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Eckernförder Zeitung

26. September 2017 | 09:38 Uhr

Über Gewalt, Verrat und Vergebung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zwölftklässler der Eckernförder Waldorfschule feiern am Donnerstag mit Zuckmayers Drama „Der Gesang im Feuerofen“ Premiere

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 19:17 Uhr

Kein einfaches Stück haben sich die Schüler der 12 a der Eckernförder Waldorfschule ausgesucht. Es hätte auch „Der Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt oder Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ sein können - Stücke, bei denen die knapp 30 Schüler und ihr Regisseur Andreas Voigt auf bereits vorhandene Bühnenfassungen hätten zurückgreifen können. Doch stattdessen entschieden sie sich für einen sehr anspruchsvollen Stoff, Carl Zuckmayers Drama „Der Gesang im Feuerofen“, das 1950 in Göttingen uraufgeführt wurde. „Seitdem sind mir keine bekannten Aufführungen bekannt“, sagt Voigt. Knapp drei Stunden dauert das Stück, seit rund vier Wochen sind die Schüler täglich am Proben, einige von ihnen müssen zusätzlich noch für mündliche Prüfungen pauken, eine Doppelbelastung also.

Das Kriegsdrama „Der Gesang im Feuerofen" beruht auf einer historisch belegten Situation: Im Winter 1943 wurden französische Widerstandskämpfer in dem Gebirgsdorf Haut Chaumond von einem Mitglied ihrer Gruppe an die belagernden Deutschen verraten. Hauptfigur des Stückes ist Louis Creveaux, ein Außenseiter. Um sich für die ständigen Demütigungen zu rächen, spielt er einem Gestapo-Offizier Pläne der französischen Widerstandsbewegung in die Hände. Ein Schloss, das als Versteck diente, wird von den Deutschen umzingelt, in Brand gesteckt und zum Grab der jungen Rebellen. Doch von einen Schloss ist auf der Bühne nichts zu sehen, stattdessen Podeste nebeneinander und übereinander gestapelt. Das Ensemble setzt auf ein eher karges Bühnenbild, gleiches gilt für die Kostümem, und auch auf Licht- und Toneffekte wird verzichtet.

„Es geht um Gewalt, Pazifismus und auch die Beziehung von Mensch und Maschine“, sagt Voigt. Zuckmayer werfe Fragen auf, die zeitlos sind. Um die Rollen glaubhaft zu spielen, müssten die Schüler eine Vielzahl von Emotionen und Stimmungen zeigen. Doch Regisseur Voigt glaubt, dass gerade die jungen Leute auf dem Weg zum Erwachsensein, das hervorragend rüberbrächten.

Robin von Boetticher spielt den Creveaux, eine besondere Rolle, gibt er zu. Gerade zum Ende des Stückes habe er lange Monologe. „Keine Chance, sich am Text des Gegenübers zu orientieren“, sagt er.

Drei Vorstellungen von „Der Gesang im Feuerofen“ stehen auf dem Programm. Am Donnerstag, 13. Juli, um 20 Uhr und am Freitag, 14. Juli, um 10 sowie um 20 Uhr wird das Stück im Saal der Waldorfschule, Schleswiger Straße 112, zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

 


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