Strandretter : Urlaub machen als Lebensretter

DLRG-Rettungsschwimmer Vanessa Deppe und Jakob Brüggemann üben den Einsatz mit dem Life-Board.
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DLRG-Rettungsschwimmer Vanessa Deppe und Jakob Brüggemann üben den Einsatz mit dem Life-Board.

Die ehrenamtliche Rettungsschwimmer der DLRG haben an den Stationen entlang der Ostsee viel zu tun. In Damp sind 16 Helfer im Einsatz, sie sind gut vorbereitet für Einsätze am Badestrand.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
24. Juli 2014, 06:00 Uhr

Damp | 4000 bis 5000 Gäste am Damper Strand – für die derzeit 16 DLRG-Rettungsschwimmer und Wachleiter Michael Vogel bedeutet das höchste Konzentration auf ihrer Hauptwache, den mehreren Wachtürmen und der Fußstreife am Strand. Ein ehrenamtlicher Job, den Vogel und seine Kollegen gerne leisten und als Hobby verstehen. Die dramatischen Badeunfälle am Wochenende entlang der gesamten Ostseeküste (wir berichteten) haben auch sie alarmiert. Sie hatten auch einige Einsätze, um Schwimmer aus der starken Brandung bei strammen Ostwind zu holen, aber es ging alles gut, sagt Vogel.

Michael Vogel und seine Frau Sabine sind seit 20 Jahren für die DLRG in Damp und kümmern sich in den Sommerferien in der Regel drei Wochen lang um den Stranddienst. Der Strand wird ab etwa Mitte Mai bewacht, in Vor- und Nachsaison von sieben bis acht Helfern. Mit Start der Hauptsommerferienzeit wird die Wachmannschaft verdoppelt. Der Wachdienst erfolgt täglich von 9 bis 18 Uhr. Damit der Einsatz am 2750 Meter langen Strandabschnitt, beginnend im Norden bei Schuby-Strand bis an den Damper Südstrand vor dem Surferstrand gewährleistet werden kann, muss Vogel die Organisation straff koordinieren. Um besonders junge Rettungsschwimmer gut einzuarbeiten und ihnen den Start zu erleichtern, werden sie mit erfahrenen Kollegen eingeteilt. Wer wo auf welchen Abschnitt zu finden ist, das vermerkt Vogel, der in Witten Berufsfeuerwehrmann ist, auf einer Wandtafel. Jeder Helfer hat ein Namenschild, das per Magnet bewegt wird. „So behalte ich immer den Überblick und kann blitzschnell reagieren“, sagt der Wachleiter. Über Funk besteht jederzeit Kontakt.

Aufgrund des starken Ostwindes, der zwar die Quallen vom Strand fernhält, aber mit hoher Brandung und gefährlicher Unter- und Seitenströmung andere Gefahren auslöst, sei derzeit der Einsatz von Rettungsbooten nicht möglich. Bei Wellen von rund zwei Meter Höhe sei der Einsatz für die Helfer zu gefährlich, dafür seien die Boote nicht ausgelegt. Sie greifen daher zu den Life-Boards, mit denen sie sich schwimmend mit Taucherflossen ausgestattet durch die Brandung arbeiten müssen. „Das ist schon ganz schön anstrengend“, berichten Vanessa Deppe und Jakob Brüggemann, die als Bootsbesatzung den Boardeinsatz übten. Selbstüberschätzung, Kräftemangel oder auch Berührungen des Schwimmers unter Wasser durch Quallen oder Neunaugen, die Panik auslösten, seien gepaart mit starker Strömung und hoher Hitze Ursachen für Badeunfälle, so Vogel.

Als am Wochenende auch in Damp die rote Flagge gehisst wurde, die ein Badeverbot signalisiert, da hätten sie mit Megafonen versucht, die Leute aus dem Wasser zu holen. Eine ordnungsrechtliche Handhabe hätten sie nicht, so der Wachleiter. Die meisten Badegäste folgten dem auch. Grundsätzlich aber stellten sie fest, dass sich kaum jemand über die Bedeutung der Flaggen informiert. Auf entsprechenden Tafeln wird informiert, und im Gespräch mit den DLRG-Helfern könne man auch mehr über die akuten Gefahren erfahren. Schnittwunden, Verbrennungen durch Feuerquallen und vermisste Personen, dass sind die Hauptaufgaben, der Helfer. Froh sind Vogel und seine Mitstreiter, wenn Kinder abgegeben werden, die ein Kindersuchband der DLRG tragen. Bei der kostenlose Ausgabe an Eltern wird die Nummer auf der Rückseite mit dem Namen eines Erziehungsberichtigten, auf Wunsch auch nur der Vorname, mit einer Telefonnummer auf einer bei der DLRG-Wache hinterlegten Liste vermerkt. Reisen die Gäste ab, wird alles gelöscht, so Vogel. Steht diese Hilfe nicht zur Verfügung, steht die DLRG in engem Kontakt zu Polizei, zur DGzRS, zum Hafenmeister aber auch Ostseehotel und ostsee resort damp, um Suchen zum Erfolg zu führen. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, sagt Vogel und lobt dabei auch die besondere Betreuung der Helfer durch das ostsee resort damp, die Unterkünfte, Verpflegung und auch Nutzung von Anlagen ermöglichen. So sind sie jeden Tag hochmotiviert, den Blick auf Strand und Wasser zu richten. Wiebke Wasilewski ist seit 1999 im Sommer in Damp. Das letzte Wochenende sei in der Tat eine große Herausforderung gewesen, sagt sie. Man habe immer die Sorge, einen Schimmer in seinem Beobachtungssektor aus dem Blick zu verlieren. Für alle Fälle kann Wachleiter Vogel auch auf die drei Web-Cams zurückgreifen, mit denen er am PC die Suche im Wasser und Strand unterstützen kann. Bisher sei in Damp kein Badegast im Wasser verunglückt – daran solle sich nichts ändern.

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