Sternengucker aus dem Aschberg : Viele Wolken und wenige Sterne

Fast vier Meter ist das Teleskop lang, das Raffael Benner zum Treffen mitgebracht hatte.
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Fast vier Meter ist das Teleskop lang, das Raffael Benner zum Treffen mitgebracht hatte.

Regenwetter verhindert beim 14. Aschberg-Frühjahrsteleskoptreffen Blick in den Weltraum / Stimmung ist trotzdem gut

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16. April 2018, 05:35 Uhr

Ascheffel | Der harte Kern war trotz des Wetters auf dem Aschberg. Von Donnerstag bis gestern fand dort zum 14. Mal das Aschberg-Frühjahrsteleskoptreffen (AFT) statt. Rund 60 Teilnehmer aus ganz Norddeutschland, aber auch aus Berlin, kamen über das Wochenende auf den 98 Meter hohen Berg in der Gemeinde Ascheffel. „Wir haben mit weit über 100 gerechnet“, sagte Carsten Jonas. Das Wetter war aber einfach zu schlecht.

Der Gettorfer gehört zum Team aus Mitgliedern der Sternwarte Kronshagen, die diese private Veranstaltung organisieren. Auch Professor Henning von Brandes, Michael Glosa, Christian Schulze und Peter Bresa gehören dazu. Mit der Globetrotter Lodge sei es eine „perfekte Symbiose“, so Carsten Jonas. Wenn auf dem Aschberg das Tagesgeschehen laufe, störe es sie nicht, und abends, wenn es dunkel wird, werden an verschiedenen Stellen die Lichtquellen reduziert, sodass diese den Hobbyastronomen nicht die Sicht in die Sterne behindern.

Ein anderes Problem, das die Organisatoren nicht beeinflussen konnten, war das Wetter. Oft war der Himmel wolkenverhangen, immer wieder regnete es. Nur selten hatten die Teilnehmer freie Sicht. Trotzdem: Die Stimmung auf dem Aschberg war gut. „Man tauscht sich aus“, berichtete Carsten Jonas. Außerdem hielt Mario Lehwald Vorträge. So zeigte er unter anderem ein Video über das Leben des Physikers Stephen Hawking und sprach über einen Comagalaxienhaufen. Zudem erzeugte Andreas Möller vom Arbeitskreis „Meteore“ künstliche Regenbögen.

Unter den Teilnehmern war auch Raffael Benner aus Kossau. Der 75-Jährige hatte sein fast vier Meter langes Newton-Teleskop 30 Zoll mitgebracht. Das Teleskop hat er selbst gebaut. Nur die Optik ist gekauft. „Wenn man es kauft, kostet es das Dreifache“, sagte Raffael Benner, der seit über 25 Jahren zu Teleskoptreffen fährt. Jeden Monat sei eines, sagte er, „manchmal auch zwei“. Ihn interessieren die Formen und die Vielfalt – „man will Einzelheiten erkennen und Strukturen sehen, nicht nur Pünktchen“. Tausende Dinge habe er schon beobachtet. Im Frühjahr beispielsweise gebe es besonders viele Galaxien zu beobachten. Der Winter habe den Vorteil, dass die Nächte länger sind. Innerhalb Deutschlands, aber auch nach Dänemark und Österreich fährt er für Treffen. Wenn es in den Urlaub geht, hat er immer etwas dabei.

Auch Carsten Jonas ist viel rumgekommen. Unter anderem war er im vergangenen Jahr zur totalen Sonnenfinsternis in den USA, dieses Jahr steht eine Mondfinsternis in Namibia im Terminkalender und nächstes Jahr geht es nach Chile oder Argentinien. Auch in Dänemark ist er gerne. Er fotografiert, möchte festhalten, was er sieht. Tausende Fotos sind auf diese Weise schon entstanden. Bei verschiedenen Treffen ist der Gettorfer ebenfalls dabei und hat festgestellt: „Man lernt bei jedem etwas dazu.“

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