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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 02:12 Uhr

Ungewohnte Klänge in der Stadthalle

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Streichquartett und Marimba – eine interessante Kombination / Mandelring-Quartett tritt gemeinsam mit der Marimba-Spielerin Katarzyna Mycka auf

von
erstellt am 25.Jan.2016 | 06:50 Uhr

Das erste Konzert des Jahres 2016, von der „Konzertreihe Eckernförde“ initiiert, brachte eine ungewohnte und zunächst fremde Kombination: zu einem althergebrachten Streich-Quartett hatte sich eine Marimba, ein Xylophon-artiges Schlaginstrument afrikanischer Herkunft, hinzugesellt. Die Marimba-Spielerin Katarzyna Mycka, Stuttgarterin mit polnischen Wurzeln, bewies mit ihren vier Schlegeln nicht nur eine phänomenale Treffsicherheit, sondern musizierte auch mit einer fein austarierten Anschlagstechnik. Und das alles auswendig! Das Mandelring–Quartett, das schon mehrfach in Eckernförde aufgetreten ist, besteht aus Sebastian Schmidt, Nanette Schmidt (1. u. 2. Violine); Andreas Willwohl (Bratsche) sowie Bernhard Schmidt (Violincello). Die drei Schmidt-Geschwister haben den Bratschisten Willwohl als guten Freund und hervorragenden Kollegen gewonnen.

Die Künstler begannen den Konzertabend mit dem Streichquartett in D–Dur op. 44/1 von Felix Mendelssohn-Bartholy (1809-1847). Das Quartett spielte mit viel Ausdruck und sehr harmonisch, die Abstufungen geschahen absolut einheitlich – was der Wiedergabe viel Farbigkeit verlieh. Trotz des hohen Tempos erklang das Spiel absolut exakt und doch geschmeidig. Das Menuett kam „gemütlich“ daher, im Sinne von gemütvoll. Im Andante erlebte das ausverkaufte Haus viele logische Betonungen, was der Gesanglichkeit diente. Hier hatte der Erste Geiger Sebastian Schmidt den Hauptpart zu bestreiten. Lebendig und vorwärts strebend erklang das Finale – die Spielfreude der Künstler war wieder deutlich zu spüren!

Ganz anders erklang das Streichquartett in g–moll op. 10 von Claude Debussy (1862–1918). Verhalten, mit logischen Steigerungen, aber stets ein bisschen verschleiert und mit spätromantische Anklängen. Im 2. Satz gab es viele pizzicati in den beiden Geigen und anschließend volle Klänge – meisterlich dargeboten! Geheimnisvoll begann das Andantino, wurde innig fortgesetzt. Man erlebte ein wunderschönes Bratschen–Solo, und danach zeigte sich das ganze Ensemble wieder mit drängender Intensität, um dann erneut zu geheimnisvollen Klängen zurückzukehren.

Elegisch und weich begann das Finale – jede Stimme erhielt ihre klare Bedeutung. Das hervorragende Musizieren zeichnete sich nicht nur durch absolute Sauberkeit, sondern vor allem durch die überzeugende Gestaltung der schwierigen Musik aus.

Gespannt war man auf das Zusammenspiel von Streichern und der Marimba. Das Konzert für Marimba und Streicher von Emmanuel Séjourné aus dem Jahre 1961 mit seinen zwei Sätzen lebte vor allem durch die Soli der versierten Marimba-Künstlerin Katarzyna Mycka, die höchst unterschiedliche Klänge und Ausdrucksweisen zu Gehör bringen konnte. Fantasievoll und mit schlafwandlerischer Sicherheit bediente sie ihr über zwei Meter großes Instrument. Das Finale mit der Bezeichnung „Rhythmisch, energisch“ machte seinem Namen alle Ehre.

Auch bei dem Konzert für Marimba und Streicher von Ney Rosauro (1952) lebten die vier Sätze mit den Bezeichnungen „Begrüßung“, „Klage“, „Tanz“ und „Lebewohl“ von der Ausdruckskraft der Spielerin. Sie konnte die südamerikanische Lebensart der Menschen überzeugend wiedergeben – ein hervorragendes Spiel, das man nur mit großer Bewunderung erleben konnte.

Für den überaus frenetischen Beifall bedankten sich die fünf Künstler mit einem argentinischen Tango.

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