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NEUE AUSSTELLUNG AUF CARLSHÖHE : Urbanität, Heimat, Menschen auf Wanderung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Galerie Carlshöhe stellen die Hamburger Künstlerinnen Hanna Malzahn und Ele Runge unter dem Titel „PlatzVerweise“ aus. Vernissage ist am Sonntag, 12. Februar, um 15 Uhr.

Es ist ein kräftiges, starkes Rot, aus dem die kantigen Gebäude herausstechen und dem Betrachter sofort ins Auge fallen. Das Triptychon zeigt eine eher abschreckende und abweisende Urbanität, die nicht zum Wohnen einlädt und keinerlei Zuhause-Gefühl bietet. Es drängt sich unwillkürlich die Frage auf, wo der Mensch da noch Platz hat. Im hinteren Teil der Galerie verdeckt eine Folie den Zugang zu einem Raum. Nur zwei Gucklöcher bieten dem Betrachter die Möglichkeit, ins Innere zu schauen. Füße, große und kleine, nackte und in einfachen Schuhen steckend, sind unterwegs, scheinbar ziellos, scheinbar endlos. Vier Takte des Titels „Nous sommes deux, nous sommes trois“ von Georges Moustaki sind in einer Endlosschleife zu hören. Der Betrachter fragt sich unwillkürlich, wo die Besitzer dieser Füße ein Zuhause haben.

Unter dem Titel „PlatzVerweise“ stellen die beiden Hamburger Künstlerinnen Hanna Malzahn (63) und Ele Runge (61) in der Galerie Carlshöhe von Marlies Greifenberg aus. Flucht, Wanderung, Bewegung, Stillstand, Stadtansichten, Plätze, Orte, Urbanität, Heimat – die Ausstellung bietet durch die Gegensätzlichkeit der Künstlerinnen eine große Vielfalt an künstlerischem Schaffen und an Themen. „Auf Plätze verweisen oder von Plätzen verwiesen werden, ein Zuhause haben oder kein Zuhause haben, der Titel ermöglicht vieles“, sind sich Malzahn und Runge einig. Kennengelernt haben sich die beiden vor einem Jahr in der Hamburger Ortsgruppe von Gedok, einer Gemeinschaft von Künstlern und Kunstfreunden. Bei Malzahn steht die Architektur im Vordergrund ihres Schaffens. Ihre Werke zeigen Bilder, die die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lassen. Die Urbanität zwischen Orient und Okzident ist eines ihrer großen Themen. Zugrunde liegen oft stark verfremdete Fotos, die Stadtansichten zeigen und die die Künstlerin in ein Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion setzt. Und immer wieder ist die Stadt Hamburg in verfremdeter Form zu erkennen. Aber Stadt kann auch ein fröhliches Zuhause bieten – das zeigt die 63-Jährige in einigen bunten Bildern, die an Hundertwasser denken lassen. „Diese Städte sind reine Fantasie“, sagt Malzahn.

Ele Runge stellt in ihren Arbeiten ausnahmslos die Menschen in den Vordergrund. Sie thematisiert die Verflechtungen von Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen, es geht um Selbst- und um Fremdbestimmtheit und um äußere sozialpolitische Komponenten. „Es gibt Menschen, die müssen wandern“, sagt die 61-Jährige. Nicht nur in der Installation thematisiert die Hamburgerin die aktuelle Flüchtlingssituation. „Aber nie mit dem erhobenen Finger, sondern das Bild soll auch schöne Dinge auf eine ästhetische Art zeigen“, so Runge. In einem Raum stellt sie „Carpets“ aus, wie sie selbst sagt. Bilder, die an stilisierte Wandteppiche erinnern. In Anlehnung an die Bilderflut, die uns im Medienalltag überfällt, sucht sie sich ein Foto heraus, zerlegt es und setzt es wieder zusammen. „Ich bringe das Bild zur Ruhe“, sagt Runge. Mit feinen Strichen malt sie in der Collage. So zum Beispiel in dem Bild 6 der Reihe „Where ever you go“. Den Stacheldraht, der die Menschen umgibt, verfremdet sie mit einer an Perlenketten erinnernden Schnur. Schöne und unschöne Momente im Leben sind ihrer Meinung nach so oft im Leben eng beieinander.

>„PlatzVerweise“ mit Werken von Hanna Malzahn und Ele Runge. Vernissage am So., 12. Februar, um 15 Uhr. Einführung Marlies Greifenberg. Zu sehen bis 2. April, Mi. 15 bis 18 Uhr, Sa. und So. 14 bis 17 Uhr

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