Gedanken zu machen und neue Ideen zu entwickeln, die den Standort attraktiver gestalten. "So können wir hoffen, dass nicht noch mehr Läden schließen müssen", ist Lydia Kamprad guter Dinge.

"Es wäre besonders für die älteren Menschen eine Katastrophe, wenn es hier nichts mehr geben würde. Bevor es die Geschäfte am Erdbeerfeld gab, haben die Leute hier angehalten und eingekauft." Die Stifterin hätte jedoch Verständnis für die jungen berufstätigen Mütter, die lieber ein großes Einkaufszentrum ansteuern würden, denn der sky-Markt würde sich zwar große Mühe geben, könnte aber aufgrund der relativ kleinen Grundfläche des Ladens nicht alles im Sortiment haben. Als größtes Problem sieht Lydia Kamprad jedoch die Parkplatzsituation.

Die 35 Parkplätze vor der Ladenzeile seien nicht breit genug, klagen Kunden und Ladenbesitzer. Es gäbe nicht nur Probleme beim Ein- und Aussteigen, sondern man würde auch Kratzer und Beulen an den Fahrzeugen in Kauf nehmen müssen. Der Weg vom Parkplatz in den sky-Markt ist durch das Kopfsteinpflaster und den zur Straße abschüssigen Fußweg etwas beschwerlich. Es dauert mit dem Einkaufswagen jedoch lediglich nur eine Minute, um die Strecke zurückzulegen. "Bei Plaza denkt man, man parkt vor der Tür, obwohl der Weg manchmal länger ist, als bei uns bis auf den Hof", weiß Marktleiter Michael Krüger. "Es ist eine Kopfsache. Wir müssen versuchen, ihn besser zu integrieren." Eine Abstellfläche für die Einkaufswagen wurde bereits geschaffen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Kunden nicht in den Markt zurück müssen, sondern dort auch etwas Verkaufsfläche hinzugewonnen wurde. Bezüglich der Erweiterung des Sortiments macht Krüger sich ständig Gedanken. Mit der Übernahme der Sparkassenräume, könnte er beispielsweise die Getränke auslagern. Es müsste jedoch so umgebaut werden, dass es ein Geschäft bleibt, betont der engagierte Geschäftsmann. "Ich habe einen Ladenbauer von Coop gebeten, es sich einmal anzuschauen. Ob es überhaupt klappen könnte, steht noch in den Sternen." Die Frage wäre dann auch, was mit dem zweiten Ausgang geschieht, der sich an der Rückseite der Ladenzeile befindet.

Seitdem die Ladenzeile so im Gespräch ist, hätte Krüger schon einige neue Gesichter in seinem Markt bemerkt. Doch auch die Stammkundschaft beweist große Treue. "Ich kaufe hier noch mehr ein als vorher", erzählt Margarete Stein. "Ich wohne seit 1961 in Stift und habe schon allerhand erlebt. Herr Krüger gibt sich sehr große Mühe, und es ist wichtig, dass er uns erhalten bleibt." Dem kann Christa Butscheck nur zustimmen: "Seitdem ich darum gebeten habe, bekomme ich sogar lactosefreie Artikel. Ich kaufe fast jeden Tag hier ein." Die beiden älteren Damen sind jedoch wie die meisten Stammkunden nicht mit dem Auto unterwegs und stören sich nicht an der Parkplatzsituation.

Obwohl Hannes Max Schaefer sicher ist, dass viele gar nicht erst am Ostpreußenplatz einkaufen, weil sie keinen Parkplatz finden, sieht er noch anderen Handlungsbedarf: "Bei 50 weiteren Parkplätzen habe ich nicht gleich 100 neue Kunden", ist der Apotheker, der das Geschäft vor zwei Jahren von seinem Vater übernahm, überzeugt. "Jeder Unternehmer muss sich fragen, welchen Mehrwert er bieten kann. Es ist wichtig, eine persönliche Bindung zu den Kunden aufzubauen." Schaefer könnte sich vorstellen, in der Ladenzeile ein Pilotprojekt auf die Beine zu stellen: Bargeldloses Bezahlen per Fingerabdruck. "Beim ,FingerPayment’ brauchen die Leute kein Portemonnaie mehr mitnehmen oder können auch bezahlen, wenn sie ihr Geld vergessen haben."

Über das Aufstellen eines Schildes an der Kreuzung Dänischenhagener Straße/Ostpreußenplatz, um auf die in der Ladenzeile befindlichen Geschäfte aufmerksam zu machen, würde sich der Apotheker sehr freuen. "Ich hatte vor eineinhalb Jahren bereits einen Antrag gestellt, damit mich auch ortsfremde Kunden finden, wenn ich Notdienst habe. Der wurde leider abgelehnt. Es ist schön, dass es nun einen Runden Tisch gibt. Uns Unternehmern wird das Potenzial geraubt, wenn die Ladenzeile stirbt."

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