Eckernförde : Untergegangene „Ninive“: Bergung noch nicht in Sicht

In der Nacht zu Donnerstag ist die „Ninive“ aus ungeklärter Ursache gesunken. Von dem knapp 25 Meter langen und fünf Meter breiten Holzschiff gucken neben den beiden Masten nur noch der Bugspriet und der obere Teil der Backbord-Reling aus dem Wasser heraus.
In der Nacht zu Donnerstag ist die „Ninive“ aus ungeklärter Ursache gesunken. Von dem knapp 25 Meter langen und fünf Meter breiten Holzschiff gucken neben den beiden Masten nur noch der Bugspriet und der obere Teil der Backbord-Reling aus dem Wasser heraus.

In der Nacht zum 22. Januar ist die 25 Meter lange „Ninive“ im Eckernförder Hafen gesunken. Ein Bergetermin ist immer noch nicht in Sicht. Hinter den Kulissen werden die Eigentumsverhältnisse geklärt.

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27. Januar 2015, 06:31 Uhr

Eckernförde | Auch sechs Tage nach dem Untergang des 25 Meter langen und 1989 in Rickling bei Bad Segeberg gebauten Zweimasters „Ninive“ im Eckernförder Binnenhafen bleiben die wichtigsten Fragen offen: Warum ist das Schiff untergegangen, und wer kommt für die Bergungskosten auf?

Fragen, auf die die Wasserschutzpolizei, die Stadtwerke als Hafenbetreiber und der Eigner noch keine Antwort gegeben haben. Die Polizei kann es nicht, weil das Boot immer noch unter Wasser liegt und eine Untersuchung der Unglücksursache somit nicht möglich ist. Den Stadtwerken ist an einer schnellen Bergung durch den Eigentümer gelegen, einen neuen Sachstand gebe es allerdings nicht, erklärte Geschäftsführer Dietmar Steffens. Der Eigner, dem Vernehmen nach der Verein „Belquis“ aus Hamburg, hat sich öffentlich noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Wie die Wasserschutzpolizei in Kappeln auf Anfrage der Eckernförder Zeitung mitteilte, sei der Kontakt aber inzwischen hergestellt. Zurzeit würden die Eigentumsverhältnisse geklärt, hieß es. Einen Bergungstermin gebe es noch nicht.

Wie das Europäische Segel-Informationssystem auf seiner Homepage bekannt gibt, soll die „Ninive“ bis Oktober 2014 noch dem Verein Ninive e.V. aus Kiel gehört haben, der das Schiff dann an den Hamburger Verein Belquis verkauft haben soll. Nun gelte es zu klären, wer für die Bergung verantwortlich ist. Im Schiffsregister sei noch der Verein Ninive als Eigner eingetragen, wird unter dem Punkt „Aktuelle Seenotfälle“ berichtet. Das beim Amtsgericht Kiel geführte Seeschiffsregister bestätigte dies. Nach wie vor sei dort der Verein Ninive als Eigner des gleichnamigen Schiffes eingetragen.

„Der Alt-Verein hat mit diesem Unglück nichts zu tun. Wir sind da raus. Es gibt ein Übergabeprotokoll und einen Kaufvertrag“, erklärte demgegenüber der Eckernförder Skipper und Besitzer mehrerer Traditionsschiffe, Rieke Boomgaarden, der früher selbst Mitglied und zeitweise auch Vorsitzender des Vereins Ninive war. Mittlerweile hat er aber den Verein verlassen. Boomgaarden sagte, dass es nach einem Schiffsverkauf durchaus drei Monate dauern könne, bis die Umtragung im Schiffsregister erfolgt. Das bestätigte auch das Seeschiffsregister auf Nachfrage.

In den vergangenen zwei Jahren habe er sich um den Dauerlieger Ninive gekümmert, sagte Boomgaarden. Zuletzt sei er am Sonnabend vor dem Untergang an Bord gewesen, da sei noch „alles chico“ gewesen. Er könne sich nicht vorstellen, dass es ein Leck in der sieben Zentimeter dicken Bordwand aus Eichenholz gegeben haben soll, durch das Wasser ins Schiff eingedrungen ist. Er wolle aber nicht weiter über den Grund des Untergangs spekulieren, so Boomgaarden. Den werde man nach der Bergung sicher schnell feststellen können. Einen Termin dafür gibt es allerdings noch nicht.

Die in der Nacht zum vergangenen Donnerstag gesunkene „Ninive“ im Eckernförder Binnenhafen hat seit der Veröffentlichung in der EZ vom vergangenen Freitag bereits viele Besucher angelockt.

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