Ein Defi für Sehestedt : Übung für den Ernstfall

Wenn der Schock gesetzt wird, heißt es „Finger weg“: Tobias Hercher (rechts) trainiert mit Olaf Ilgner die Reanimation mit einem Defibrillator.
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Wenn der Schock gesetzt wird, heißt es „Finger weg“: Tobias Hercher (rechts) trainiert mit Olaf Ilgner die Reanimation mit einem Defibrillator.

Gemeinde Sehestedt hat einen Defibrillator erworben / Einwohner wurden zum Umfang damit geschult

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07. Februar 2018, 06:02 Uhr

Die Gemeinde Sehestedt hat 1800 Euro investiert, um für medizinische Notfälle besser gerüstet zu sein – mit dem Geld wurde ein Defibrillator gekauft. Aufgestellt werden soll das Gerät im Markttreff. Damit im Ernstfall alle wissen, wie der Defibrillator zu bedienen ist, wurde ein Schulungsabend organisiert, bei dem Interessierte den Umgang mit dem Schockgeber unter der professionellen Anleitung von Tobias Hercher vom Notfalltrainingszentrum Schleswig-Holstein üben konnten.

Hercher machte den etwa 20 Teilnehmern der Schulung deutlich, dass ein Defibrillator kein Allheilmittel ist und keinesfalls die Basis-Reanimation, bestehend aus Herzdruckmassage und Beatmen, ersetzt, sondern lediglich eine „Ergänzung“ darstellt. Erst wenn zwei Helfer bei einer Person sind, die aus eigener Kraft nicht mehr atmen kann, ist es möglich den Defibrillator zum Einsatz zu bringen: Einer von ihnen führt die Basis-Reanimation durch, während der andere die Vorbereitungen für das Setzen des Schocks trifft. Das Gerät gibt dem Benutzer eine detaillierte Sprachanleitung und ist somit leicht zu bedienen.

Nachdem die Elektroden auf die Haut des Patienten geklebt wurden, „analysiert das Gerät den Patienten und entscheidet, ob es einen Schock empfiehlt“, erklärt Hercher. Sollte ein Stromstoß nötig sein, gilt es sicherzustellen, dass der Patient von keinem Helfer mehr berührt wird. Sobald der Schock gesetzt wurde, ist die Gefahr vorbei, und das Drücken und Beatmen kann fortgesetzt werden. Der Defibrillator kann das Kammerflimmern beheben. Beim Kammerflimmern zuckt der Herzmuskel unkontrolliert, ohne eine Pumpleistung zu erbringen.

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