Eck-Town-City : Viele Unfälle und ein neues Dach

Wie im richtigen Leben: Es brennt in einem Zelt, die Feuerwehr kommt zum Löschen, die Polizei sperrt das Gelände ab und ärgert sich über ein neugieriges Filmteam von der Presse.
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Wie im richtigen Leben: Es brennt in einem Zelt, die Feuerwehr kommt zum Löschen, die Polizei sperrt das Gelände ab und ärgert sich über ein neugieriges Filmteam von der Presse.

180 Kinder lernen in Eck-Town-City eine Woche lang, wie eine Stadt funktioniert. Heute wird in der Kinderstadt ein Bürgermeister gewählt.

shz.de von
25. August 2015, 06:20 Uhr

Eckernförde | Es ist wieder was los in der Kinderstadt Eck-Town-City auf dem Gelände des Schulzentrums in der Sauerstraße: ein Feuer in der Kreativwerkstatt, ein Verkehrsunfall zwischen Rad- und Rollerfahrern, und zu guter Letzt kippte noch ein Baum auf einen Jäger im Wald. Schon am ersten Tag des Ferienangebots des Lokalen Bündnisses für Familie und der Verkehrswacht Eckernförde hatten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst also genug zu tun.

180 Kinder lernen hier bei Spiel und Spaß, wie eine Stadt funktioniert. Jedes Kind muss sich bei der Agentur für Arbeit melden und einen Job übernehmen, wofür es auch in der stadteigenen Währung „Ecki“ bezahlt wird. Ob im Blumen- und Dekorationsladen, dem Supermarkt, im Rathaus, beim Tischler oder bei der Zeitung – die Stadt ist wie eine Apparatur, bei der die einzelnen Organisationen wie Zahnräder ineinander greifen.

Unter 30 Projekten können die insgesamt 180 Kinder in diesem Jahr auswählen. Sie werden von 80 Erwachsenen dabei angeleitet und betreut. Seit Anfang an ist der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag dabei, der rasende Reporter, Anzeigenberater und Zeitungsverkäufer für die täglich erscheinenden Ecktown City News beschäftigt. Gleich am ersten Tag ging es rund: Insgesamt sieben Kinder haben sich für das Amt des Bürgermeisters beworben, der heute gewählt wird. Und jeder konnte bei einem Interview mit den Reportern seine Wahlversprechen loswerden: Treuepunkte beim Supermarkt und mehr Lohn will zum Beispiel Pepe einführen, wenn er gewählt wird, Felix dagegen möchte die Selbstständigkeit fördern, während Liv verspricht, „alle eure Wünsche zu erfüllen“. Mit einer Prämie von 30 Eckis will Jette die Bewohner zum Heiraten bewegen, Flemming verspricht „weniger Papierkram“, Farell das Einrichten einer Lotterie, bei der jeder gewinnt, und Ilvy möchte Eck-Town-City „noch schöner machen“.

Gute Ansätze bei allen Kandidaten. Es wird also spannend, wer heute das Rennen machen wird. Derweil stellen sich bei Zimmermann Manfred Lilge erste Erfolge ein: Ein Spitzdach wird gebaut und mit Dachpfannen eingedeckt, heute Mittag ist Richtfest. Und der Famila-Supermarkt hat aus den vergangenen Jahren gelernt: Süßigkeiten sind im Vergleich zu Obst teurer. „Trotzdem sind wir die ganze Zeit dabei nachzufüllen“, sagt „Marktleiter“ Hans-Peter Steffens, der einen Ecki für Obst und vier Eckis für Schokoriegel festgelegt hat.

Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, die Stimmung ist gut – auch bei den Erwachsenen, die sich das ein oder andere Grinsen nicht verkneifen können. Da dauerte die Bearbeitung einer Vermisstenanzeige bei der Polizei etwas zu lange, so dass ein im Wald vermisster Junge schonmal selbst nachfragen musste, wann er denn gerettet wird. Und auch dann dauerte es noch etwas: Als der Suchtrupp schließlich fündig wurde, lag der Vermisste schlafend neben einem Gebüsch.

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