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Rettungsschwimmer in SH : Video: Ob Wespenstich oder Herzinfarkt – die DLRG hilft

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wo andere Urlaub machen, beginnt für sie die Arbeit: Die freiwilligen Helfer der DLRG kümmern sich um die kleinen und großen Nöte der Badegäste.

shz.de von
erstellt am 05.08.2015 | 18:45 Uhr

Im vergangenen Sommer starben in Deutschlands Gewässern 392 Menschen, 34 davon in Nord- und Ostsee. Dank des mutigen Einsatzes der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren es nicht noch mehr. Insgesamt 2600 Rettungskräfte der DLRG sind in diesem Jahr an Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins zum Schutz der Badegäste im Einsatz.

Auch die Badesaison in Eckernförde sichert ein Team von regulär 18 DLRG-Mitgliedern in der Hauptsaison und sechs bis sieben in der Nebensaison, erklärt Wachleiter Daniel Heuser: „Das ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Leuten aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, dem Saarland und Niedersachsen. Im Schnitt ist jeder etwa zwei bis drei Wochen im Jahr im Einsatz.“ Insgesamt helfen hier rund 100 Freiwillige über die Saison verteilt.

Seit etwa 90 Jahren ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Schleswig-Holstein aktiv und sorgt seither nicht nur für sichere Strände und Gewässer, sondern bildet auch den Rettungsnachwuchs aus. Das Land unterstützt den Landesverband unter anderem für die Jugendverbandsarbeit mit 45.000 Euro pro Jahr und zusätzlichen 20.500 Euro für die Schwimmausbildungen und Schulungen. Mitgliedsbeiträge und Spenden müssen alle weiteren Kosten decken. Mit 1,3 Millionen Mitgliedern und Förderern ist die DLRG die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt.

Die Arbeit der DLRG ist ein reines Ehrenamt. Die Rettungskräfte vor Ort investieren ihre Freizeit, teilweise sogar ihren gesamten Jahresurlaub für die bundesweiten Einsätze. Lediglich die Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung übernimmt die DLRG. Doch die Arbeit ist alles andere als ein Urlaub, macht Ortsvorsitzender Björn Fischer deutlich. „Die Leute arbeiten hier ihre 14 Tage von neun bis 18 Uhr durch. Und es gibt keinen freien Tag.“ Neben der Arbeit auf einem der drei Wachtürme oder in der Hauptwache oder im Erste-Hilfe-Dienst können die DLRG-Mitglieder aber zusätzlich weitere Kompetenzen erwerben, etwa im Bereich Funk oder auch als Bootsführer.

Bei Übungen bereiten sich die Retter für den Ernstfall vor.
Bei Übungen bereiten sich die Retter für den Ernstfall vor. Foto: Lange
 

Der Mitgliedsbeitrag bei der DLRG beträgt jährlich 40 Euro. Mit einem zusätzlichen Quartalsbeitrag können Mitglieder zudem an Schulungen und Schwimmtrainings teilnehmen. Die Qualifikation zum Rettungsschwimmer ist ab 16 Jahren möglich, der Wasserretter ist der nächste mögliche Ausbildungsschritt. „Das ist ein Gesamtpaket, das beispielsweise Sanitäts- und Schnorchelausbildung, Revierkunde und die Arbeit mit speziellen Rettungsgeräten enthält“, erklärt Fischer. Auch die Ausbildung zum Einsatztaucher sei möglich.

Durchschnittlich 300 Erste-Hilfe-Leistungen verzeichnet die DLRG jedes Jahr in Eckernförde. Zum alltäglichen Versorgungsprogramm der Strandwache gehören Kreislaufprobleme, Schnittverletzungen, Herzinfarkte und auch Vergiftungen durch Nesseltiere. Letztere seien insbesondere im vergangenen Sommer häufig aufgetreten, erinnert sich Björn Fischer: „Der letzte Sommer war ja sehr lang. Wir hatten fast 600 Erste-Hilfe-Leistungen, 200 davon waren Vergiftungen durch Nesselquallen.“ Im Regelfall helfe es, die betroffene Stelle mit Rasierschaum einzureiben.

Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen beschreibt das Ehrenamt der DLRG als essenziell: „Es ist ein Ehrenamt, aber äußerst professionell. Den Wert dieser Arbeit und welche Kompetenz dahinter steckt, kann man gar nicht beziffern.“ Trotzdem müsse auch das Gesamtpaket stimmen, so dass die Ehrenamtler gern jedes Jahr wieder nach Eckernförde kommen. „Dazu gehört auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Und in Eckernförde klappt das wirklich sehr gut.“

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