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Neues U-Boot : Video aus Eckernförde: Marine stellt U35 in Dienst

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Das Unterseeboot der Klasse 212A ist ab sofort in Eckernförde stationiert. Es gilt als das modernste nicht-nukleare U-Boot der Welt.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2015 | 06:37 Uhr

Eckernförde | Es dauerte nur wenige Sekunden bis die deutsche Flagge am neuen Stolz der Marine, dem U-Boot „U35“, gehisst war. Sekunden, auf die die Soldaten eineinhalb Jahre länger als geplant warten mussten. Technische Mängel, Pannen und Pech hatten für die Verzögerung gesorgt. Gestern war es nun endlich soweit und das U-Boot wurde im neuen Heimathafen Eckernförde – dort sind alle U-Boote beheimatet – in Dienst gestellt. Es ist das fünfte von insgesamt sechs Unterseebooten der Klasse 212A für die Deutsche Marine – es ist nicht weniger als die Zukunft der Deutschen Marine.

Für diesen Anlass waren wichtige Menschen nach Schleswig-Holstein gekommen. Der Inspekteur und somit oberster Mann der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, sagte unserer Zeitung:  „Als U-Boot-Fahrer geht mein Herz ganz besonders auf.“ Die Marine erhalte mit dem Boot „unsere Professionalität auf hohem Level“. Der Kommandant der Besatzung „Foxtrott“, die zukünftig viel Zeit in dem neuen U-Boot verbringen wird, betonte stolz: „Es ist das modernste Boot, das die Marine hat.“ Staatssekretär Markus Grübel (CDU), der in Vertretung von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen angereist war, sprach von der „Spitze des technologischen Fortschritts“.

Doch der Weg an die technologische Spitze war steinig – ganz beendet ist er auch noch nicht. Das 57 Meter lange und sieben Meter breite U-Boot, gebaut bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel, steht nun im Dienst – allerdings ohne eines der größten Sorgenkinder des etwa 500 Millionen Euro teuren Hightech-Bootes. Die Kommunikationsboje „Callisto“, mit der die U-Boote auch während der Tauchfahrt an das Kommunikationsnetz der Marine angeschlossen werden können, fehlt noch an Bord. Das System wird derzeit bei der Erprobung der kleineren Schwester „U36“ in Norwegen getestet. Ende des Jahres soll das sechste Boot in Dienst gestellt werden, inklusive der Funkboje, wie Krause berichtete. Auch „U35“ soll dann nachgerüstet werden. Die fehlende Funkboje „Callisto“ habe keine Auswirkungen auf die derzeitige Einsatzfähigkeit, betonte Krause. Andere Probleme – Schwierigkeiten beim Antrieb, mit der GPS-Navigation und dem Radar sowie mit der Fahrbatterie – sind nach Marine-Angaben behoben.

Während der Erprobung hatte die Marine aber auch Pech: In Norwegen stürzte im Juli 2013 im norwegischen Kristiansand ein Mobil-Kran auf den Turm von „U35“. Viele Probefahrten im Skagerrak mussten wegen schlechten Wetters entfallen.

Umso glücklicher waren die Gesichter gestern in Eckernförde: „Ja, es hat ein wenig länger gedauert“, sagte Marine-Inspekteur Krause, aber das sei bei einem komplexen Waffensystem durchaus nichts ungewöhnliches. Und obwohl ihm kalter Wind ins Gesicht blies, fügte er mit strahlenden Augen hinzu: „Heute ist für uns ein großer Tag.“

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