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Plattdeutsch : „Vergnööglicher“ Jubiläumsabend

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Riesby Schlietheater feiert seinen fünften Geburtstag mit Vergnöögliches op Platt im Riesby Krog. Ein Saal voller Besucher feiert mit und genießt die Mischung aus plattdeutschen Sketchen, Einakter und plattdeutschen Liedern der Musikgruppe Querfeldein.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Rieseby | Mehr geht nicht. Bis auf den letzten Platz war der Saal im Riesby Krog gefüllt. Kein Wunder, denn das Riesby Schlietheater unter der Leitung von Gunda Gey ist über die Region hinaus bekannt. Schon vor Beginn des „Vergnööglichen Abends“ waren die Laiendarsteller mitten im Publikum, begrüßten die Besucher persönlich und schnackten. Doch dann wurde es ernst und Spielleiterin Gunda Gey begrüßte offiziell die Theaterbesucher in dem ganz eigenen Charme der Plattdeutschen Sprache. Mit viel Humor erinnerte sie an die Anfänge des Laientheaters und freute sich nun, das fünfjährige Bestehen der Gruppe mit neuem Programm zu feiern.

Mit Vergnöögliches op Platt ging es dann auch sofort los. Verschmitzt und mit viel Einsatz zauberte Christel Kock Lachen in die Gesichter. Sie präsentierte Geschichten aus dem Leben, ob vom Kaffeeklatsch mit Freundinnen über Missverständnisse in der Ehe oder die Care–Pakete in der Nachkriegszeit, die eigenartige und im Nachkriegsdeutschland unbekannte Delikatessen enthielten. Die Lachmuskeln hatten viel zu tun.

Spätestens beim nachfolgenden Sketch „Herzblatt“ blieb kein Auge trocken. Partnerwahl stand auf dem Plan. Kandidat Josi (Olaf Petersen) sucht in einer Agentur die passende Frau. Hinter einem Paravent sitzen drei Damen, darunter die Exotin Mandy, gespielt von Hermann Hebekerl. Er trat mit perfekten roten Fingernägeln, sexy Strumpfhose und hautengem Lederrock gegen zwei weitere Kandidatinnen an – eine Yoga-Liebhaberin (Angelika Klingelhöller) und eine Domina (Christel Kock).Das Publikum war aus dem Häuschen.

In der Pause war Hildegard Blunck (70) aus Eckernförde schon hellauf begeistert: „Toll, was diese Gruppe auf die Beine stellt. Wir sind jedes Mal dabei. Plattdeutsches Theater ist wunderschön, das Riesby Schlietheater hat Klasse.“ Der Einakter von Hans-Hinrich Kahrs und Bodo Schirmer, „Gudrun hett Drillinge“, knüpfte an die ausgelassene Stimmung an. Das freudige Ereignis im Hause Gudrun Schaap (plattdeutsch Schaf) gespielt von Gunda Gey, veranlasste ihre Nachbarin Inge Grund (Sigrun Kramer) zu einer Anzeige in der Lokalzeitung. „Hurra, wir sind zu viert – Gudrun Schaap“. Dass damit das Schaf und nicht die Frau gemeint war, merkte niemand. Es rollte eine Lawine an Missverständnissen auf die überforderte Gudrun zu. Die Neugeborenen waren die Lämmer vom namensgleichen Mutterschaf Gudrun. Kurierfahrerin Selma (Christel Kock) kam mit Geschenken für die junge Mutter ins Haus und erfuhr, zwei Drillinge sind weiß, eins schwarz. Die beiden Mädchen sind im Stall angekettet, weil sie den Jungen nicht saugen lassen. Und Vater Max hat sich mit einer Kette aufgehängt. Das Publikum johlte. Der Ehemann (Olaf Petersen) von Gudrun ist seit elf Monaten auf Montage. Selma verstand die Situation nicht und verwechselte Menschen und Schafe. Lokalreporter Fredi Mackenhoff (Angelika Klingelhöller) witterte die Geschichte seines Lebens. Polizei und Jugendamt müssten her. Als ausgerechnet jetzt der Ehemann von Gudrun nach Hause kommt, schaffte es nur noch Tierarzt Dr. Stichweh (Hermann Hebekerl) die Situation aufzuklären.

Tosender Applaus belohnte die Darsteller und Tosnackerin Martina Goos für das gelungene Theaterstück. Das Ensemble bedankte sich für die Treue, besonders bei der Musikgruppe Querfeldein aus Bohnert, die mit ihren plattdeutschen Liedern für die musikalische Untermalung sorgte, und verschenkte Schokolade ans Publikum.

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