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Pilze in Hülle und Fülle : Verwechslungsgefahr: Augen auf beim Pilzesammeln

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pilzexkursion in Hüttener Forst mit dem Umweltschutzverein und den Kieler Pilzfreunden

Wenn ein Pilz sein Röckchen zeigt, ist er zu alt und sollte nicht mehr gegessen werden. Denn: In zu alten Pilzen zersetzt sich das Eiweiß. Magen-Darm-Schwierigkeiten sind die Folge, isst man solche Pilze. Diesen und andere Tipps gab Vivien Bedregal, Pilzsachverständige und Vorsitzende der Kieler Pilzfreunde, den Teilnehmern ihrer Exkursion im Hüttener Forst. Der Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturparks Hüttener Berge (VFUL) hatte zu der Exkursion geladen. „Es gebe keinen deutschen Wald ohne Pilze“, sagte der Vorsitzende Hans Ulrich. Deswegen sei es wichtig, diese Bedeutung zu kennen. „Pilze sind der größte Recyclingfaktor“, betont auch Vivien Bedregal. Ohne sie sei Leben auf der Erde gar nicht möglich. Der Großteil lebe in Symbiose mit Bäumen und habe sich mit deren Wurzeln verbunden, da sich Pilze selbst nicht versorgen könnten. Das habe für Baum und Pilz Vorteile: Der Pilz gebe dem Baum Wasser sowie Nährstoffe und habe selbst etwas zum Fressen.

54 Arten hatten die Exkursionsteilnehmer im Hüttener Wald gefunden. Darunter auch ein Goldblatt, „ein seltener, geschützter Pilz“, betonte Vivien Bedregal. Rund 5000 Großpilze gebe es in Schleswig-Holstein. 200 bis 300 seien essbar, 200 bis 300 magen-darm-unverträglich. Etwa 25 seien so giftig, dass man von dem Verzehr sterben könnte, so die Expertin. Einen solchen tödlich-giftigen Pilz fand Uwe Nielsen im Hüttener Forst: einen grünen Knollenblätterpilz. Er habe schon lange an einem Pilzlehrgang teilnehmen wollen, sagte der Hüttener und berichtete: „Die Exkursion war richtig gut.“

„Wer Pilze sammelt sollte sich genau damit auskennen“, riet Vivien Bedregal, „oder den Pilz einem Sachverständigen vorlegen.“ Für die Bestimmung sei es wichtig, den ganzen Pilz zu sammeln und auch den Fuß mitzunehmen, weil dieser ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sei.

Nur der Wiesenchampignon und der Steinpilz könnten roh gegessen werden, alle anderen müssen vor dem Verzehr gekocht werden. Und noch einen Hinweis hatte Vivien Bedregal für die Exkursionsteilnehmer: „Man sollte maximal 250 Gramm Wildpilze in der Woche essen.“

 

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erstellt am 01.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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