Schließung : Vandalen haben ZOB-WC fest im Griff

Seit nunmehr zwei Jahren aufgrund von Vandalismusschäden außer Betrieb: die WC-Anlage am ZOB.
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Seit nunmehr zwei Jahren aufgrund von Vandalismusschäden außer Betrieb: die WC-Anlage am ZOB.

Die WC-Anlage am ZOB ist seit Februar 2012 wegen Vandalismus geschlossen. Eine Öffnung ist erst mit dem Neubau des Bahnhofes geplant.

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09. Dezember 2014, 12:14 Uhr

Die Schließung der öffentlichen Toiletten am ZOB sowie auf dem Friedhof in der Schleswiger Straße haben in der jüngsten Zeit für Ärger und Nachfragen gesorgt.

Seit 1977 in Betrieb wurde die öffentliche WC-Anlage am ZOB bereits im Februar 2012 geschlossen, nachdem es seit 2008 immer wieder zu Verunreinigungen und Sachbeschädigungen gekommen war. Alleine von Anfang bis Mitte Juni 2008 wurden gleich drei Mal WC-Kabinentüren eingetreten, einmal Handtuchspender eingedrückt, eine WC-Brille abgerissen, eine Fensterscheibe eingeschlagen und ein Türschloss beschädigt, sagte der zuständige Mitarbeiter im städtischen Bauamt, Uwe Winkelmann. Rund 1000 Euro habe die Stadt aufwenden müssen, um die Schäden zu beseitigen. Auch die Polizei sei eingeschaltet worden, gefasst wurde jedoch niemand. Vier Stunden habe ein Sanitärdienst benötigt, um eine durch mehrere Flaschen mutwillig herbeigeführte Überflutung im WC-Becken zu reparieren. Zudem sei in den vergangenen Jahren ein erheblicher zusätzlicher Reinigungsaufwand entstanden, da immer wieder mutwillig neben die WC-Becken uriniert oder die Innenwände mit Farbe beschmiert wurden, sagte Winkelmann. Im Herbst 2011 hätten die Verunreinigungen so stark zugenommen, dass eine der Reinigungskräfte um Hilfe gebeten habe. Im Dezember 2011 eskalierte die Lage schließlich, als erneut Randalierer in der WC-Anlage wüteten und Toilettenpapierrollen anzündeten. Die Feuerwehr musste ausrücken. Obwohl das Toilettenpapier reduziert wurde und Falthandtücher gar nicht mehr ausgelegt wurden, kam es auch danach immer wieder zu Brandstiftungen. Seitens der Stadt war diese Situation „weder personell noch finanziell vertretbar“, erklärte Uwe Winkelmann, sodass die WC-Anlage im Februar 2012 außer Betrieb genommen wurde. Bis dato beliefen sich die Unterhaltungskosten auf circa 10 000 Euro jährlich.

„Schön ist die Situation nicht“, sagt Nils Mörbe. Der Autokraft-Busfahrer und seine Kollegen haben jedoch einen Schlüssel für das Mitarbeiter–WC im DB-Gebäude auf das sie ausweichen können. Eine schnelle Öffnung der WC-Anlage würde der 39-Jährige dennoch begrüßen.

Alternativ zu der öffentlichen WC-Anlage am ZOB kann gegen ein Entgelt von 50 Cent auf das Kunden-WC vom DB-Store im Bahnhofsgebäude ausgewichen werden. Zum Ärger vieler Bus-und Bahnreisenden sowie Bus- und Taxifahrer jedoch nur montags bis freitags während der Öffnungszeiten. Sonnabends und sonntags sind sie geschlossen. Zudem wurden die Hinweisschilder auf den DB-Store, die am ZOB-WC angebracht wurden, immer wieder zerstört oder abgerissen.Ortskundigen stehen dann nur die öffentlichen Toiletten in der Alten Post zur Verfügung. „Wir sehen natürlich, dass viele zu den Toiletten laufen und dann nicht wissen, wo sie hin sollen“, sagt Taxi-Fahrerin Susanne Marten (50). „Viele öffentliche Toiletten gibt es ja nicht, da ist es traurig, wenn dann auch noch eine wegen Vandalismus schließen muss.“ Nach Aussagen der Stadt ist mit dem geplanten Neubau des Bahnhofgeländes auch eine in den Gebäudekomplex integrierte Toilette geplant, um die gegenwärtige WC-Problematik zu beheben.

Auch auf Friedhöfen gibt es immer mal wieder Probleme. Im Oktober wurden die Toiletten auf dem Friedhof in der Schleswiger Straße geschlossen, nachdem es dort zu erheblichen Verunreinigungen gekommen war, auch Drogen wurden in der WC-Anlage konsumiert. Die Toiletten wurden allerdings nach einem Monat wieder geöffnet und können nun während der Arbeitszeiten der Friedhofsmitarbeiter von 8 bis 15 Uhr aufgesucht werden, erklärt Dietrich Fröhler, Vorsitzender des Friedhofsverbands. Langfristig sollen auch sie renoviert werden. Die Friedhofsverwaltung hofft, die finanziellen Mittel dafür bald bereitstellen zu können. Um Randalierern dort künftig einen Riegel vorzuschieben, soll dann ein Zeitschloss integriert werden.

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