zur Navigation springen

Erweiterung : Verhandlung an Preiswunsch gescheitert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Flächeneigentümer in der Dorfstraße prüft mögliche Nachnutzungen

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 06:54 Uhr

Rieseby | Seit fast 130 Jahren gibt es in der Riesebyer Dorfstraße einen Kaufmann. „Das kann auch so bleiben, es gibt genug Platz zur Erweiterung“, stellt Jochen Christiansen (78) fest. Der gebürtige Riesebyer ist Eigentümer des Areals, auf dem seit fast Anfang an ein Edeka-Markt betrieben wird. Sein Großvater, F.C. Christophersen, gehörte in Kiel zu den Gründungsmitgliedern der Edeka.

Seit mehreren Jahren schon machen Jochen und Lilli Christiansen kein Hehl daraus, dass sie bereit wären, das gesamte 5600 Quadratmeter große Areal zuverkaufen. „Zu Verhandlungen mit der Edeka über einen Verkauf des Areals ist es aber nicht gekommen“, stellt Christiansen fest.

Sie hätten sich ein Wertgutachten für die Fläche erstellen lassen, um etwas in der Hand zu haben, ergänzt Lilli Christiansen. Zu einem Treffen, bei dem über die gegenseitigen Vorstellung für die Zukunft der Fläche beraten wurde, kam es in den letzten Monaten aber nie, betont Jochen Christiansen. Einzig vor einer Bauausschusssitzung im März hätte er dem Edeka-Nord Vertreter, Jörg Menking, das Gutachten vorgelegt. „1,2 Millionen Euro war die Schätzung“, dazu habe dieser aber nichts gesagt, berichtet Jochen Christiansen weiter. „Ich habe noch angeboten, über den Preis zu verhandeln“, aber das war kein Thema. Das Ehepaar kritisiert, dass nicht ernsthaft über eine Erweiterung am Standort nachgedacht wurde. Bereits zweimal wurde der Markt erweitert, das lief immer reibungslos. Auch Grenzbebauung war nie ein Problem und würde auch künftig kein Problem sein, ist sich Jochen Christiansen sicher. Eine Betriebsunterbrechung durch den Bau wäre nicht nötig, das hätten Planungsideen in der Vergangenheit gezeigt, stellt der Riesebyer fest.

„Zu Verhandlung kam es nicht, weil die Preisvorstellungen sehr weit auseinander lagen“, stellt Jörg Menking von Edeka-Nord auf Nachfrage der EZ dazu fest. Neben dem Kaufpreis gebe es zahlreiche weitere Aspekte, die nicht mit der Realisierung ihres Vorhabens zusammen passten. So werde heute nicht mehr „an einem alten Markt angeflickt“, erklärt Menking. Ein moderner Markt brauche entsprechend Verkaufsfläche und Lagerplatz. Sie planen nun mit einem Grundstück von rund 8000 Quadratmeter Fläche. Dort können sie auch 80 benötigte Stellplätze vorhalten, was auf der Fläche im Ort nicht machbar sei. Ein Neubau im Ort würde zudem auch die Schließung des Marktes für mehrere Monate bedeuten, „das wäre ein Problem“, so der Edeka-Mann.

Der Gemeinde macht das Paar Christiansen den Vorwurf, dass sie sich nicht genug Gedanken um den Erhalt des Marktes in der Ortsmitte mache. Sei nicht das altengerechte Wohnen in der Schäferkoppel auch mit dem Argument gestartet worden, dass es dann kurze Wege zum Einkauf gebe, fragt das Paar.

Ganz offiziell kommt die Gemeinde erst jetzt ins Gespräch, stellt Bürgermeister Jens Kolls auf EZ-Nachfrage fest. Durch die Aufstellung eines vorhabenbezogenen B-Plans werde das öffentliche Interesse für das privatwirtschaftliche Vorhaben geprüft. Bereits im Vorfeld hatte er die Beteiligten hingewiesen, dass sie das Gespräch miteinander suchen müssten. Zugleich gab es Hinweise auf weitere Grundstücke in der Ortsmitte, um auch sie in die Standortprüfung einzubeziehen. Kolls: „Sie sind alle zu klein.“

Lilli und Jochen Christiansen sind enttäuscht. „Wir prüfen verschiedene Nachnutzungen und führen Gespräche“, sagt Jochen Christiansen, und nannte beispielsweise Wohnbebauung, Gewerbe oder den Bau einer altengerechten Anlage als Alternativen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen