zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. November 2017 | 07:58 Uhr

Lange Nacht : Viel Kunst in einer langen Nacht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Galerien und Ateliers haben bei der zweiten „Langen Nacht im November“ bis Mitternacht ihre Türen geöffnet.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 05:56 Uhr

Eckernförde | Das kulturelle Leben in Eckernförde erfährt durch die „Langen Nächte“ im November eine Bereicherung, die einen Vergleich mit dem Kulturangebot einer Großstadt nicht scheuen muss. Die Nacht zum Sonntag stand im Zeichen der Kunst, und so öffneten die Künstler der Stadt bei freiem Eintritt die Türen zu ihren Ateliers und Galerien für die Begegnung mit vielen interessierten Gästen.

Den Rundgang durch eine Nacht voller Kunst konnte der Besucher auf Carlshöhe starten, wo die Künstler in ihren Ateliers mit einer Vielfalt an Kreativität aufwarteten. In der Galerie hatten sich acht Künstlerinnen zu einer Ausstellung verabredet und vereinten Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst und Malerei.

In den gut besuchten Atelierräumen auf Carlshöhe konnten die Besucher an Workshops wie dem „drop painting“ bei Anna Brunner-Mocka teilnehmen oder einfach nur staunen, was sich hinter so mancher bisher unbeachteten Ateliertür verbirgt. Positiv überrascht äußerten sich Lolita und Jürgen Glowik aus Eckernförde: „Wir sind erst vor kurzem aus Hamburg hierher gezogen und sind von der Organisation dieser Kunstnacht beeindruckt.“ Und es gab noch mehr zu sehen – ob die faszinierenden Lederarbeiten von Michael Ehlers, die schwungvolle Pinselführung von Uta Masch oder die mit Vergoldung und Oxidation gearbeiteten Bildobjekte von Renate Golde.

Aber auch in der Innenstadt wurden die Ateliers erkundet. In der „Galerie 66“ widmet sich derzeit eine Ausstellung dem gebürtigen Eckernförder Holger Späth, der so manchen Besuch in der ehemaligen Kneipe „Frau Clara“ zeichnerisch festgehalten hatte. Späth verstarb im Januar dieses Jahres. Seine künstlerischen Freunde und Mitstreiter Professor Peter Jochimsen und Falko Windhaus erinnerten sich: „Wenn wir zusammen gearbeitet haben, hat er uns bei Laune gehalten, und das tut er bis heute.“ Einige der Bilder von Holger Späth zeigen Porträts seines Freundes Windhaus. Späth arbeitete nicht nur mit dem Pinsel, sondern hinterließ auch Texte, die am kommenden Sonnabend, in der „Langen Nacht der Literatur“, in der Galerie 66 vorgetragen werden.

Der Kunstrundgang führte weiter zur Bürgerbegegnungsstätte, wo sich die Mitglieder des Kunst- und Kulturvereins Eckernförde einer besonderen Herausforderung gestellt hatten. Ingrid Schmuck und Marion Bartels erläuterten ihre Arbeiten: „Wir zeigen, wie Kunst aus Tapetenresten, Geschenkpapier und Servietten entstehen kann.“

Für die Ausstellung „Antlitz des Paradieses“ hatten sich das Künstlerhaus in der Ottestraße und die Galerie Nemo zusammengefunden und präsentierten mit Videos und Multimedia-Installationen sowie mittelalterlichen Buchoriginalen und Kupferstichen die Idee der beiden iranischen Künstler Sana Ghobbeh und Sina Seifee. Norbert Weber von der Galerie Nemo: „Grundlage der Ausstellung sind die Bücher und Arbeiten von Adam Olearius, dem ehemaligen Hofbibliothekar und Gelehrten am Hof des schleswig-holsteinischen Herzogs Friedrich III.“ Olearius, der auf Geheiß von Friedrich III in Persien weilte, hatte sich mit der Übersetzung des persischen Dichters Sa’adi einen Namen gemacht und dort damit einen bis heute andauernden hohen Bekanntheitsgrad erzielt. „Unter diesem Eindruck haben die beiden Künstler die Beziehung zwischen den Kulturen Persiens und Deutschlands in der Ausstellung reflektiert,“ erläuterte Weber.

Einen besonderen Höhepunkt bot die Fotomenta in der Sehestedter Straße: Die Arbeiten von Wlodek Brühl zeigen außergewöhnliche Momentaufnahmen vom Aufeinandertreffen von Wassertropfen. Auf Nachfrage bot er an, einen Workshop zu organisieren, bei Interesse kann über www.wlodek-bruehl.de Kontakt aufgenommen werden.



Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen