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Feuerwehrübung in Windeby : Üben verkürzt die Chaos-Phase

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fünf Wehren und 80 Kameraden üben in Windeby den Ernstfall / Löschwasserversorgung hält den Anforderungen stand

Windeby | Die Feuerwehrleute sprechen selbst von der „Chaos-Phase“, in der bei einem Einsatz zunächst alles in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Alarmieren, Überblick verschaffen, befragen, funken, Absprachen – eine große Herausforderung vor allem für die Einsatzleitung. Schließlich soll keine Zeit vergeudet werden, wenn es darum geht, das Feuer zu löschen und Menschenleben zu retten. Tempo zählt an der Unfallstelle. Damit diese Chaos-Phase, die es bei jedem Einsatz zu Beginn der Rettungsarbeiten gibt, möglichst schnell Struktur bekommt, wurde auch am Montagabend bei einer Übung in den frühen Abendstunden in Windeby geübt. Mit dabei waren rund 80 Einsatzkräfte aus Gammelby, Kochendorf, Goosefeld, Fleckeby und Osterby.

Um 19.04 Uhr löste die Amtswehrführung Schlei-Ostsee den Alarm aus. Ein Wohnhaus in der Eichenallee Nummer 2 beim Gut Windeby hat durch einen in Brand geratenen Pkw Feuer gefangen. Zwei Personen befanden sich in dem Gebäude. Die Eichenallee liegt nahe des Gutes Windeby, aber eben nur nahe. Die ersten Wehren rauschten an der Zufahrt zur Allee vorbei, bogen in die Gutseinfahrt ein. So waren die Fleckebyer schließlich die ersten, die direkt vor dem Wohnhaus stoppten, den Löschangriff vorbereiteten und die Atemschutzgeräteträger in Stellung brachten. Oben, einem Fenster des zweiten Stockes, machte sich schon Mareike Grothkopp lauthals bemerkbar. Die Brandmeisterin aus Aschau-Altenhof schaute aus der Luke, aus der es ordentlich qualmte, und rief um Hilfe. Drinnen wartete außerdem Altenhofs Wehrführer Siegfried Brien, dass er rechtzeitig gerettet wurde. „Wir wollen vor allem sehen, ob die Löschwasserversorgung hier rund um das Gut ausreicht“,sagte Reinhold über den Sinn der Übung. Auf eine 100er Leitung könnten die Einsatzkräfte zugreifen, das könnte eventuell knapp werden. Erforderlich sei es deshalb, dass die Wehren einen Puffer einrichteten. Ein Tanklöschfahrzeug würde dabei immer wieder von den anderen Fahrzeugen befüllt werden, die Wasser aus umliegenden Zisternen oder Löschteichen holten.

Mit dem Sturz eines Kameraden beim Löscheinsatz im Haus baute die Amtswehrführung noch eine Schwierigkeit ein, die es zu meistern galt. „Ein Atemschutznotfall“, sagte Reinhold, so mussten die Brandschützer auch hin und wieder eigene Kräfte retten.

Am Anfang war es dann aber wieder die Chaosphase, die auch für Einsatzleiter Heiko Kratzke einfach zu lang war, wie der Kochendorfer selbstkritisch eingestand. Um 19.04 Uhr war die Alarmierung und um 19.25 Uhr waren die Atemschutzgeräteträger im Haus, das hätte schneller gehen müssen. Auch die Suche im Gebäude nach den Vermissten dauerte. „Mit einer Wärmebildkamera wären die Personen zügig gefunden worden“, sagten Brien und Reinhold, doch das Gerät blieb am Fahrzeug. Auch das wurmte die Verantwortlichen vor Ort. „Die Atemschutzgeräteträger konnten gerade noch die Hand vor Augen sehen“, so der Amtswehrführer, mit einer Wärmebildkamera wären nicht nur die Personen, sondern auch der Brandherd lokalisiert worden.

Die Schulnote drei hätte Amtswehrführer Reinhold den Einsatzkräften gegeben, sagte er gegenüber der Eckernförder Zeitung. Die vergessene Wärmebildkamera und die Orientierungsprobleme zu Beginn führten natürlich zu Abzügen, der Aufbau der Löschwasserversorgung sei aber zügig erfolgt. Eine ausführlichere Manöverkritik gab es im Anschluss an die Übung im Kochendorfer Gerätehaus.

Große Löschwasser-Probleme sieht Kochendorfs Wehrführer Heiko Kratzke beim Gut Windeby nicht, da gebe es durchaus andere Bereich, wo gemeinsam mit der Gemeinde über eine Optimierung der Löschwasserversorgung gesprochen werden müsse, beispielsweise in Westerthal.

 

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erstellt am 26.Jul.2017 | 06:27 Uhr

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