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Neuausrichtung : Urlauberkirche wird ökumenisch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde arbeitet an einem ökumenischen Zentrum in Damp. Die Kur- und Urlauberseelsorge wird neu ausgerichtet und soll eine Pastorenstelle im Grünen Haus in Eckernförde bekommen. Pastor Thomas Röhlk ist bis Ende September Pastor in der Insel.

Damp | Der Arbeitsbereich Tourismus soll im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde in der Propstei Eckernförde weiter entwickelt werden und erhalten bleiben. Der Dienstort der bisherigen Pfarrstelle in Damp an der „Insel“ soll aber nach Eckernförde in das neue „Grüne Haus“ verlegt werden, um von dort in der ganzen Region zu wirken, so hatte es der Kirchenkreisrat bei seiner Dezember-Sitzung beschlossen. Zugleich kündigte Propst Sönke Funck an, dass das Gebäude der Insel mittelfristig nicht mehr benötigt werde, da eine verstärkte ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche am Standort Damp geplant ist, „die Verhandlungen laufen und sind auf einem guten Weg“, so der Propst.

Bevor aber evangelische Angebote wie Gottesdienste, Amtshandlungen und Veranstaltung im Gebäude der benachbarten St. Elisabeth-Kirche stattfinden, wird Pastor Thomas Röhlk (56) als Nachfolger von Pastor Volker Struve bis 30. September die Kur- und Urlauberseelsorge in Damp in der Insel übernehmen. „Es war uns ganz wichtig, dass in der Urlaubssaison die Angebote in der Insel weiterlaufen“, sagt Propst Funck. Dass man mit Pastor Röhlk aus Flensburg-Weiche schnell einen interessierten Pastor fand, sei um so erfreulicher. Röhlk war zuletzt Vertretungspastor in Sterup, ist verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Mich reizt besonders die Ökumene“, sagt er, und er habe auch schon Erfahrungen in der Urlauberseelsorge. Seine erste Pastorenstelle war in Kiel beim evangelischen Gemeindedienst. Aus der Zeit kennt er die Insel und hatte mit dem damaligen Pastor Knut Kammholz gearbeitet. „Uns ist ganz wichtig, dass hier in Damp nicht Kirche verloren geht, sondern etwas Neues entsteht“, betont der Propst. Die Gespräche mit den katholischen Stellen seien sehr konstruktiv und machten Mut.

Ein Grund für die Umstrukturierung sind Veränderungen am Standort Damp. Über Jahrzehnte war die Kooperation des Kirchenkreises mit den Tourismusanbietern in Damp kennzeichnend für die Urlauberkirche. Die Kooperation mit Helios und seinen Gesellschaften im Damp soll fortgesetzt werden, aber es werde andere Bedingungen geben. So wurde bereits eine Kooperation für die Krankenhausseelsorge mit Pastorin Viola Engel vereinbart. Helios trägt ein 30 Prozent der Stelle, so Funck. Für die Urlauber Seelsorge stehe man seit gut einem Jahr in Verhandlungen, aber es sei sicher absehbar, dass es die bisherige 50-prozentige Kofinanzierung für die Pastorenstelle durch Helios nicht mehr geben werde. Der Vertrag läuft Ende Juli aus. „Kirche und Helios brauchen sich am Standort“, erklärt der Propst. Ursache sind große Veränderungen im Tourismusbereich. Trauungen und Taufen am Strand, Strandgottesdienste, Gute-Nacht-Geschichten und vieles mehr würde die ostsee ressort damp GmbH als Tourimusanbieter gerne beibehalten, so Funcks Beobachtungen der letzten Zeit.

Wie eine künftige Kooperation für die neue Pfarrstelle für Kur- und Urlauberseelsorge im Grünen Haus aussehen könnte, sei noch offen. Klar sei aber, dass Damp ein Schwerpunkt bleibt und das der Kirchenkreis die Notwendigkeit für den Arbeitsbereich Tourismus entwickeln möchte. Eine Ausschreibung der Kirchenkreispastorenstelle werde vermutlich erst im Herbst erfolgen, wenn auch das Grüne Haus fertig sei. Aufgabe des neuen Pastors wird es auch sein, eigene touristische Angebote in Kooperation mit Umlandgemeinden und Tourismusverbänden für die gesamte Propstei Eckernförde zu entwickeln.

Dass die ökumenische Arbeit gut ist, bestätigt Pastorin Viola Engel. Sie hatte im Vorjahr gemeinsam mit ihrem katholischen Kollegen Georg Hillenkamp einen Raum der Stille in der Rehaklinik eingerichtet. „Die Zusammenarbeit ist im letzten Jahren deutlich gewachsen“, sagt Engel und sieht dem Neuen zuversichtlich entgegen.

Die Bildung eines ökumenischen Zentrums in Damp stellt für den Propst eine Vision da, die zugleich neue Chancen eröffne. Das hätten die Erfahrungen der letzten Monate gezeigt, wie Dr. Friedebald Crome, seit 20 Jahren Organist in Damp und das ehrenamtliche Küsterpaar, Inga und Klaus Eppler, berichten. Sie hätten sehr viele katholische Gäste gehabt, die die Nähe der Kirchen lobten. Das große Interesse der Urlauber an Kirche motiviere ihn, sagt Klaus Eppler.

Beitragen zu einer Zukunft der beiden christlichen Kirchen in einem Gebäude könnte auch die Orgel der Insel. Sie war 1994 zu einem Drittel aus Spenden der Urlauber und Patienten in Damp angeschafft worden. Sie könnte in die St. Elisabeth-Kirche mit einziehen. Darüber freue man sich dort bereits, so Funck. Bisher nur als Idee wird über die Montage einer der Insel gestifteten Glocke von 1584 gesprochen. Sie könnte im Turm der Elisabeth-Kirche den Glockenklang verstärken. Dieses „tolle Symbol“ sei aber noch nicht weiter beraten.

 

 

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erstellt am 08.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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