zur Navigation springen

Realer Irrsinn in Eckernförde : Viel Lärm um ein Paar Bundeswehr-Socken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Peter Bruckmüller muss nach 27 Jahren bei der Bundeswehr eine Verlustmeldung für ein Paar Socken schreiben. Ihr Wert: 1,77 Euro.

Eckernförde | Dies ist die Geschichte von Peter Bruckmüller und einem Paar Rosshaarsocken. Peter Bruckmüller war als Wehrtechnikexperte bei der Marine tätig und insgesamt mehr als 40 Jahre bei der Bundeswehr. Als er einige Zeit vor seinem Renteneintritt stand, musste er noch einmal bei der Servicestation der Bundeswehr in Eckernförde vorstellig werden. Was er dort erlebte, griff das Satiremagazin „extra 3“ vom NDR auf und veröffentlichte den Fall zusammen mit vielen Skurrilitäten aus ganz Deutschland auch in dem Buch „Extra 3. Deutschland – der reale Irrsinn ist überall“, das jetzt im Buchhandel erhältlich ist.

Demnach war Peter Bruckmüller bei der Servicestation, um seine „Kälte- und Wärmeschutzkleidung“, die er einst von seinem Arbeitgeber erhalten hat, abzugeben. Stiefel, Hose, Parka – alles war da. Einzig ein Paar Rosshaarsocken fehlte. Das hatte Bruckmüller vor 27 Jahren ausgeliehen – so stand es auf seiner Ausleihkarte. „Es wurde mir nahegelegt, dass ich eine Verlustmeldung schreibe.“

Das tat Peter Bruckmüller. Unter der Schadennummer 18/16 wurde der Vorgang registriert. Der Beschaffungspreis für die Socken betrug demnach 3,53 Euro. Abzüglich 50 Prozent Wertminderung in Höhe von 1,76 Euro beträgt die Schadenssumme 1,77 Euro. „Nach den Schadensbestimmungen (VMBI/ Erlass-2013-44) handelt es sich hier um einen Kleinschaden unter 5 Euro“, heißt es in der Meldung. „Aus diesem Grund wird der Schaden nicht weiter verfolgt.“

Peter Bruckmüller: „Ich habe nur gestaunt, dass so viel Aufwand getrieben wird für so wenig Geld. Wieso wurde das überhaupt noch weiter verfolgt und nicht gleich von vornherein aus Nichtigkeitsgründen gestrichen?“ Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Preis der Socken. Das Schärfste: „Unterwäsche oder Leibwäsche wird vernichtet, weil es nicht mehr zumutbar ist, dass ein anderer Mensch sie noch weiter trägt“, so Bruckmüller. „Es geht nur darum, dass der Bestand stimmt. Die Rosshaarsocken müssen da sein, um danach vernichtet werden zu können.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen