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Tierpark Gettorf : Viel gelernt vom Leuchtturmprojekt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hamburger Investor zieht nach fünf Jahren Bilanz zum Verrückten Haus in Gettorf / Weitere Vorhaben in Deutschland geplant

Mit dem Verrückten Haus brachte der Hamburger Investor Dirk Oster vor fünf Jahren eine Attraktion an die Eckernförder Bucht und legte damit den Grundstein für ein Familienunternehmen mit seinen drei Söhnen: Zwei weitere Male hat er das ausgefallene Einfamilienhaus, das nicht nur auf dem Kopf steht, sondern außerdem um sieben Grad geneigt ist und Besuchern eine völlig neue Sicht auf die Dinge des Alltags gibt, noch in Norddeutschland realisiert. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

Unvergessen sind vielen Menschen die Bilder von der Anlieferung des Neubaus im Tierpark an der Süderstraße, wo er mit Hilfe eines Krans gedreht und in seine heutige Position gebracht wurde. Die Baugesellschaft Gebrüder Schütt aus Landscheide/Fleethsee im Kreis Steinburg hatte Oster gewinnen können, um die Idee, die er aus einem Urlaub in der Kaschubischen Schweiz in der Nähe von Danzig mitgebracht hatte, zu realisieren. Die Kosten von insgesamt 274 000 Euro wurden über die Aktiv-Region mit EU-Geldern in Höhe von 80 500 Euro bezuschusst – das Verrückte Haus sollte eines der ersten Leuchtturmprojekte Schleswig-Holsteins werden. Über die Besucherzahlen schweigt der Hamburger, verrät nur so viel: „Das erste Jahr war gut. Dann hat sich die Resonanz auf einem erheblich niedrigeren Niveau eingependelt.“ Bereut hat er die Investition in Gettorf jedoch nicht: „Wir haben viel dabei gelernt.“

So folgte für die zweite Auflage der verkehrten Welt, die Oster mit seinen Söhnen in direkter Nachbarschaft zum Snowdome und zur Schumacher-Kartbahn in Bispingen bauen ließ. Das dritte Haus dieser Art – alle gebaut und aufgestellt von der Firma Schütt – ist in Leipzig nahe einem großen Einkaufszentrum zu finden. Flaggschiff sei das Haus in Bispingen geworden. Oster: „Die Lüneburger Heide ist ein gefragtes Urlaubsziel.“ Über einen vierten Standort werde zurzeit verhandelt, und auch für seine Heimatstadt hat Oster eine Idee, über die er jedoch noch den Mantel des Schweigens hüllt.

In Gettorf hat sich der Saisonstart in diesem Jahr verzögert. Die schweren Stürme im Herbst hatten nicht nur an den Gehegen des Tierparks Schäden angerichtet, sondern auch am Verrückten Haus. Ein großer Baum habe die obere Kante erwischt und die Technik im Eingangsbereich zerstört, sodass ein neues Drehkreuz erforderlich wurde, berichtet Oster. Er nutzte die Gelegenheit und ließ dem Haus einen neuen Anstrich in Schwedenrot verleihen. Außerdem thront nun eine beeindruckende Spiderman-Figur an der Eingangsseite, und auch ein Wachhund hat einen festen Platz auf der Terrasse der verkehrten Welt gefunden.

Die meisten Gäste ließen sich ohne Probleme auf das Erlebnis ein, weiß Oster. „Es passiert selten, dass Leute, die noch nicht ganz drin sind, wieder kehrt machen.“ Den Grund dafür kennt Professor Dr. Bernd Lingelbach vom Institut für Augenoptik Aalen: Der Körper erhält auch durch die Schwerkraft Informationen zur Lage im Raum, die bei der Verarbeitung der visuellen Information berücksichtigt werden. Der Körper versucht zwar, sich stark nach den vertikalen Linien im Raum auszurichten, spürt allerdings auch die Schräge durch die Fußstellung und das Gleichgewichtsorgan im Ohr.

Das Verrückte Haus im Tierpark Gettorf ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet – letzter Einlass ist um 17 Uhr.



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erstellt am 05.Sep.2014 | 06:29 Uhr

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