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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:46 Uhr

Gottesdienst : Versteckspiel hinter Masken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Regionalgottesdienst der Kirchengemeinden in der Owschlager Erlöserkirche

Zu einem gemeinsamen Gottesdienst der Kirchengemeinden der Region Hüttener Berge konnte Pastor Christian Bingel zahlreiche Kirchgänger in der Erlöserkirche in Owschlag begrüßen. Passend zum Karneval hatten die Pastoren Bingel (Owschlag) und Feldmann (Bünsdorf) gemeinsam mit den Pastorinnen Hansen-Neupert (Hütten) und Jensen (Vertretungsdienst im Kirchenkreis) das Spiel mit den Masken zum Thema gemacht. Pastor Grotjahn (Sehestedt) habe aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen können, bedauerte Christian Bingel.

„Wir alle nutzen Masken jeden Tag, verstecken uns hinter ihnen, wenn wir Stress und Ärger haben...und da haben wir uns mal auf die Suche begeben”, erläuterte Bingel das Motiv. Ohne Talar, weil es besser zum Thema passte, luden die vier Theologen in Rollenspielen zum Nachdenken ein. „Wir haben die geheimen Chatprotokolle eines Datingportals bekommen”, moderierte Pastor Feldmann. In einem Dialog lernte die Gemeinde dann Strandsonnen-Jenny und Seeräuber-Sven kennen, zwei durch die Anonymität des Netzes Maskierte, die einander umtanzen und nach und nach Einblick hinter die Masken gewähren.

Pastorin Kerstin Hansen-Neupert nahm die Maske des Anstandes zum Thema: Masken hinter denen es sich auf Demos und im Netz so gut verstecken lässt, so zum Beispiel beim Thema Ausländerfeindlichkeit. „Ich bin doch kein Rechter, ich bin ein besorgter Bürger. Ihr werdet schon sehen, ihr Gutmenschen, ….” sprach die Pastorin hinter vorgehaltener Maske, um dann ohne Maske zu antworten: „Ich bin gerne ein guter Mensch, doch ich bin auch besorgt. Besorgt wegen der besorgten Bürger.”

Pastorin Susanne Jensen berührte in ihrer Szene „Hinter 1000 Masken keine Zeit“ damit, dass niemand der Angesprochenen bereit schien, zu helfen. „Ich möchte, dass einer mit mir geht”, forderte sie passend zum anschließenden Kirchenlied. Doch man könne sich von guten Masken auch wunderbar geborgen fühlen, schilderte Pastor Feldmann, der in seinem Feuerwehrschutzanzug nach vorne kam. „Schein oder Nichtschein - das ist die Frage?”, resümierte Bingel und ergänzte: „Masken tun gut. Sie schützen uns. Gerade, wenn es einem schlecht geht, möchte man selbst entscheiden, wem man Einblick hinter die Maske gewährt. Doch wie schaffe ich es zu vermeiden, dass aus der Maske, die mich schützt, eine Maske der Gleichgültigkeit wird?“

Vier unterschiedliche Theologen hatten viel Spaß bei der Entwicklung und Ausführung des gemeinsamen Gottesdienstes und berührten mit ihrem Engagement die Kirchenbesucher. Im Anschluss nutzten viele die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen an Stehtischen, über das zuvor gehörte, weiter zu philosophieren und sich mit den Pastoren auszutauschen.

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