zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 10:50 Uhr

Asyl : Verstärkung fürs Sozialamt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

219 Asylbewerber werden in 2015 im Amt Schlei-Ostsee untergebracht. Das Sozialamt wird personell verstärkt, um die deutlich gestiegenen Aufgaben zu erfüllen.

von
erstellt am 18.Dez.2015 | 19:06 Uhr

Eckernförde | Drei Asylbewerber werden noch erwartet, dann war es das für 2015. Insgesamt hat das Amt dann im Jahr 2015 219 Asylbewerber sicher in den Gemeinden untergebracht. Damit hat das Amt eine Unterbringungsquote von 86 Prozent, erklärt Rene Kinza, Leiter des Ordnungsamtes Schlei-Ostsee. Vom Kreis waren dem Amt zuletzt in der vierten Anpassung der zu erwartenden Flüchtlingszahlen Ende November noch 253 Asylbewerber angekündigt worden. Auch auf diese Zahl wären sie vorbereitet gewesen, so Kinza.

Angesicht so vieler Flüchtlinge ist die Arbeit im Sozialamt, wo die ausländischen Bürger ihre Anträge abgeben, und auch ihre staatlichen Leistungen erhalten, stark gestiegen. Die normale Arbeit, beispielsweise mit Wohngeld und Grundsicherung, läuft ja weiter, stellt Kinza fest. Daher hat der Amtsausschuss eine zusätzliche Stelle in der Abteilung speziell für Asylfragen beschlossen. Der Bedarf sei einfach da, bestätigt auch Amtsvorsteher Rainer Röhl auf EZ-Nachfrage.

Carina Leckband, die bisher im Bürgerbüro tätig war, wird ab 4. Januar das Team in der Abteilung Soziales bei Tanya Scheller verstärken. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt sie. Ebenfalls zuständig für das Asylrecht ist Christine Rosendahl.

Sie habe bisher viele gute Erfahrungen, vor allem mit den syrischen Antragstellern gemacht, berichtet Scheller. Die würden am liebsten am nächsten Tag schon arbeiten und einen Deutschkursus besuchen, so motiviert und dankbar seien sie.


Große Dankbarkeit bei den Asylbewerbern


Beobachtungen, die auch Kinza und sein Kollege Carsten Scheller aus dem Ordnungsamt machten. Was sie an Dankbarkeit von den Menschen erführen, die durch Krieg und Terror aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sei gewaltig. „Das ist immer ein Geben und Nehmen“, sagt Kinza, dessen Arbeitszeit seit Monaten geschätzt zu 70 Prozent mit der Koordinierung und Unterbringung der Asylbewerber zu tun habe. „Es ist viel Arbeit“, sagt er, aber es mache ihm viel Spaß.

Auswirkungen hat der Zustrom der Asylbewerber auch auf die zwei Sozialarbeiter des Amtes und das Hausmeisterteam, das die Unterkünfte betreut. So wurden die Stellen der Sozialarbeiter von 40 auf 60 Prozent erhöht, sagt Kinza. Bei jeder Ankunft von Flüchtlingen, die der Kreis dem Amt rund sieben Tage vorher ankündigt, seien sie dabei. Sie führten die Gäste durch die Unterkunft, erklärten den Gebrauch der Geräte und machten den ersten Einkauf mit ihnen. Zugleich informiert das Ordnungsamt die Helferkreise vor Ort. Ihr ehrenamtlicher Einsatz sei absolut toll und wertvoll. Unterstützt würden sie finanziell unter anderem durch einen Anteil an der Integrationspauschale, die das Amt je neu aufgenommenem Flüchtling vom Land erhält. Die Helferkreise bekommen derzeit 60 Euro je zugewiesenem Flüchtling, wie Amtsdirektor Gunnar Bock erklärt. Ob der Betrag erhöht werden könne, wenn das Land ab 1. März die Pauschale erhöht, müssten Abrechnungen für 2015 ergeben. Denn anders als bisher werde mit der neuen Pauschale auch die kommunale Verwaltungsarbeit zur Flüchtlingsbetreuung gefördert, so Bock.

Insgesamt kann das Amt über 44 Unterkünfte mit Platz für vier Personen bis maximal 47 Personen verfügen. Sie sollen, wie gehabt, dezentral im Amt verteilt sein, denn nur bei kleineren Einheiten sei eine Integration der Menschen möglich, ist Kinza überzeugt. Für vier weitere Quartiere laufen die Verhandlungen, so dass das Amt gut vorbereitet sei. Zugleich weist Kinza auf die drei vom Amtsausschuss beschlossenen Neubauten nach dem Kieler Model für jeweils für 24 Bewohner hin. Während die Vorbereitungen für das erste Gebäude in Fleckeby schon liefen, würden für die beiden weiteren Gebäude noch geeignete Grundstücke gesucht. Sie sollten um die 1000 Quadratmeter Fläche haben und es sollte Baurecht vorhanden sein, so Kinza. „Wir haben ein tolles Team“, sagt Kinza und blickt gut vorbereitet auf 2016, wenn vermutlich eine gleich hohe Zahl an Flüchtlingen erwartet und untergebracht werden müssten.

Sprechstunde, auch zu Asylfragen für Bürger, des Sozialamtes in der Amtsaußenstelle in Damp: Erster und dritter Donnerstag im Monat, 14 bis 16 Uhr.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen