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Beitz’ letzte Ausstellung : Und zum Abschied Friedel Anderson

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Museumsleiter Dr. Uwe Beitz hat die letzte Ausstellung seiner Dienstzeit eröffnet. Friedel Anderson zeigt 33 Gemälde unter dem Titel „Draußen“.

Eckernförde | Die Ära „Uwe Beitz“ als Museumsleiter in Eckernförde geht am 29. Februar zu Ende. Wie ein Glanzpunkt zum Abschluss seines kulturellen Wirkens erscheint da die Eröffnung der jüngsten Ausstellung am Sonntag. Auf den Tag genau nach 25 Jahren seiner Museumstätigkeit führte Uwe Beitz in die letzte Ausstellung seiner Dienstzeit ein: Es ist eine Werkschau mit 33 Gemälden und drei Farbradierungen des renommierten norddeutschen Realisten, des Malers Friedel Anderson. Gemeinsame Überlegungen und Verhandlungen über einen guten Zeitpunkt für eine Ausstellung in Eckernförde hatte es zwischen Uwe Beitz und Friedel Anderson schon seit 2011 gegeben. Nun war endlich der richtige Termin gefunden, und er hätte nicht besser passen können.

Nach rund 200 großen und kleinen Sonderausstellungen im letzten Vierteljahrhundert mit Museumsleiter Dr. Beitz sieht man wie als Krönung nun faszinierende Bilder von Anderson. Das begleitende Sammelblatt zur aktuellen Werkschau ist das exakt dreihundertste. Und wenn man am Sonntag zum Museum kam, war ebenfalls die Besucherzahl beachtlich: Die Warteschlange vor der Eingangstür war lang und reichte bis auf den Rathausmarkt. Hatte man schon je einen solchen Andrang gesehen? Auch im Museumsraum selbst gab es bedeutend mehr Steh- als Sitzplätze. „Ganz Eckernförde“ schien auf den Beinen.

Bürgermeister Jörg Sibbel nahm gleich zu Beginn der Eröffnung die Gelegenheit wahr, dem scheidenden Museumsleiter für seine erfolgreiche, vielseitige Tätigkeit, für sein stetes Engagement, für den „landesweit ausgezeichneten Ruf des Museums“ zu danken. Sibbel: „Es gab (in den letzten 25 Jahren) Experimentelles, Realistisches, Abstraktes, Konstruktives, Malerei, Grafik, Keramik, Glas, Fotografie, Video, Historisches, Kunstgeschichtliches, Provozierendes, Aufregendes, Entdeckungen und vieles mehr.“ Dr. Uwe Beitz habe das Museum Eckernförde von einem Heimatmuseum zu einem modernen Museum entwickelt.

Zu einer letzten Einführung in eine neue Ausstellung stellte sich Uwe Beitz – wie gewohnt – hinter sein Rednerpult und vermittelte dann einen so lebendigen Zugang zu den Bildern Andersons, dass man die reale Begegnung mit dem Beschriebenen kaum erwarten konnte. Es war augenscheinlich auch für den „Hausherrn“ ein Höhepunkt zum Ende seiner geglückten Amtszeit, das Besondere an Friedel Andersons Kunst aufzuzeigen, Wege zum Verständnis seiner Malweise zu ebnen und mit der eigenen Begeisterung für Andersons Bildsprache und Sujets alle anzustecken.

Friedel Andersons Kunst ist sinnfällig. Was man in seinen Bildern sieht, meint man, genau so auch schon gesehen, erlebt, beobachtet, wahrgenommen zu haben. Nur dass dann einer wie Anderson kommt, sich bei allen norddeutschen Wettern nach draußen stellt und das, was auch er sieht, festhält, das ist ein Glücksfall. Er hält die Eindrücke, den Nebel, die Wolken, Küste und Wellen, den Regen, Sonne und Schatten in den Landschaften fest. Wäre man da – bei so viel „norddeutschem Realismus“ nicht auch mit Fotografien zufrieden?

Andersons Kunst bedeutet eben nicht bloßes Abbild. Uwe Beitz: „Wir haben es also nicht mit Abbildern von Landschaft zu tun, sondern mit den Darstellungen einer solchen. Beim Vergleich der Werke, die bei den Malsymposien der Norddeutschen Realisten entstanden sind, wird immer eines sehr deutlich: Bei jedem Maler oder jeder Malerin sieht die gleiche Landschaft ganz anders aus.“ und „Der Realist malt nicht das, was da ist, sondern was er sieht und vor allem, wie er es sieht.“

So sind Farbauswahl, Pinselduktus und Bildausschnitt auch bei Friedel Anderson ganz unverwechselbar seine eigene Handschrift. Und warum ist uns beim Betrachten seiner Bilder dann so wohl? Mit seiner Malerei des Bekannten bestätigt er beim Schauen unsere inneren Bilder. Durch seine persönliche Interpretation des Sichtbaren haben seine Darstellungen immer auch etwas Erzählerisches an sich. Da sieht und hört man gerne zu.

In aller Welt auf „Spurensuche des Sichtbaren“ zeigt Friedel Anderson im Eckernförder Museum Bilder von der Westküste und von Eckernförde-Borby, Rundspeicher, Hafen – der unverwechselbaren „skyline“ der Fördestadt. (2010/14/15) Draußen gemalt, sind alle 33 Gemälde passend unter den Ausstellungstitel „Draußen“ gestellt. Norddeutsche Landschaften, Hafen – und Stadtlandschaften – sie alle überzeugen mit exquisiter Farbigkeit und hohem Wiedererkennungswert – eine kostbare Auswahl.


>Die Ausstellung „Friedel Anderson – Draußen“ läuft bis zum 17. April 2016.
Öffnungszeiten: Di - Sa und Fr 14.30 - 17 Uhr, So 11 - 17 Uhr.


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