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Eckernförde goes peking : Unvergessliche Erlebnisse für Musiker und Publikum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Peter-Jochimsen-Stiftung aus organisiert in Peking das „Festival Makel los“ für 250 behinderte Musiker aus Europa, Südkorea und China. Ausverkaufte Hallen und ein begeisterungsfähiges Publikum – das Festival hat Eindruck hinterlassen.

Musik verbindet. Diese Erfahrung gilt um so mehr, wenn es sich um Musiker mit Behinderungen handelt, die aus aller Welt nach Peking anreisen, um dort gemeinsam auf einem Festival aufzutreten. Vom 20. bis 25. Oktober trafen sich über 250 Musiker aus China, der Schweiz, Ungarn, Südkorea und Deutschland beim „Festival Makel los – Sans Tache“ in Chinas Hauptstadt. Ausgerichtet wurde das Festival von der Peter-Jochimsen-Stiftung aus Eckernförde und der Gesellschaft „Foundation Paix 21“ aus der Schweiz. Der deutsche Botschafter in Peking, Michael Clauss, sowie die Vertreter der anderen teilnehmenden Länder würdigten den Einsatz der Veranstalter, die den behinderten Musikern und den Zuschauern gleichermaßen ein unvergessliches Erlebnis bescherten.

Allein schon der Festivalort verschlug vielen Teilnehmern und Besuchern die Sprache. Das National Center for the Performing Arts – das ovale aus einem künstlich angelegten See aufragende Glasgebäude, gilt als Wahrzeichen der chinesischen Neuzeit. Unter dem Gewässer befindet sich Zugang zu dem himmelartig gewölbten säulenfreien Hallengebäude mit imposanter Bühne, Saal und Technik. Zwölf Gruppen unterschiedlichster Instrumentalisierung und Ausdrucksformen (Rock, Hardrock, A Cappella, Trommeln, Schlager, Volksmusik, Blues) haben die Länder nach Peking entsandt. Über 1000 Zuschauer wurden „im Sturm erobert, waren zum Teil zu Tränen gerührt“, berichteten Teilnehmer. Jede der Darbietungen war lebensbejahend und wirken so eindringlich nach, dass am folgenden Tag die in diesem Fall unzensierten chinesischen Internetseiten gefüllt waren mit Eindrücken und Fotos.

An einem Tag war der ganze Festivaltross zu Gast in der privaten Beijing Royal School. Einem Campus für mehr als 2000 Schüler für alle Fächer der klassischen und modernen Bildung mit einem Saal für über 1200 Zuschauer. Im Raum hinter der Bühne begegnen sich die Gruppen, es entwickeln sich sprachfreie Gesprächen mit Hilfe der Musikinstrumente. Und keinen interessiert mehr, wer behindert ist und wer nicht. Das Konzert im voll besetzten Saal wird ein großer Erfolg. Vor allem die Ungarn verstehen es, die Begeisterung des Publikums ganz am Schluss auf die Spitze zu treiben. Ihre Mischung aus jubelnden Bewegungen, der rockigen Musik und den tanzenden Rollstühlen sorgt für eine ausgelassene Atmosphäre.

Während viele den anschließenden freien Tag zur Stadterkundung nutzen, treffen sich das Organisationskomitee und die Gruppenleiter zur Aussprache. Fazit: „Wir versuchen etwas, was in China seit 12 000 Jahren nicht stattgefunden hat, nicht stattfinden konnte: Behinderte Menschen treten in aller Öffentlichkeit zusammen mit Nicht-Behinderten auf den prominentesten Bühnen der Stadt auf.“ Mit fünf Reisebussen fährt das Festival-Kollektiv tags darauf zu einem riesigen Gebäude. Der „chinesische Palast“ besteht aus einem Museum, einem Hotel und einer Vielzahl von Restaurants. Die Gruppen spielen ihre besten Stücke nach freier Wahl – Feierstimmung unter den geladenen Gästen und den Mitgliedern der chinesischen Partnerorganisation und des kommunalen Behindertenvereins.

Zum Abschluss treffen sich die Festivalmusiker zur Session an der International Youth University. Einen halben Tag lang geben sie sich der Musik und dem Tanz hin. Was folgt sind Tränen des Abschieds, Austauschen der Adressen, Verabredung zu weiteren Konzerten. Nach Kulturschock, Ungeduld und einer langsamen Annäherung an das Fremde sind alle glücklich in der Freundschaft angekommen.

www.festivalmakellos-sanstache.org

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erstellt am 28.Okt.2014 | 06:47 Uhr

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