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Typisierung : Über 700 potenzielle Spender für Anni

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Typisierungsaktion des Osdorfer SV für die 18 Jahre alte an Leukämie erkrankte Anni hat großen Zulauf erfahren. Mit 400 Teilnehmern haben die Veranstalter gerechnet, über 700 waren es am Ende. Menschen aus der ganzen Region haben sich beteiligt.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 05:56 Uhr

Eine kurze Einweisung, ein Wangenabstrich mit zwei Wattestäbchen, Angaben über Alter, Geschlecht und Adresse, zwei Unterschriften unter die Einverständniserklärungen zur Entnahme der Speichelprobe und Registrierung der Daten und fertig. 726 Leute haben sich bei der vom Osdorfer SV organisierten Aktion am Sonnabend in der Grundschule als potenzielle Stammzellenspender für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren lassen. Die meisten wussten um das Schicksal der 18-jährigen Anni aus Osdorf, die an Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzellenspende braucht.

„Die Resonanz ist toll“, stellte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Birgit Schmidt fest, die Anni kennt und die Aktion organisiert hat. „Wir sind total überwältigt von dem Zuspruch. Die Leute kommen nicht nur aus Gettorf, Osdorf und Neudorf sondern auch aus Kiel, Eckernförde, Loose oder Großkönigsförde.“ Die 20 Helfer aus dem Verein und ihrem Freundeskreis empfingen jeden freundlich, beantworten Fragen zum Verfahren, halfen den Zettel auszufüllen, tüteten die entnommenen Proben ein, sammelten Spenden und gaben Kaffee und Kuchen aus. Darunter auch Annis 21-jährige Schwester Janina Pust. „Es ist ein schwieriger Kampf“, gestand sie. Seit acht Wochen liegt ihre 18-jährige Schwester im Krankenhaus und hat schon mehrere Chemotherapien hinter sich. Nun wird ein Stammzellenspender gesucht. „Das, was der Sportverein hier macht, ist wirklich spitze“, sagte sie. Sie selbst hat leider nicht die richtigen Merkmale. Nun versucht sie alles, was geht, in die Wege zu leiten. „Wir hoffen sehr, dass ein passender Spender gefunden wird.“

Das hofft auch Uschi Sawitzki aus Gettorf, die sich gerne typisieren ließ. Sie kennt Anni durch Zufall. „Ich wollte das schon immer machen, hatte nur nicht den Mut“, sagte sie. „Ich finde es superwichtig, Menschen zu helfen, die krank sind.“ Anni habe mit ihren erst 18 Jahren ihr Leben doch noch vor sich. „Ich drücke ihr ganz doll die Daumen, dass es heute klappt mit einem Spender.“

Für die DKMS begleitete Maria Altendorf aus Köln die Typisierungsaktion. „Die Spendenbereitschaft ist sehr groß hier“, staunte sie. „Wir haben auf 400 Spendern gehofft. Nun sind es über 700.“ Sie informierte, wie es nach der Typisierung weiter geht: Aus dem Abstrich der Wangenschleimhaut werden die Gewebemerkmale, die HLA (Humane Leukozyten-Antigene) des Spenders im Labor bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym an das ZKRD (Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland) übermittelt, wo sie regelmäßig mit denen der Patienten verglichen werden. Wer als Spender in Frage kommt, wird benachrichtigt.

In 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen durch ein spezielles Verfahren aus dem Blut des Spenders gewonnen. Dies geschieht ambulant und ohne Narkose. In seltenen Fällen werden die Stammzellen in einem kleinen operativen Eingriff dem Beckenkamm des Spenders entnommen. Sollte ein Spender es sich zu irgendeinem Zeitpunkt anders überlegen, kann er jederzeit zurücktreten. In Deutschland konnten bei 2,9 Millionen registrierten Spendern bisher 32 710 Spenden vermittelt werden. Stammzellen spenden kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren in guter körperlicher Verfassung. Wer sich noch registrieren lassen möchte, darf sich unter Tel. 04346/5851 gerne an Anja Greve aus Osdorf wenden.

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