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Unbesetzte Lehrstellen: Unternehmen werben um Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 13.Apr.2016 | 06:29 Uhr

Unternehmen bekommen zunehmend Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Im vergangenen Jahr meldeten 34 Prozent der Betriebe unbesetzte Lehrstellen. Diese Zahl nannte gestern der Bildungsexperte der IHK Schleswig-Holstein, Hans Joachim Beckers, auf Anfrage unserer Zeitung. In Kürze startet die IHK eine erneute Umfrage bei den Unternehmen.

Das Problem ist bekannt: Die geburtenschwachen Jahrgänge sorgen für Leerstände in den Betrieben. Wer junge, gute Auszubildende und Nachwuchskräfte an sich binden möchte, muss um sie werben und ihnen etwas bieten. Eine gut betreute Ausbildung sei dafür Grundvoraussetzung, Beckers nannte darüber hinaus das Aufzeigen beruflicher Perspektiven im Rahmen der Weiterbildung und Übernahme, verkürzte Ausbildungszeiten für Abiturienten oder Auslandsaufenthalte. Den Betrieben sei die Problematik bewusst, viele hätten ihr Marketing verbessert, um qualifizierten Nachwuchs zu finden.

Bis Ende März seien für das Ausbildungsjahr 2016, das in der Regel am 1. August oder 1. September beginnt, landesweit 3014 Ausbildungsverträge unterzeichnet worden, sagte Beckers. Ein leichter Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch rechnet der IHK-Bildungsexperte damit, wieder die Vorjahreszahlen von rund 10  000 Ausbildungsverträgen zu erreichen. Grund dafür seien die durch den doppelten Abiturjahrgang rund 7000 zusätzlichen Abiturienten. Zwar strebten über 50 Prozent den Weg zur Universität oder Hochschule an, aber circa 20 Prozent orientiere sich auf dem Arbeitsmarkt, vornehmlich im kaufmännischen Bereich. Nicht immer sei ein Studium der einzige Weg ins Berufsleben junger Gymnasiasten. „Eine gute Ausbildung in einem familiären Team hat durchaus Vorteile gegenüber einem seelenlosen Hörsaal“, sagt Beckers. Die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, erklärt: „Wir müssen noch deutlicher machen, welche Chancen eine Duale Berufsausbildung mit guter Betreuung im Betrieb und in der Berufsschule bietet und welche attraktiven Karrierewege und Perspektiven anschließend bestehen. Da müssen wir uns nicht hinter Studienangeboten verstecken. Wer Lernen mit Praxisbezug schätzt, ist in einer Berufsausbildung bestens aufgehoben.“

Während in den kaufmännischen Berufen die allermeisten Verträge für das im August beginnende Ausbildungsjahr 2016 nach Auskunft der IHK Schleswig-Holstein bereits seit September / Oktober 2015 unter Dach und Fach sind, ist jetzt im April die Zeit der Vertragsabschlüsse im gewerblichen und handwerklichen Bereich.

Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHK Flensburg, Kiel und Lübeck und seit 1. Januar 2006 der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft mit überregionaler Bedeutung. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175  000 Unternehmen mit rund 750  000 Arbeitnehmern wahr.

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