Amt Dänischer Wohld : Verstärkung für die Flüchtlingsarbeit

Verstärkung für die Flüchtlingsarbeit: seit dem 1. Januar unterstützt Sousan Hillenbrand (vorne) die Flüchtlingsbeauftragte des Amtes Dänischer Wohld Svantje Gnutzmann, in enger Zusammenarbeit mit Sabine Axmann-Bruckmüller und Christian-Albrecht Schnarke vom Flüchtlingsbeirat (v.l.).
Verstärkung für die Flüchtlingsarbeit: seit dem 1. Januar unterstützt Sousan Hillenbrand (vorne) die Flüchtlingsbeauftragte des Amtes Dänischer Wohld Svantje Gnutzmann, in enger Zusammenarbeit mit Sabine Axmann-Bruckmüller und Christian-Albrecht Schnarke vom Flüchtlingsbeirat (v.l.).

Amt Dänischer Wohld stellt mit Sousan Hillenbrand weitere Kraft ein, die sich um Asylbewerber kümmert / Umbau der Unterkunft in Gettorf beginnt

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22. Januar 2015, 06:00 Uhr

Gettorf | Die Flüchtlingsbeauftragte im Amt Dänischer Wohld, Svantje Gnutzmann, ist glücklich. Zum 1. Januar hat ihr das Amt mit Sousan Hillenbrand eine neue Mitarbeiterin zur Unterstützung an die Seite gestellt. Sousan Hillenbrand ist 34, kommt aus Kiel, ist gelernte Bürokauffrau, verheiratet, hat einen Sohn und spricht Arabisch.

Geboren ist sie in Beirut im Libanon. 1986 kam sie wegen des Bürgerkriegs nach Deutschland, hat hier die Schule besucht, ihre Ausbildung absolviert und Berufserfahrung gesammelt. Sie ist freundlich, lacht viel. Sie ist froh, dass man sich für sie entscheiden hat. „Die Aufgabe macht mir Spaß“, sagt sie. „Ich bin ein sehr sozialer Mensch, und zu helfen, beglückt mich.“ Das Amt musste einfach die Kapazitäten aufstocken, erklärt Amtsdirektor Matthias Meins. Durch die steigende Anzahl der Flüchtlinge sei immer mehr zu koordinieren. 52 Personen leben mittlerweile hier, drei kommen nächsten Donnerstag, 70 weitere im Laufe des Jahres hinzu. Um Svantje Gnutzmann mehr Zeit für die Integrationsarbeit zu lassen, übernimmt Sousan Hillenbrand primär alles, was mit der Unterbringung der Flüchtlinge zu tun hat. 13 Wohnungen wurden mittlerweile angemietet in Gettorf, Osdorf und Lindau. Auf die Unterbringung von Flüchtlingen in Schinkelerhütten könne das Amt auch noch nicht verzichten. Demnächst kommt der umgebaute Verbrauchermarkt in der Bergstraße hinzu. Kommende Woche soll mit dem Umbau begonnen werden. Matthias Meins ist zudem daran gelegen, Verwaltung und Ehrenamt noch mehr zu verknüpfen, die Verbindung zum Flüchtlingsbeirat zu festigen. Er betont auch die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis. Um sich besser abzustimmen, wurde dort eine Arbeitsgruppe gebildet, in der er vertreten ist. Zudem wolle der Kreis eine Koordinierungsstelle einrichten. Vorbildlich in Schleswig-Holstein, wie er findet.

Svantje Gnutzmann, die seit Dezember 2013 die Flüchtlingsarbeit von Seiten des Amtes koordiniert, ist für die Unterstützung sehr dankbar. Dass Sousan Hillenbrand arabisch spricht, empfindet sie als sehr hilfreich. „Wir haben syrische Frauen, die nur arabisch sprechen“, erzählt sie. Arbeitsfelder hat sie genug. Anfang Januar wurden über die Volkshochschule sieben Deutschkurse vom Alphabetisierungskurs bis zum Fortgeschrittenen-Kurs eingerichtet. Die Flüchtlinge werden je nach Fähigkeiten dafür eingeteilt. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Birgit von Troilo soll ein Frauen-Treff eingerichtet werden. Denn gerade Frauen mit kleinen Kindern seien sehr isoliert. Nächste Woche soll das erste Gespräch dazu stattfinden. An der Isarnwohld-Schule sei gerade ein Projekt angelaufen, in dem sich Schüler mit Flüchtlingen treffen, um mit ihnen Deutsch zu sprechen und Spiele zu spielen. Neben den sprachlichen entstehen auch andere Probleme. „Viele Flüchtlinge sind mit der ganzen Situation überfordert“, weiß Svantje Gnutzmann. Weil die Verfahren so lange dauern, zeigten einige depressive Züge. „Das ist schon schwierig.“ Auch an so Alltäglichem, wie der Mülltrennung, müsse gearbeitet werden, um nicht das gutes Verhältnis zu den Vermietern zu gefährden. Viele seien das gar nicht gewohnt.

Als Partner steht dem Amt der ehrenamtliche Flüchtlingsbeirat zur Seite. Die Aufgabe der Sprecher übernehmen nach dem Ausscheiden von Pastorin Claudia Bruweleit Koordinatorin Sabine Axmann-Bruckmüller und Kirchengemeinderatsmitglied Christian-Albrecht Schnarke. Heidi Siegmon kümmert sich um Sprachkurse, Peter Nentwig um Mobilität und Sportangebote. Unterstützt werden sie von 30 weiteren Ehrenamtlern. „Wir denken, dass wir gute Strukturen haben, die uns ermöglichen, flexibel zu reagieren“, betont Schnarke. Es gebe viel ideelle Unterstützung. Aber sie brauchen auch aktive Leute, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. „Paten sind immer willkommen“, bekräftigt Sabine Axmann-Bruckmüller. „Man muss auch aufpassen, dass man sich nicht zu viel vornimmt.“ Wer Pate werden möchte, meldet sich bei Sabine Axmann-Bruckmüller unter Tel. 04346/939356 oder Christian-Albrecht Schnarke unter Tel. 0172/2710020.

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