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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 11:03 Uhr

Unheilvoller Hang zum Missgeschick

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kennen Sie das auch? Wenn sich mir eine Chance eröffnet, Mehl zu verschütten, ein Glas fallen zu lassen, die Waschpulver-Packung umzukippen, ich ergreife sie.

So habe ich mir schon einen Zahn gespalten mit dem einzigen Stein, der sich in meinem Vollkornbrot befand. Ich beiße auch auf ein versprengtes Kümmelkorn in einem ansonsten kümmellosen Brot - wohl, weil ich Kümmelkörner absolut nicht mag. Letztens habe ich es geschafft, die Kaffeemaschine anzustellen, ohne zu bemerken, dass die Kaffeekanne noch nicht darunter stand, denn die war noch im Geschirrspüler.

Hoffentlich geht es Ihnen manchmal auch so, ich möchte nicht allein so deppert dastehen: Ich balanciere, ganz ohne Tablett, hübsch ineinander gestapeltes Frühstücksgeschirr in die Küche, ich könnte auch zweimal gehen ... oder das Tablett wie sonst benutzen, aber nein, „passt scho“, sagt man dazu in Bayern. Und natürlich fällt ein Teil des sorgsam gestapelten Gebildes herunter. Es kann gar nicht anders sein. Das Seltsame ist, man weiß eigentlich schon vorher, dass es nicht gut gehen kann. Nur warum macht man es dann trotzdem?

Ich bin auch gut im Umkippen von, genau, Gläsern mit Saft oder Wein aufgrund meiner nicht immer sparsamen Bewegungen. Außerdem habe ich eine lebhafte Phantasie. Ich stelle mir eine mögliche Situation vor, und, was soll ich sagen, ich bin anschließend nicht wirklich erstaunt, wenn es dann genau so passiert - nur stinkwütend. Tolle Sache im Prinzip, ich kann „herbei denken“. Manchmal finde ich, dass ich nichts dafür kann, aber ... es passiert. Dann liege ich vor dem Blumenladen lang, weil genau vor meinen Füßen eine Blumenkiste im Weg steht, die vorher, ich könnte schwören, nicht da war!

Schlimm ist es, wenn ich es eilig habe. Es nützt meistens nichts, wenn ich mir sage: Bärbel, mach gaaanz langsam! Genau dann fällt etwas runter, reißt ein Knopf, hakt ein Reißverschluss oder ich sperre mich aus, alles schon dagewesen und noch viel mehr ....

Sicher kennen Sie das auch – lassen Sie mich bloß nicht im Stich: Sie haben eine helle Hose an, Sie knabbern an einer Möhre (man soll jeden Tag mindestens drei essen) und beim Knabbern fällt ein Stück dieser satt orangefarbenen Möhre, richtig, auf die Hose. Nicht so schlimm, sagen Sie? Wissen Sie nicht, dass das einen hässlichen, weil ziemlich echten Fleck, was sage ich, langen Farbstreifen auf der Hose, hinterlassen kann? Das winzige Stück nutzt die Oberschenkel-Strecke Richtung Knie voll aus. Ich weiß es, ich habe wie eine Verrückte an dem Fleck gearbeitet.

Viele wissen, dass ich jahrelang über die Brücke in Lindaunis fahren musste, zur Arbeit und auch zum Vergnügen. Oft genug war sie gesperrt, weil sie marode ist. Und das bedeutete immer Umwege über Kappeln. Heute fahre ich einmal im Jahr nach Angeln zum Geburtstagsfrühstück, und dieses eine Mal ist immer ein Dreizehnter, kein Freitag, nein, meistens nicht. Ich fuhr diesmal also gänzlich unbelastet los, über Rieseby Richtung Stubbe, und – war ja klar, vor der Abbiegung stand dann dieses verhasste Schild: „Ganztägig gesperrt am 12. + 13. bis 16 Uhr“.

Eigentlich, Sie können inzwischen doch mitreden, musste es so sein. Es musste einfach genau an diesen beiden Tagen Reparaturarbeiten an dieser Brücke geben. Der kurvenreiche Umweg über Thumby und Kappeln hat mich dann eine Stunde gekostet. Natürlich waren obendrein die langsamsten Sonntagsfahrer – es war gar kein Sonntag – und einige Laster unterwegs. Überholen war nicht drin, also zockelte ich so dahin – mit Aussicht auf ein spätes Frühstück.

PS: Eines ist komisch: Freitag, der 13., konnte mir noch nie etwas anhaben. Den Tag mag ich.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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