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PREMIERE : Unfallszenario: Blutende Wunden, bewusstloses Kind

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Jugendrotkreuz absolviert erstmals eine Übung eines Ernstfalls mit Beteiligung von Polizei und Krankenwagen. Die Gruppe sucht dringend neue Mitglieder, auch Flüchtlingsinder werden aufgenommen.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2016 | 05:44 Uhr

Eckernförde | Daniel liegt auf der Straße zwischen einem Auto und seinem Fahrrad. Der Zehnjährige blutet an Kopf, Ellenbogen und Knie. Er ist bewusstlos und nicht ansprechbar. Benommen und mit starrem Blick sitzt Jeniffer hinter dem Steuer in dem Auto. Von der Stirn der 15-Jährigen tropft Blut. Die Helfer der Jugendrotkreuzgruppe sind schnell zur Stelle, als Amely Püschel (10) den Unfall bemerkt und ihn der Gruppe, die gerade ihren Übungsnachmittag in den DRK-Räumen hat, meldet. Die Unfallopfer werden versorgt, die Straße abgesperrt, die Polizei kommt mit Blaulicht und Martinshorn angefahren. Zwei Krankenwagen des DRK-Bereitschaftsdienstes fahren in die Gasstraße.

Die Kinder und Jugendlichen beruhigen die Anwohner – was wie ein Ernstfall aussieht, ist in Wahrheit eine Übung. „Es handelt sich um eine Premiere“, sagt Roland Meese, Jugendgruppenleiter des DRK-Ortsvereins. Der 53-Jährige hat die Leitung der Jugendrotkreuzgruppe 2014 übernommen. Sein Ziel ist die Stärkung der Gruppe durch den Gewinn neuer Mitglieder. Unterstützt wird er von Ehefrau Ramona (40), die sich als stellvertretende Gruppenleiterin im JRK engagiert.

Folgendes Szenario gab es für die Übung: Jeniffer Meese (15) wird während des Übungsnachmittages wütend auf ihren Vater, schnappt sich den Autoschlüssel ihres Vaters und will wegfahren. Dabei übersieht sie Daniel Gabrecht, auch ein Mitglied der JRK-Gruppe, der auf der Straße mit seinem Fahrrad unterwegs ist, und fährt ihn an, so dass dieser vom Rad stürzt und sich schwer verletzt.

Die Kinder und Jugendlichen wissen genau, was ihre Aufgaben sind. Iven Köster (9) sichert die Unfallstelle ab. Michelle Behrendt (16) und Lisa Keller (15) eilen mit dem Erste-Hilfe-Koffer zu Daniel, der auf der Straße liegt. Die Wunden hat ihm wie auch Jeniffer vorher Ramona Meese mit Tuschfarben beigebracht. Zwar wissen beide Sanitätshelferinnen um den Übungscharakter ihres Einsatzes, trotzdem ist eine gewisse Nervosität spürbar – gilt es doch, das Erlernte ruhig und in richtiger Reihenfolge anzuwenden. Zunächst sprechen sie Daniel an, kontrollieren seine Atmung, bevor sie ihn in die stabile Seitenlage bringen. Mit ruhiger Hand versorgen sie seine Wunden. Lisa legt ein Kühlkissen auf die Rippen, da der Verdacht auf eine Prellung besteht. Alle Tätigkeiten werden auf einem Protokollbogen aufgeschrieben und abgehakt.

In der Zwischenzeit kümmern sich Ersthelferin Fabienne Püschel (14) und Fabian Behrendt (18) um Jeniffer, die benommen im Auto sitzt und nicht wirklich ansprechbar ist. Der 18-jährige Sanitätshelfer spricht sie beruhigend an, zieht sie vorsichtig aus dem Auto und setzt sie auf eine Decke. Während die Helfer ihre Wunden versorgen und den Blutdruck messen, kommt auch schon die Polizei mit Blaulicht und Martinshorn angefahren. Lisa Keller hat die Polizei angerufen. Die Polizeioberkommissare Uwe Voigt und Kai Oster nehmen den Unfall auf. Nur Minuten später fahren zwei Krankenwagen des DRK-Bereitschaftsdienstes in die Gasstraße. Gemeinsam mit den Sanitätern bereiten die Jugendlichen die Verletzten für den Abstransport ins Krankenhaus vor.

17.50 Uhr – der Einsatz ist nach rund 40 Minuten beendet. Gruppenleiter Meese hat nur Lob für seine Jungen und Mädchen übrig. „Es war toll zu sehen, wie ruhig ihr alles gemacht habt.“ Anerkennende Worte gibt es auch von Stefan Behrendt, Leiter der DRK-Bereitschaft in Eckernförde: „Ihr habt eure Aufgaben sehr gut erledigt. Das ist beruhigend, denn ihr seid die Zukunft unserer DRK-Bereitschaft.“

>Jugendrotkreuz: jeden 2. Mittwoch, Gruppe 1 (6-12 J.) 17-18 Uhr, Gruppe 2 (12-27 J.)18-20 Uhr; Gasstr. 8. Die Teilnahme ist kostenlos. Das JRK nimmt auch gern Flüchtlingskinder auf.

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