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Wirtschaft regional : „Urstrom-Bier“ setzt auf Wohld-Gerste

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

100 Tonnen Bio-Gerste erntet Burkhard von Langendorff auf seinen Feldern für Schleswig-Holsteins einziges Bio-Bier

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Dass Bier aufgrund des Reinheitsgebots von 1516 eine „saubere Sache“ ist, ist hinlänglich bekannt. „Man könnte froh sein, wenn die Luft so rein wäre wie das Bier“, soll Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal gesagt haben. Seit 2011 gehen die Braumeister Werner Sauer und Axel Hartwig aus Flensburg noch einen Schritt weiter: Sie brauen das bislang einzige Bio-Bier in Schleswig-Holstein. Anfangs wurde beim Mitbewerber „Hansens Brauerei“ in Flensburg nach Vorgaben von Sauer und Hartwig produziert. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach ihrem „Urstrom-Bier“ mussten die beiden Brauer sich jedoch einen größeren Partner für die Produktion suchen und wurden mit der Dithmarscher Privatbrauerei in Marne fündig, wo das „Urstrom“ jetzt gebraut wird, aber weiterhin nach Vorgaben der beiden Flensburger Braumeister. Unter anderem erfährt das Bier eine kalte Gärung, lange Lagerung und ist unfiltriert. Und in ein Bio-Bier gehören auch nur biologisch erzeugte Zutaten. Das Tiefenwasser kommt aus dem eigenen Brunnen der Brauerei in Marne, der Hopfen aus Hallertau in Bayern, dem größten zusammenhängenden Anbaugebiet der Welt, sowie aus der Gegend von Tettnang am Bodensee. Und die Braugerste kommt ganz aus der Nähe: vom Gut Hohenhain in Schwedeneck.

Bis vor drei Jahren hatte Gutsbesitzer Burkhard von Langendorff bereits die große Flensburger Brauerei mit Bio-Gerste beliefert. „Leider hatte die Brauerei die Produktion wieder eingestellt, das Bio-Bier passte nicht ins Konzept des Unternehmens“, so von Langendorff. Mit der Brauerei Sauer & Hartwig aber hat er nun einen neuen Abnehmer gefunden. „Wir hatten lange gesucht, bis wir mit Burkhard von Langendorf fündig geworden sind. Ab sofort kommt die Gerste ausschließlich von hier“, sagte Axel Hartwig bei der Präsentation des Bieres auf dem Gerstenacker direkt an der Ostsee. Mit rund 100 Tonnen, die von Langendorff auf 25 bis 30 Hektar erntet, kann er den Bedarf der Brauer gut abdecken. Laut Axel Hartwig ergeben 25 Tonnen Braugerste gut 20 Tonnen Malz, was für circa 1000 Hektoliter Bier benötigt wird. Das Mälzen - natürlich auch zertifiziert ökologisch – übernimmt die Rhön-Malz GmbH im bayerischen Mellrichstadt. Dass ökologisch erzeugter Hopfen und Gerste teurer sind als konventionelle Anpflanzungen, liegt auf der Hand. Ist diese Art der Erzeugung – bei aller Arbeit, die auch ein konventioneller Landwirt hat – noch arbeits- und damit kostenintensiver. „Es kommen keine chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Pflanzenschutz wird ausschließlich durch den Getreidestriegel gewährleistet, mit dem wir zwei bis dreimal jährlich über das Feld fahren. Das A und O ist die gute Pflege des Korns, das schon vor der Aussaat mit der Stoppelbearbeitung beginnt“, so von Langendorff.

Axel Hartwigs Feststellung, dass Bio-Bier mehr Geschmack als konventionell hergestelltes Bier hat, kann man durchaus bestätigen. Denn am Ende des Ganzen steht ein bernsteinfarbenes, süffiges, vollmundiges Bier, dessen Duft nach Malz und Hopfen einem schon vor dem ersten Schluck in die Nase steigt. Und ein Bier, dass es in sich hat – mit üppigen 13,2 Prozent Stammwürze und 5,5 Prozent Alkohol.

Das „Urstrom“ gibt es sowohl im Fass als auch in Flaschen. Zu beziehen ist es in den meisten Biomärkten, aber auch bei Citti in Kiel oder der Feinschmeckerei in Eckernförde. Auch in vielen Restaurants wird es ausgeschenkt: vom Kieler Yacht Club über das Restaurant im Gettorfer Tierpark bis hin zum Golfclub Altenhof. Und natürlich auf Gut Hohenhain – sowohl bei Feierlichkeiten als auch in gemütlicher Runde mit den Feriengästen, die auch bei der Präsentation bei schönstem Wetter nicht fehlen durften. Danach stand auf dem Feld aber noch Arbeit an. Da für die folgenden Tage Regen angesagt war, begannen Gutsbesitzer Burkhard von Langendorff und seine Leute damit, die Gerste zu ernten – die Bio-Gerste für Schleswig-Holsteins einziges Bio-Bier.


> www.urstrom-bier.de, www.guthohenhain.de


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