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Gleichstellung : Viel passiert, aber noch nicht genug

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Birgit von Troilo ist neue Gleichstellungsbeauftragte für die Mitarbeiter und Bürger des Amtes Dänischer Wohld / In vielen Belangen sind Frauen noch benachteiligt

von
erstellt am 16.Jan.2014 | 06:11 Uhr

Das Amt Dänischer Wohld hat eine neue Gleichstellungsbeauftragte: Birgit von Troilo hat mit Beginn des neuen Jahres die Nachfolge von Petra Hlavka angetreten. Die Kielerin bringt einen großen Erfahrungsschatz mit und hat sich bereits einige Themen auf die Agenda gesetzt.

Wie Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen sind, wird einer ihrer Schwerpunkte sein. Das kennt sie nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigener Erfahrung. Nach ihrem Studium der interkulturellen Pädagogik in Oldenburg/Niedersachsen, das sie unter anderem mit ausländischen Inhaftierten der Untersuchungshaft zusammenführte und ihr Interesse an der Auseinandersetzung mit Randgruppen weckte, arbeitete sie im berufsvorbereitenden Bildungsprogramm des Jugendaufbauwerks in Plön. Sie war dort stellvertretende Leiterin, als sie in eine IT-Firma wechselte, die Software für die Erwachsenenbildung entwickelte. Nach der Geburt ihrer Kinder (fünf und sieben Jahre alt) war sie dort in Teilzeit tätig. Sie machte eine Weiterbildung in Mediation. „Es interessiert mich, wie Missverständnisse entstehen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte, die sich vorstellen kann, noch tiefer in das Thema einzusteigen.

Ein weiteres Augenmerk der 40-Jährigen gilt der ehrenamtlichen Arbeit und den Senioren. Sie möchte Kontakt herstellen zu den Pflegeheimen in und um Gettorf und erheben, wo Bedarf für ehrenamtliche Unterstützung besteht und in welchem Umfang. Auch möchte sie die Vereinbarkeit des Berufs mit der Pflege von Angehörigen aufgreifen. Wer heute spät Kinder bekomme, für den sei die Phase bis zur Pflege der Eltern nicht sehr groß, gibt von Troilo zu bedenken.

Schulen und Kindergärten hat von Troilo ebenfalls im Blick: Gern würde sie dort ihre Erfahrungen in der Berufsorientierung und -förderung anbringen. Zudem interessiert sie, wie sich die jungen Frauen und Männer ihre Lebensplanung vorstellen, welche Werte ihnen vermittelt wurden. Für die Frauen habe sich in der Vergangenheit viel getan, wenn auch nicht genug, meint von Troilo. So hätten sie zwar die Chance auf Gleichstellung im Beruf, wobei es in vielen Bereichen noch keine Gleichheit in der Bezahlung gebe, doch bleibe die Fürsorge und Organisation – die sogenannten Care-Aufgabe – daheim oftmals bei ihnen allein. „Das muss aufgeteilt werden“, sagt von Troilo. Mit dem Anrecht auf einen Krippenplatz sei ein Riesenvorstoß gemacht worden, doch das gesellschaftliche Umdenken in der Aufteilung dessen, was zuhause noch zu erledigen ist, sei noch erforderlich, stellt von Troilo fest. Die Scheu, dass Männer nach Teilzeitmodellen fragen, müsse überwunden werden – „dann nähern wir uns der Chancengleichheit“.

In ihrer Freizeit steht für sie das Kinderprogramm an erster Stelle. Darüber hinaus tut sie gern etwas für ihre Fitness, geht am Meer spazieren und pflegt Freundschaften.

Wer Fragen zur Gleichstellung im beruflichen wie im sozialen Bereich hat, kann sich an Birgit von Troilo zu den Sprechzeiten im Amt, dienstags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr, wenden. Telefonisch ist sie unter Tel. 04346/91 230 zu erreichen.

 

 

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