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Gerichte mit Geschichte : Viele Köche verderben hier nicht den Brei

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gerichte mit Geschichte mit dem Dehoga-Kreisverband im Regionalen Bildungszentrum in Kiel / Elf Restaurants servieren regionale Küche

Viele Köche verderben den Brei? Dass dem nicht so ist, bewiesen die Köche der Restaurants aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, die am Mittwochabend die rund 180 Gäste der Veranstaltung „Gerichte mit Geschichte“ mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnten. Zu der „Küchenparty“, die seit 2009 einmal jährlich stattfindet, hatte der Dehoga-Kreisverband Rendsburg-Eckernförde ins Regionale Bildungszentrum in Kiel geladen. Dort, in einer der vier Küchen, in denen sonst die Auszubildenden ihr Handwerk erlernen, konnten die Gäste den „alten Hasen“ über die Schulter schauen und nach Herzenslust probieren. Hintergrund der Veranstaltung ist es, regionale Produkte hervorzuheben und in die Gastronomie einzubringen, wie Peter Raub, Dehoga-Kreisvorsitzender, sagte.

Dass die Veranstaltung in diesem Jahr in Kiel stattfand, erklärte Raub damit, dass sich das RBZ, das mit über 5000 Schülern und rund 270 Lehrkräften die größte Schule des Landes ist, sich und die Kochausbildung vorstellen möchte. Schließlich lernen auch die Auszubildenden der teilnehmenden Betriebe dort ihr Handwerk. Thomas Hartmann, Abteilungsleiter Gastronomie am RBZ 1, wies zudem auf das gute Verhältnis der Schule zum Dehoga-Kreisverband hin, der, wie Axel Strehl, Präsident des Dehoga-Landesverbandes betonte, „ein sehr aktiver Kreisverband“ ist.

Rendsburg-Eckernfördes Kreispräsident Lutz Clefsen, der bislang keine der Veranstaltungen „Gerichte mit Geschichte“ verpasst hatte, lobte besonders die gute Zusammenarbeit der gastronomischen Betriebe innerhalb des Kreises. „Was wäre unser Heimatland ohne eine leistungsstarke Gastronomie? Ohne sie könnten wir den Tourismus vergessen“, so Clefsen weiter. Und dass sie leistungsstark sind, bewiesen die Köche im Anschluss an die Grußworte.

Von der Kürbiscremesuppe über Birnen, Bohnen und Speck, gebratener Lachsforelle auf roten, gelben und lila Vichy Karotten, Labskaus oder Gallowaybratwurst auf Ackerpille in Rahm mit Birnen-Kürbischutney bis hin zu Käse oder Kürbiskernparfait mit Beerengrütze als Dessert blieb wohl kein Wunsch offen, kein Geschmack unbefriedigt.

Die Besucher schoben sich teils dichtgedrängt von Station zu Station, schauten den Aktiven bei der Arbeit zu, bekamen von diesen Infos zu Gerichten, Zutaten sowie Besonderheiten und zogen sich anschließend mit vollen Tellern in einen Nebenraum zurück, wo man im Sitzen essen konnte, aßen an einem der Stehtische oder gleich stehend in der Küche, bevor die nächste Verkostung in Angriff genommen wurde. Rezepte und Geschichten zu den Gerichten oder auch zu einzelnen Zutaten gab´s auch ausgedruckt zum mitnehmen. So lernte man nicht nur etwas über die Geschichte der Karotte oder die des Labskaus; auch dass „Ackerpille“ keine Medizin ist, sondern den seit dem 16. Jahrhundert bekannten Weißkohl-Urtyp bezeichnet.

Die unterschiedlichsten Düfte, die einem beim Gang durch die Küche entgegenströmten, machten es schwer, den Verlockungen zu widerstehen. Hungrig wird mit Sicherheit keiner der Gäste nach Hause gefahren sein, nach diesem Essen in besonderer und außergewöhnlicher Atmosphäre.

Wie sagte doch schon Wilhelm Busch? „Es wird mit Recht ein guter Braten, gerechnet zu den guten Taten“. Am Mittwochabend im RBZ 1 gab es viele gute Taten und mit Sicherheit ausschließlich zufriedene Gäste. 

Teilnehmende Betriebe: Gasthof Victoria, Winnemark; Schlei-Liesel, Güby; Schützenhof, Groß-Wittensee, Bismarckstuben im Hotel Hansen, Rendsburg; Schützenheim am Kanal, Westerrönfeld; Zur Doppeleiche, Hohn; Zum Fuchsbau, Tetenhusen; Zur Linde, Alt-Duvenstedt; Stuberstübchen, Karlsminde/Waabs; Koseler Hof, Kosel und das Fischerhaus, Schubystrand.


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