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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 02:25 Uhr

Handwerk : Viel Kunst in und um „Auguste“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

30 Aussteller beim des Vereins Kunst und Kultur Hüttener Berge am Wochenende in Groß Wittensee

Gross Wittensee | Was sind Traummesser? Frank Jürgens weiß die Antwort: „Das sind Messer, die man in der Hand hat, und sagt: ‚Das ist meins.’ Es muss passen.“ Zusammen mit Claudia Löbnau stellte er seine Traummesser und Schmuck am Wochenende als einer von 30 Ausstellern beim Kunstmarkt des Vereins Kunst und Kultur Hüttener Berge in der Mühle „Auguste“ in Groß Wittensee aus. Bei Sonnenschein und blauem Himmel präsentierten die Aussteller den zahlreichen Besuchern in und vor der Mühle ihre Werke.

Für Frank Jürgens und Claudia Löbnau war es das erste Mal, dass sie beim Markt in Groß Wittensee dabei waren. Der erste Eindruck war positiv: „Die Aussteller untereinander passen sehr schön zusammen, es kommen sehr viele interessierte Besucher“, meinte Frank Jürgens. Seine Messer seien rein auf Benutzung ausgelegt. „Sie sollen gut aussehen, aber man soll sie auch gebrauchen können“, sagte Jürgens. „Ein Messer, das ich mir an die Wand hänge, weil es schön ist, bringt mir nichts.“ Und er hatte viele verschiedene Exemplare im Gepäck: Das Angebot in Groß Wittensee reichte unter anderem von Küchenmessern über Jagdmesser und Bowiemessern hin zu Taschenmessern.

Bei der Auswahl der Künstler sei es wichtig, dass sie Arbeiten selbst gemacht und kunsthandwerklich anspruchsvoll seien, sagte Telse Polenski, Vorsitzende des Vereins Kunst und Kultur Hüttener Berge. „Es sollte ausgewogen sein und von allem ein bisschen.“ So sollten zum Beispiel nicht 20 Weberinnen auf dem Markt vertreten sein. Die Mischung am Wochenende war bunt, zu finden waren unter anderem Malerei, Schmuck, Skulpturen und Taschen.

Zwar hätten Mitglieder Vorrang, aber auch einige Externe seien dabei. Ein Großteil der Aussteller komme aus der Region. Am Sonnabend präsentierte dazu Ralf Himmel Melodien auf dem Saxofon, und am Sonntag spielte Stefan Dettmers einige Stücke auf seinem Akkordeon.

Zum sechsten Mal lud der Verein Kunst und Kultur Hüttener Berge zum Kunstmarkt in und an der Mühle „Auguste“, davor fand der Markt auch schon im Redderhus und in Haby statt. In Groß Wittensee könne man drinnen und draußen ausstellen, es sei ein prägnanter Punkt im Ort und das Ambiente ist schön, nannte Telse Polenski, Vorteile des Veranstaltungsortes.

Die Vorsitzende hatte selbst auch einen Stand auf dem Kunstmarkt und hatte, wie sie selbst sagte, „frischgebackene Geschichten“ und Malereien dabei. Da war zum Beispiel die Geschichte vom Tingeltangel, in der der Leser erfährt, was die Socken treiben, wenn man nicht zu Hause ist. Aber auch Geschichten von Walter Wurm und Maus Mi gab es.

Seit etwa elf Jahren schreibt Telse Polenski Märchen. „Früher hieß es immer: ‚Mama, erzähl’ mal’“, berichtete sie. Da hat ihre Tochter das Personal erstellt, und sie musste sich etwas einfallen lassen. Derzeit schreibt sie über ein Eichhörnchen in London. „Ich muss das ziemlich schnell runterschreiben“, sagte Telse Polenski. Etwa zwei Stunden brauche sie dafür. Dann noch überarbeiten. Auch die Illustrationen fertigt sie selbst an. Inzwischen arbeitet sie viel am Tablet. Der Vorteil sei, dass man es weiterbearbeiten könne.

Gemalte Bilder sind Selma Goebel oft zu glatt. Sie braucht Struktur auf der Oberfläche. „Strömung, Wind und Wasser muss man normalerweise liegen lassen, und es vergeht“, erklärte Selma Goebel, die viel mit Naturmaterialien arbeitet. Sie vermischt Sand mit Acrylbinder und lässt ihn fließen oder gießt ihn in Schalen, die sie Erdkruste nennt, weil sie darin ein kleines Abbild eben dieser sieht: Im Vergleich zum Volumen ganz schmal und zerbrechlich und darin ist das feurig-flüssige Magma.

Selma Goebel war zum ersten Mal beim Kunstmarkt in Groß Wittensee dabei – und ihr gefiel es: Die Mischung aus „drinnen und draußen“ sei gut, und es alles sei sehr hochwertig.

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