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Gemeindewehrführer : Vermittler zwischen Wehren und Politik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rüdiger Berg wird einstimmig als Nachfolger von Hermann Schnoor gewählt

Die Freiwilligen Feuerwehren in Schwedeneck haben einen neuen Gemeindewehrführer: Rüdiger Berg löst Hermann Schnoor ab, der 17 Jahre an der Spitze aller ehrenamtlichen Brandschützer der Ortswehren Surendorf, Krusendorf und Sprenge-Birkenmoor stand. Mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber wurde er am Montagabend in die Ehrenabteilung verabschiedet.

„Die Feuerwehr ist sehr wichtig für mich“, sagte der 65-Jährige. Sie sei Teil des Zusammenlebens auf dem Lande, „sie ist Teil meines Lebens“, so Schnoor. Der Wehr in Sprenge-Birkenmoor beizutreten war für ihn 1969 selbstverständlich, und es fällt ihm schwer nachzuvollziehen, dass es heute für Menschen, die aufs Land ziehen, nicht mehr so ist. „Wer fit ist, kann nicht für sich Hilfe erwarten, aber sich nicht einbringen“, meint Schnoor mit Blick auf die sinkende Bereitschaft, Dienst in der Feuerwehr zu tun. Nicht die Finanzierung der Wehren, sondern die Freiwilligen werden künftig das Hauptproblem sein, mit dem sein Nachfolger zu tun haben wird, ist Schnoor überzeugt.

Den 104 Einsatzkräften – 32 in Krusendorf, 42 in Sprenge-Birkenmoor und 30 in Surendorf – bescheinigte er eine gute Kameradschaft innerhalb ihrer Wehren, aber auch in den Ortswehren untereinander. „Es ist uns gelungen, das Konkurrenzdenken, das es früher gab, aufzuheben“, stellte er fest und machte deutlich, dass das kein Argument für die Überlegungen zu einer Zusammenlegung der Ortswehren, wie sie immer wieder in der Politik aufflackerten, sei. „Das ist schon wegen der Einhaltung der Hilfsfristen nicht möglich“, erklärte der scheidende Gemeindewehrführer und fand Unterstützung bei Kreiswehrführer Mathias Schütte, der hervorhob: „Keine Feuerwehr ist entbehrlich.“

In der Rolle des Gemeindewehrführers habe er sich immer als Häuptling ohne Indianer verstanden – als Vermittler zwischen den Ortswehren, aber auch zwischen den Wehren und der Politik. Das sei manches Mal schwierig gewesen, habe letztlich aber immer zum Konsens und fruchtbaren Ergebnissen geführt, sagte Schnoor rückblickend und verwies auf die Anschaffung eines Löschfahrzeugs LF8/6 für die Wehr in Sprenge-Birkenmoor 1998, den Ausbau des ehemaligen Wintershall-Gebäudes zum funktionstüchtigen Gerätehaus, den Bau des Gerätehauses in Surendorf 2007 und die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Einsatzkräfte in Krusendorf 2008. Schnoor dankte den Einsatzkräften für die tausenden von Arbeitsstunden, die sie geleistet haben, aber auch den Politikern für die besten Lösungen, um die sie in ungezählten Sitzungsstunden gerungen hätten.

Die Versammlung, der außer Kreiswehrführer Schütte aus Amtswehrführer Diedrich Bock beiwohnte, gab den Dank an Schnoor zurück, der außer dem Ehrenkreuz in Silber von seinen Feuerwehrkollegen einen Aufenthalt in Hamburg geschenkt bekam. Blumen gab es für Ehefrau Renate, die ihm in all den Jahren an der Spitze der Wehren zu Seite stand.

Rüdiger Berg (51) tritt die Nachfolge von Hermann Schnoor gern an. „Ich war die letzten sechs Jahre Stellvertreter, das hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagte Berg, seit acht Jahren Wehrführer in Krusendorf. Er gehe ganz entspannt an seine neue Aufgabe. Auf kurze Sicht stehe nichts Größeres an, und wenn sich etwas abzeichne, werde er das rechtzeitig an die Politik kommunizieren, kündigte Berg an. Sein Ziel ist es, ab 2015 den Runden Tisch mit Bürgermeister, Fraktionsvorsitzenden und Wehrführern, den es schon einmal gab, regelmäßig aufleben zu lassen. Bergs Posten als stellvertretender Gemeindewehrführer übernimmt Manfred Tobian aus Surendorf.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 06:03 Uhr

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