Eckernförde : Untergang der „Ninive“: Unklare Eignerfrage verzögert Bergung

Die gesunkene „Ninive“ lockt weiterhin Schaulustige an. Eine Bergung ist wegen der unklaren Besitzverhältnisse noch nicht in Sicht.
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Die gesunkene „Ninive“ lockt weiterhin Schaulustige an. Eine Bergung ist wegen der unklaren Besitzverhältnisse noch nicht in Sicht.

Der gesunkener Zweimaster „Ninive“ liegt eine Woche nach dem Unglück immer noch auf Grund im Eckernförder Binnenhafen. Hinter den Kulissen ist ein Eignerstreit zwischen den Vereinen Ninive und Belquis entbrannt.

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28. Januar 2015, 06:08 Uhr

Eckernförde | Die nach wie ungeklärte Eigentumsfrage blockiert die Bergung der „Ninive“, die in der Nacht zum vergangenen Donnerstag im Binnenhafen gesunken ist. Solange nicht eindeutig ein Eigner beziehungsweise dessen Versicherung in die Verantwortung genommen werden kann und die Bergungskosten übernimmt, wird der 25 Meter lange Zweimaster wohl auf Grund bleiben. Einen Bergetermin kann zurzeit jedenfalls niemand nennen.

Knackpunkt sind unterschiedliche Interpretationen des Kieler Vereins Ninive als Verkäufer des Schiffes und des Hamburger Vereins Belquis als Käufer. Nach zwei Begehungen im August und September soll der Handel im Oktober 2014 über die Bühne gegangen sein, nach Auskunft des damaligen Ninive-Vorsitzenden Rieke Boomgaarden aus Eckernförde mit notariellem Kaufvertrag und Übergabeprotokoll. Das sei dann auch seine letzte Amtshandlung für den „ausgepowerten“ Verein gewesen, sagt Boomgaarden. Er habe danach seinen Vorsitz niedergelegt, dies auch gegenüber dem Gericht erklärt und den Verein verlassen.

Vom Verein „Belquis“ war kein Vorstandsmitglied oder Ansprechpartner zu ermitteln, der zu den Vorfällen Stellung nehmen konnte. Auch Recherchen über den Verein im Internet blieben erfolglos.

Beim Schiffsregister am Amtsgericht Kiel ist nach wie vor der Verein Ninive als Eigentümer eingetragen (wir berichteten). Dort liegt nach EZ-Recherchen zwar ein Antrag auf eine Umschreibung vor, aufgrund noch fehlender Urkunden und Dokumente könne dieser aber noch nicht vollzogen werden, hieß es. Noch ein paar Tage vor dem Untergang der Ninive sei der Vorgang im Schiffsregister noch mal auf den Tisch gekommen, und man habe beide Parteien gebeten, die erforderlichen Unterlagen beizubringen. Bis gestern jedoch ohne Resonanz.

Und so könnte aus dem Untergang der Ninive ein Fall Ninive werden. Die Stadtwerke als Hafenbehörde kämen dann möglicherweise in die Situation, selbst die Bergung veranlassen zu müssen und die Kosten dafür zu bezahlen, um dann zu versuchen, sie beim rechtmäßigen Eigner einzufordern.

Die „Ninive“ wurde von 1985 bis 89 in Rickling bei Bad Segeberg vom Verein Jona als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Resozialisierungsprojekt mit Arbeitslosen der Umgebung und Freigängern aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster gebaute. 2002 wurde der Verein in Ninive umgetauft. Das Schiff lag mehrere Jahre fest vertäut im Eckernförder Binnenhafen.

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