700 Jahre Kirche Sehestedt : Viel Leben im alten Gotteshaus

Feierlich: Bischof Gothard Magaard und die stellvertretende Pröpstin Kirsten Erichsen beim Auszug aus der Kirchen nach dem Festgottesdienst. Fotos: Becker
1 von 2
Feierlich: Bischof Gothard Magaard und die stellvertretende Pröpstin Kirsten Erichsen beim Auszug aus der Kirchen nach dem Festgottesdienst. Fotos: Becker

Eine große Jubiläumsfeier fand am Sonntag anlässlich des 700-jährigen Bestehens der Kirche Sehestedt statt.

Avatar_shz von
25. August 2019, 18:06 Uhr

Sehestedt | Die Sonne strahlte vom Himmel, die Kirche war gut gefüllt und sogar der Bischof war gekommen - am Sonntag wurde in der Sehestedter St.-Peter-und-Paul-Kirche ein großes Jubiläum gefeiert.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Kirche im Jahr 1319. Das ursprüngliche Gotteshaus, den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, war ein schlichter Feldsteinbau im romanischen Stil. Aufgrund der Bauart ging man davon aus, dass sie aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt. Sie ist somit älter als die Maria-Magdalenen-Kirche in Bovenau, die um 1240 erbaut wurde. Die Sehestedter Kirchengemeinde geht von einem geschätzten Baujahr 1219 aus und feierte aus diesem Anlass gestern das 700-jährige Bestehen der Kirche mit einem Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest am Pastorat.

Bischof Gothard Magaard, der die Predigt hielt, betonte im Gespräch mit der Landeszeitung die gute Zusammenarbeit zwischen der kirchlichen und der politischen Gemeinde. Dieses einvernehmliche Miteinander sprach auch Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann in seinem Grußwort nach dem Gottesdienst an. Der Bischof hob die Lage der Kirche direkt am Nord-Ostsee-Kanal und das Ensemble mit Friedhof und Pastorat hervor. „Das dürfte einmalig sein“, meinte er. Maagard zeigte sich erfreut darüber, dass beim Gemeindefest „viel Leben herrscht.“ Besonders angetan war er davon, dass die Pfadfindergruppe der Kirchengemeinde sich präsentierte. „Ich war früher auch einige Jahre bei den Pfadfindern“, berichtete er.

Die „Wohld-Pfadfinder Sehestedt“ wurden im März 2017 auf Initiative des ehemaligen Pastors Jens-Olaf Grothjan gegründet. Zurzeit hat die Gruppe 18 Mitglieder ab der 2. Schulklasse. „Immer donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr haben wir am Gemeindehaus unsere Gruppenstunden“, berichtete die Leiterin Isabel Sonnenschein. „Wir machen Geländespiele im Wald, lernen, wie man ein Zelt aufbaut oder Feuer macht.“ Beim Gemeindefest hatten die Pfadfinder mehrere Feuerstellen aufgebaut, an denen Kinder Stockbrot oder Pfannkuchen in Pfannen an langen Holzschindeln backen konnten.

Beim Kirchlichen Frauenkreis konnten die Besucher gegen eine Spende „ein Stück Kirche“ erstehen. Die Frauen boten mit kirchlichen Motiven bemalte Holzschinden an, die vom Dach des Kirchturms stammen. „Sie wurden vor 40 Jahren ausgetauscht und eingelagert“, erzählte Alexandra Koop. Den Erlös aus den Dachschindeln will der Frauenkreis zusammen mit dem Geld aus dem jährlichen Weihnachtsbasar für einen guten Zweck spenden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen