Neue Försterin in Hütten : Viel zu viel Wild im Wald

Annika Valentin mit Dachsbracke Karla kümmert sich derzeit um den Verkauf des Eschenholzes. Fotos: Messerschmidt
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Annika Valentin mit Dachsbracke Karla kümmert sich derzeit um den Verkauf des Eschenholzes. Fotos: Messerschmidt

Hüttens neue Försterin Annika Valentin fühlt sich an ihrem neuen Arbeitsplatz wohl.

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10. August 2018, 06:15 Uhr

Hütten | Etwas mehr als 100 Tagen sind vergangen, seitdem Annika Valentin die Försterei in Hütten (Kreis Rendsburg-Eckernförde) von ihrem Vorgänger Thomas Kahn übernommen hat. Am 1. Mai, Kahns 63. Geburtstag, wurde ihr offiziell der Schlüssel überreicht. Doch bevor die 33-Jährige mit ihrem Lebenspartner Simon Russell das neue Zuhause beziehen konnte, wurde das Gebäude umfangreich renoviert.

In der Zwischenzeit fuhr sie jeden morgen von Bad Segeberg zu ihrer neuen Dienststelle, einige Zeit konnte sie in einer Ferienwohnung in Sehestedt überbrücken. Am 15. Juni konnte dann der Möbelwagen bepackt und die Försterei bezogen werden. Schon in den Wochen vor ihrem Dienstantritt begleitete sie Förster Thomas Kahn regelmäßig, um das rund 1200 Hektar große Revier kennen zu lernen. Doch so ganz neu war der Wald nicht für Annika Valentin. Viele Jahr war sie in der Waldjugend aktiv, war Gruppenleiterin und bei den Jugendwaldlagern, das derzeit auch wieder vor Ort ist, dabei.

Annika Valentin machte ihren Bachelor in Forstwirtschaft und den Master in Forstwissenschaft. Zwei Jahre arbeitete sie anschließend bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) als Trainee und in der Finanzabteilung. Ihr Freund ist zugleich Kollege und in der technischen Produktion in Neumünster tätig.

In den letzten Wochen stand der Holzeinschlag im Mittelpunkt. Das durch ein aus Ostasien eingeschleppten Pilz verursachte Eschensterben ist auch in Hütten ein großes Thema. Viele Bäume wurden schon im Winter gefällt. Etwa 2000 Festmeter werden derzeit vorbereitet, in den nächsten Tagen werden die Holzkäufer erwartet. Auch die Privatkunden, die sich das Kronholz für den Eigenbedarf sichern wollen, werden im Herbst erwartet. „Die Trockenheit der letzten Wochen spielt uns jetzt in die Karten“, sagt Annika Valentin. Die Böden sind trocken und damit weniger anfällig für Schäden, wenn die Maschinen auf dem Waldboden fahren. Als Konsequenz sind kleine lichtere Waldpartien entstanden. Junge Baumgenerationen, wie Buchen und Eichen, hätten es allerdings schwer, nachzukommen, sagt sie. Denn die Reh- und Damwildpopulation in Hütten sei sehr stark. Junge Triebe würden schnell abgefressen werden. Daher werde sie im Herbst eine intensivere Bejagung organisieren, um den Wildbestand zu dezimieren. Die ersten Hochsitze werden bereits aufgestellt.

Aktuell kümmert sich Valentin um die Jugendlichen im Wald. Rund 40 Mädchen und Jungen sind es in diesem Jahr, die an dem Jugendwaldlager teilnehmen und bei Forsteinsätzen mitanpacken. Die Jugendwaldspiele der Grundschulen fallen in diesem Jahr aus, 2019 soll es sie aber wieder geben.

Die Zusammenarbeit mit ihren neuen Kollegen, den Betriebswirten und den regionalen Unternehmen sei sehr gut, betont die neue Försterin. Die Gemeinde Hütten hätte kurz nach ihren Dienstantritt einen großen Kranz überreicht. Mit einem 3-köpfigen Begrüßungskomitee wurde sie willkommen geheißen. Auch zu Thomas Kahn hat sie noch regelmäßig Kontakt, man telefoniere viel, schließlich leitete er 34 Jahre die Försterei, sein Wissen über das Revier und seine Besonderheiten helfe ihr viel.

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