Christian : Verwüstungen in der ganzen Stadt

Unpassierbar: Der Noorwanderweg (hier in Höhe Exerzierplatz) ist übersät mit umgestürzten Bäumen.
Unpassierbar: Der Noorwanderweg (hier in Höhe Exerzierplatz) ist übersät mit umgestürzten Bäumen.

Bürgermeister Jörg Sibbel gab eine erste Bilanz der von Orkantief „Christian“ verursachten Schäden. Der Noorwanderweg ist besonders betroffen und unpassierbar. Gleichzeitig dankte der Verwaltungschef den Einsatzkräften und Arbeitgebern.

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09. November 2013, 06:29 Uhr

Der Noorwanderweg ist derzeit Sperrbezirk, unpassierbar und menschenleer. Bis auf diejenigen, die die Eichen und anderen Großbäume auf dem Weg und auf der Böschung zersägen. „Man traut seinen eigenen Augen nicht“, beschrieb Bürgermeister Jörg Sibbel den Anblick der unzähligen vom Orkan „Christian“ mit Geschwindigkeiten bis zu 191 km/h entwurzelten Bäume. „Der Noorwanderweg ist am heftigsten betroffen“, so Sibbel. Aber auch den Bereich zwischen Osterrade und Sandkrug hat es schwer erwischt. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren, mit eigenen Mitteln seien die aber nicht zu schaffen. Baumkletterer sind ebenso im Einsatz wie Spezialhubsteiger und Lohnunternehmen. Beschädigt wurden auch Schulen, Sportplätze, das Museum und der Skaterpark. Der Schaden vom 28. Oktober ist erheblich und wird haushaltsrelevant.

Bürgermeister Sibbel lobte am Donnerstagabend in der Ratsversammlung angesichts der kritischen Ausnahmesituation und der immensen Schäden die beeindruckende Arbeit der Feuerwehr, des THW, der Polizei sowie der städtischen Mitarbeiter der Stadtgärtnerei und des Bauhofs. „Die Einsatzkräfte haben Erhebliches geleistet“, sagte Sibbel. Allein am 28. Oktober habe es zwischen 14 und 22 Uhr 72 Sturmeinsätze gegeben, 95 Helfer, davon 60 Feuerwehrleute, seien im Einsatz gewesen. Am Tag nach dem Orkan, am 29. Oktober, kamen weitere 20 Einsätze hinzu. Vom 28. Oktober bis 6. November gab es insgesamt 113 Einsätze. Besonders gefordert: die Freiwillige Feuerwehr. 2013 stehen bereits 325 Einsätze zu Buche, das heißt nahezu täglich ein Einsatz. „Ich habe allen Einsatzkräften ein großes Lob zu zollen“, sagte der Bürgermeister – Beifall im Saal. Alle Helfer hätten sich für die Gemeinschaft eingesetzt, sich dabei selbst in Gefahr begeben und persönliche Belange hinten angestellt. „Dank auch an die Arbeitgeber, die die Einsatzkräfte freigestellt haben“, betonte Sibbel. Er bat die Bürger, Waldgebiete nach wie vor nicht zu betreten, es bestehe noch Gefahr.

Geplant sei, die entwurzelten Bäume nach Rücksprache mit dem städtischen Naturschutzexperten Michael Packschies und der Stadtgärtnerei Bürgern als Brennholz gegen Selbstabholung zur Verfügung zu stellen und sie auf diese Weise kostenlos zu entsorgen. Heinz-Michael Kornath (CDU) regte an, die Bäume zunächst den ehrenamtlichen Helfern anzubieten, um ihnen auf diese Weise für ihren Einsatz zu danken.


Straßenschäden im Domstag


Nach der gestrigen Freigabe der Rader Hochbrücke erhofft sich der Verwaltungschef „erste Verbesserungen für die betroffenen Bürger“ durch eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs. Dieser habe in den vergangenen Wochen die Anlieger der Umleitungsstrecken stark belastet und Schäden auf den innerörtlichen Straßen verursacht. Aus dem Verkehrsministerium habe man „verhalten positive Signale“ für eine Schadenssanierung erhalten, so Sibbel. Am 13. November sei man zu einem Gespräch ins Ministerium eingeladen worden. Besonders betroffen sei die Landstraße 265 im Bereich Domstag. Durch das Anfahren der Lkw sei es auf der Fahrbahn zu Verformungen gekommen. Außerdem gebe es durch die erhöhte Belastung Rissbildungen quer über die Fahrbahn. An Bundes- und Gemeindestraßen seien keine verstärkten Schädigungen zu beobachten. „Die Schäden werden jetzt beziffert, ich bin zuversichtlich, dass sie dann reguliert werden“, so der Bürgermeister.

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