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Eckernförder Zeitung

22. September 2017 | 21:02 Uhr

wir-bewegen.sh : Unterstützung für das Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Finanzministerin stellt Spendenplattform für Schleswig-Holstein beim Hospizverein in Gettorf vor

von
erstellt am 06.Jun.2015 | 06:10 Uhr

Gettorf | Eine Rampe für die Skatehalle in Schleswig, eine Werkstatt für Flüchtlinge in Achterwehr, ein ausbruchsicheres Gehege für die Kaninchenhilfe Nordfriesland – das sind drei von bisher neun Projekten, die über die im März vom Land gestartete Spendenplattform www.wir-bewegen.sh realisiert wurden. Schon bald kann sich vielleicht auch der Hospizverein Dänischer Wohld in die Liste einreihen, der dort 2000 Euro für die Ausbildung von Hunden im Besuchsdienst sammelt. Gestern stattete Finanzministerin Monika Heinold den Vierbeinern und ihren Besitzern, die bereits im Hospizdienst eingesetzt sind, einen Besuch ab, um für dieses Projekt und die Spendenplattform zu werben.

Insgesamt 11  898 Euro wurden für die ersten neun Vorhaben gespendet, die nun umgesetzt werden können. Dem Hospizverein fehlen noch 538 Euro bis zu seinem Ziel von 2000 Euro. So viel kostet die Ausbildung von weiteren fünf Hunden und ihren Haltern für die Hospizarbeit. 13 Teams haben das bereits hinter sich, doch die Liste der Interessenten für dieses Ehrenamt ist lang. „Auf unseren ersten Aufruf haben sich 85 Personen gemeldet“, berichtete die Vorsitzende Dr. Friederike Boissevain.

Ob die Vierbeiner geeignet sind, stellt Kati Zimmermann vom Assistenzhundezentrum Nord in einem Test mit alltäglichen Situationen fest. Dabei muss der Hund beispielsweise ruhig bleiben, wenn neben ihm Dinge zu Boden fallen, und der Versuchung widerstehen, wenn Lebensmittel vor seiner Nase landen, erklärt Zimmermann. Über zwei Monate werden die Teams an Wochenenden geschult, zur klassischen Besuchshundausbildung kommen Elemente der hospizlichen Arbeit hinzu. „Wo wir sprachlich an unsere Grenzen stoßen, kommen die Hunde weiter. Sie sind sehr feinfühlend und können allein durch ihr Dasein ein helfendes Gefühl von Nähe und Verbundenheit zu Sterbenden herstellen“, erklärt Dr. Boissevain. Durch den Kontakt zu ihnen ließen sich bei Patienten beispielsweise Spastiken lösen, und sogar Wachkoma-Patienten reagierten darauf, erzählte Zimmermann. Sie berichtete von einer Frau, die ans Bett gefesselt war. „Nach zwei Wochen saß sie im Rollstuhl und hat uns schon winkend erwartet“, schilderte die Ausbilderin. „Das ist faszinierend. Da weiß man, wofür man das macht.“

Die Finanzministerin zeigte sich beeindruckt. Die Hospizarbeit bedeute eine große Herausforderung für die Helfer. Sie wachsen einerseits über sich hinaus, erfahren persönliche Bereicherung. Auf der anderen Seite bewegen sie sich an der Grenze dessen, was ein Mensch am Tag verkraften könne, so Heinold. Das Beispiel des Hospizvereins mit seinen vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden zeige eindrucksvoll, was Menschen bewegen könnten und wie viele gute Ideen es gebe, so Heinold. Mehr als 40 Prozent aller Schleswig-Holsteiner engagierten sich freiwillig für die Gesellschaft. „Das könnte unser Land niemals finanzieren. Wir können lediglich Strukturen stärken, die dieses Engagement möglich machen, wir können informieren und prüfen, wie wir engagierten Menschen das Leben leichter machen“, sagte Heinold. Die Spendenplattform solle dazu beitragen. Sie sei eine gute Möglichkeit für die Menschen in der Region, Geld zu spenden und dabei sicher zu sein, dass es auch dort ankommt, wo es benötigt wird.

> www.hospiz-im-wohld.de

> www.facebook.com/SanftePfoten

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