MS Albatros in Eckernförde : Video: Eine Kreuzfahrt-Premiere nach Maß

Prächtiger Anblick: das Kreuzfahrtschiff MS Albatros – 205 Meter lang, 7,55 Meter Tiefgang –lag vor dem Hafen auf Reede.
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Prächtiger Anblick: das Kreuzfahrtschiff MS Albatros – 205 Meter lang, 7,55 Meter Tiefgang –lag vor dem Hafen auf Reede. Fotos: Kühl

Viele der 803 Passagiere des Kreuzfahrtschiffes MS Albatros haben gestern die Gelegenheit zum Landgang im neuen Kreuzfahrthafen Eckernförde genutzt. Die Kreuzfahrer wurden herzlich empfangen.

shz.de von
21. Juli 2015, 06:56 Uhr

Eckernförde | „Wir heißen so wie das Autokennzeichen von Eckernförde – Eck.“ Sicher ein Zufall, aber einer, der irgendwie passte zu diesem besonderen Tag. Heike und Wolf-Dieter Eck aus Zella-Mehlis in Thüringen waren gestern die ersten Kreuzfahrttouristen, die Eckernförder Boden betraten. Erwartungsfroh lauschten sie den Seemannsliedern und Shantys des Shanty Club Schleswig mit immerhin drei Importen aus Eckernförde, und wollten dann die Stadt erkunden und dabei vielleicht auch auf die Dienste der Stadtführer zurückgreifen, die sich im Binnenhafen zur Verfügung hielten und schnell grüppchenweise über die Holzbrücke Richtung Alt- und Innenstadt entschwanden. Die Ecks waren die ersten, denen viele weitere Mitreisende von Bord des Kreuzfahrtschiffes MS Albatros folgten. Unablässig pendelten die Tenderboote zwischen dem vor dem Hafen auf Reede liegenden Ozeanliner und dem Museumssteg im Binnenhafen, an dem die Passagiere ihren Landgang durch Eckernförde starteten. Am Ende dürften 600 bis 700 der 803 geboardeten Passagiere bei idealem Ausflugswetter Eckernförder Boden betreten haben.

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Seit gestern ist Eckernförde Bestandteil der Kreuzfahrtkarten und damit in den Fokus der Reedereien geraten. Eigentlich sollte die Albatros vor Heiligenhafen auf Reede gehen, die Phoenix-Reederei wollte ihren Passagieren aber die lange Tenderstrecke von 40 Minuten hin und 40 Minuten zurück ersparen und war auf der kurzfristigen Suche nach einer Alternative auf Eckernförde gestoßen. Dort ist die Wassertiefe unmittelbar vor dem Hafen zwischen 14 und 20 Meter tief, so dass das Kreuzfahrtschiff sehr zur Freude der vielen Schaulustigen ganz dicht an den Hafen heranfahren und damit die Tenderstrecke auf etwa zehn Minuten verkürzen konnte – ein nicht unerheblicher Vorteil für das Ostseebad – auch für die künftigen Routenplanungen der Reedereien. Jan Henze, Manager Cruise Planning beim maritimen Dienstleister Sartori & Berger aus Kiel war gestern von der Kreuzfahrtpremiere in Eckernförde jedenfalls ziemlich angetan und dürfte seine Eindrücke an die Reedereien mit Empfehlung weitergeben.

Die Eckernförder haben sich gestern alle Mühe gegeben, um die Kreuzfahrer, die Sonntag in Bremerhaven auf eine zweiwöchige Ostseerundreise nach Skandinavien, ins Baltikum und nach Russland gestartet sind, gebührend zu empfangen. Vier Traditionssegler hatten extra ihren Liegeplatz am Museumssteg geräumt, der Hafenbetreiber Stadtwerke hatte auf der Pier zusammen mit der Behörde für Hafenanlagensicherheit einen Check-In nach ISPS-Standard (Internationale Ship and Port Security) eingerichtet, an Land hatten sich zur Begrüßung neben dem Shanty-Chor auch die Stadtführer, die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH und Taxifahrer eingefunden. Die Holzbrücke wurde für die Durchfahrt der Tenderboote hochgezogen, rund um den Hafen war die Ankunft der Albatros und das Ausschiffen der Gäste das Top-Ereignis, das von vielen Schaulustigen verfolgt wurde.

Die Passagiere dürften sich gut aufgehoben gefühlt haben. Die Laune der ankommenden Gäste, die überwiegend aus Deutschland stammen, war bestens. Aus der Nähe von Berlin, genauer aus Hohen Neuendorf, kamen die Ehepaare Siegmar und Hiltrud Lemke sowie Helga und Ulrich Hoffmann. Letztere haben Verwandte in Schleswig und waren schon einmal an Eckernförde vorbeigefahren. Ein Fehler, wie sich bei dem gestrigen Besuch herausstellte. Barbara Müller aus Solingen und Ove Bang aus Oslo hatten ebenfalls ihre Freude am Empfang und schlossen sich Stadtführerin Christel Fries, die sie in die Bonbonkocherei, die Clara-Hof-Destillerie, ins OIC und in die belebte Alt- und Innenstadt mit ihren vielen Einkaufsmöglichkeiten führte. Auch die Bimmelbahn war voll besetzt. Das alles dürfte die Gäste, die sich vielleicht schon beim Zwischenstopp in Heiligenhafen auf das berühmte Niederegger-Marzipan in Lübeck gefreut hatten, mehr als entschädigt haben.

Ab 16 Uhr setzte dann die Rückreisewelle ein. Die Passagiere – viele von ihnen mit Einkaufstüten und Mitbringsel in den Rucksäcken –, kehrten mit vielen neuen Eindrücke und „sehr zufrieden“, wie Touristikchef Stefan Borgmann nach einer Umfrage sagte, zurück an Bord der MS Albatros. Über Kopenhagen, Klaipeda, Riga, Tallinn und St. Petersburg geht es dann nach Helsinki, Stockholm und schließlich Bornholm.

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