Verdi fordert Streikrecht und Mindestlohn

Zur langjährigen Gewerkschaftsmitgliedschaft gratulierten Albert Leuschner (1.v.l.) und Ute Dirks (1.v.r.) den Jubilaren Christiane Brandt-Johannsen, Jürgen Schreiber, Horst Mikloweit, Kurt Marweg, Rosemarie Clauß und Klaus Kaschke (v.l.).
Zur langjährigen Gewerkschaftsmitgliedschaft gratulierten Albert Leuschner (1.v.l.) und Ute Dirks (1.v.r.) den Jubilaren Christiane Brandt-Johannsen, Jürgen Schreiber, Horst Mikloweit, Kurt Marweg, Rosemarie Clauß und Klaus Kaschke (v.l.).

Arne_Peters-8499.jpg von
19. November 2013, 05:14 Uhr

65 Jahre – so lange ist Rosemarie Clauß Mitglied in der Gewerkschaft. Bei der Versammlung des Verdi-Ortsvereins im „Abseits“ wurde die 83-Jährige vom stellvertretenden Vorsitzenden Albert Leuschner und Ute Dirks, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Schleswig-Holstein Nordost, geehrt. Ebenfalls für langjährige Treue wurden Klaus Kaschke und Kurt Marweg geehrt, die seit 50 Jahren Mitglied sind, Horst Mikloweit und Jürgen Schreiber sind seit 40 Jahren dabei. Karin Backen, Christiane Brandt-Johannsen, Marita Kluth, Annemargret Greifsmühlen und Günther Strehlow sind seit 25 Jahren Mitglied.

„Gewerkschaften brauchen Mitglieder, die nicht nur eintreten, wenn sie ein Problem haben, um dann schnell wieder auszutreten, wenn das Problem behoben worden ist“, betonte Dirks. Prekäre Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit, Werkverträge, Kettenbefristung, Personalabbau und -verdichtung sowie Lohndumping seien derzeit ihr tägliches Geschäft. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gebe es 3600 Aufstocker. Es gebe Dumpinglöhne von unter 5,50 Euro, teilweise 3,50 Euro. „Wir brauchen einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro“, forderte Dirks.

Die Gewerkschafter waren auf der Seite der Metaller-Kollegen von Sauer und Sohn – „aber der Abbau scheint nicht wirklich verhinderbar“, sagte Leuschner. Auch der Kampf gegen die Schließung der Entbindungsstation sei noch nicht vorbei. Die Gewerkschafter unterstützen die Forderung nach einem Streikrecht für kirchlich Beschäftigte und lehnen die Sonntagsöffnung von Geschäften nach den aktuellen Regelungen ab.

Warum sie Gewerkschaftsmitglied geworden ist, wusste Rosemarie Clauß noch gut: „Wir brauchten jemanden, der uns den Rücken stärkte.“ Zwei Mal wurde der Telefonistin gekündigt. Wenn Kollegen ausfielen, wurde sie wieder eingestellt. „Wir haben das gar nicht als schlimm empfunden“, sagte sie. „Wir waren froh, dass wir irgendwo unterkommen konnten.“

Mit Eintritt in die Rente aus der Gewerkschaft auszutreten, kam für sie nicht infrage: „Die waren für mich da, warum soll ich nicht auch für sie dasein?“

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