Nach Christian : Umwelteinsatz und Kritik

Tatkräftie Helfer: die Schüler der Klasse 8b der Waldorfschule mit Lehrer Thomas Nagel.
Tatkräftie Helfer: die Schüler der Klasse 8b der Waldorfschule mit Lehrer Thomas Nagel.

Drei Schulklassen sagten den Sammeleinsatz am Borbyer Ufer kurzfristig ab. Fragen zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit seien noch nicht geklärt.

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02. November 2013, 06:09 Uhr

Drei der vier angemeldeten Schulklassen haben gestern ihren Sammeleinsatz am Borbyer Ufer wegen der aufgekommenen Fragen zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Polystyrolreste abgesagt. Der Leiter des Ostsee-Info-Centers, Claus Müller, der den Einsatz koordiniert, konnte sich dennoch über Unterstützung freuen. Birgit Carstensen war gestern bereits den vierten Tag in Folge im Einsatz und hat dem Öko-Kreislauf durch Bücken und Zupacken bereits unzählige Teilchen entzogen. „Das ist eine Ausnahmesituation, da sollten wir Verantwortung übernehmen“, meinte sie. Während Müller die Ablagerungen des Spülsaums mit der Harke ins Wasser zog, schöpfte sie die darin befindlichen Kügelchen mit dem Sieb ab. „Jetzt wissen wir, wie Sisyphus sich gefühlt hat“, sagte Müller angesichts der Unmengen kleiner Teilchen. Nebenan waren acht Männer aus der Tischlergruppe der Werkstatt für Behinderte dreieinhalb Stunden im Einsatz. „Ich denke, wir sollten was tun, und es muss schnell gehen“, sagte Gruppenleiter Heimo Bleidick. Mit dabei war gestern auch die Klasse 8b der Waldorfschule. „Es ist für uns selbstverständlich zu helfen“, sagte Klassenlehrer Thomas Nagel.

Alles andere als gut fand Bürger Wolf Müller den Schülereinsatz. „Auf der Baustelle an der Hafenspitze sind genug Handwerker. Die können ihre Arbeit unterbrechen und hier aufräumen. Wer den Schaden verursacht, muss ihn auch beseitigen oder von einer Firma beseitigen lassen.“ Das habe er früher als Transportunternehmer auch machen müssen.

Der Geschäftsführer des Bauträgers Penta-Bau Hafenspitze, Kai Schurkemeyer, erklärte, dass er am Tag nach dem Orkan sofort den für den Bau verantwortlichen Generalunternehmer aufgefordert habe, Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden einzuleiten. In Ansprache mit der Kreisverwaltung sei dann der öffentliche Aufruf erfolgt, um die Reste schnell und effektiv einsammeln zu können. Sollte es notwendig sein, werde er den Generalunternehmer und die Dachdeckerfirma auffordern, die Reste umgehend zu entsorgen. Er selbst habe als Bauträger „keinen Zugriff“ auf die Leute. „Und den Fliesenleger interessiert nicht, was der Dachdecker macht“.

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