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Tag des offenen denkmals : Über 140 Stufen zum Ausblick auf die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Rundsilo am Hafen hat beim Tag des offenen Denkmals Einblicke bis unters Dach gewährt, während auf dem künftigen Museumsschiff Andreas Gayk plattdeutsche Lesungen stattfanden. Rund 800 Besucher ließen sich das nicht entgehen.

Häufig ist es nur eine kleine Tafel mit einem blauweißen Wappen, die auf schützenswertes Gut hinweist und auf ein Denkmal aufmerksam macht. So bot auch in diesem Jahr der Tag des Denkmals, der stets am zweiten Sonntag im September stattfindet, wieder Einblicke in die historischen Besonderheiten unserer Stadt, die sich nicht nur auf Gebäude, sondern auch auf Schiffe und Traditionen bezog.

Es war nur eine dünne Rauchfahne, die ersatzweise aus dem frisch restaurierten Schornstein der ehemaligen Räucherei Hopp qualmte, verursacht vom kleinen Räucherofen, der als Ersatz für den offiziellen Betrieb der eigentlichen Ofenanlage herhalten musste. „Eigentlich könnten wir schon richtig Feuer machen“, versicherte Hans Jörg Petersen vom Verein „Alte Fischräucherei“ und verwies auf die vorliegende Genehmigung vom Land. Durch Wechsel der Genehmigungskompetenz zur Stadt Eckernförde sei aber ein weiteres Gutachten erforderlich, bevor die original Altonaer Öfen wieder unter Feuer stehen dürfen. Dem Besucherstrom tat dies jedoch keinen Abbruch, war doch das entstehende Räuchereimuseum Besuchermagnet an sich. Knapp 500 Sprotten, Kaffee und Kuchen fanden zugunsten der Museumskasse ihre Abnehmer, das Zimmern einer Sprottenkiste wie zu früheren Zeiten blieb den Kindern vorbehalten.

Dass auch der Eckernförder Bahnhof zur Blütezeit des „Eckernförder Goldes“ ganz wesentliche Bedeutung hatte, erfuhren die Besucher bei der Führung im Museum, wo unter anderem die Besucher die Modellbahnanlage im Zeitfenster der 50er Jahre bewundern konnten. Ein Rundgang durch die Altstadt fand unter der Führung von Manfred Trettow statt. Er konnte seinen 32 Zuhörern so manches über die Kirche St. Nicolai und die kleinen Häuser in den schmalen gepflasterten Gassen erzählen.

„Open Ship“ bei den Traditionsseglern, vielleicht verbunden mit einer kleinen Ausfahrt – auch der maritime Bereich zog die Menschen an. Erst seit wenigen Wochen für die Allgemeinheit geöffnet, lockte das ehemalige Butterschiff „Andreas Gayk“ mit kleiner Gastronomie die Besucher, an Bord sorgte Klaus-Dieter Tüxen als plattdeutscher „Verteller“ mit allerlei Kurzgeschichten für Heiterkeit. Dass Schiffe dieser Art in den 70er und 80 Jahre neben den Fischkuttern das Hafenbild bestimmten, konnte sich mancher nur schwer vorstellen.

Die Attraktion des Tages dürfte jedoch der Rundspeicher am Hafen gewesen sein. Zum dritten Mal stand das Gebäude für Besucher offen, und wer die mehr als 140 Stufen bis knapp unter den goldenen Engel nicht scheute, wurde mit einer seltenen Aussicht über die Stadt belohnt. „Die Leute standen schon um 11 Uhr vor der Tür Schlange“, berichtete Telse Vorbrook, Vorsitzende des Arbeitskreises der Stadtführer. Informationstafeln mit Bildern vom Bau des Rundsilos beeindruckten, ebenso die Zahlen des Gebäudes, das 1931 in nur halbjähriger Bauzeit durch 120 Arbeiter erfolgte. Rund 500 Besucher, die den Aufstieg im 3500 Tonnen Getreide fassenden Bau machten, zählte Stadtführer Peter Büchert. „Ich war vor 15 Jahren mal da oben, die Veränderung des Ausblicks seitdem ist faszinierend“, befand Rüdiger von Nathusius.

Lautete das Motto der inzwischen bundesweiten 21. Veranstaltung „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“, traf das zumindest für Eckernförde nicht zu. „Wir konnten messbar rund 800 Besucher verzeichnen“, stellte Christel Fries am Abend fest, als Opsteekfru „Stine“ bot sie mobil zusammen mit Fischer „Fiete“ (Hans Willomitzer) neben dem Räuchreimuseum die Köstlichkeit an, die einst den Wohlstand in die Stadt brachte.

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erstellt am 10.Sep.2013 | 06:19 Uhr

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